1:4-Pleite in München beweist: Die Bremer sind zu langsam für den Titelkampf

Tschüss, Spitzengruppe! Werder steuert Rang sechs an

Hilflos in München: Andreas Wolf mimt zwar den Unschuldigen, doch er konnte Bayerns Thomas Müller nur noch mit einem Foul stoppen. Mit dem folgenden Strafstoß schickte Arjen Robben Werder auf die Verliererstraße.

Von Björn Knips · Vier Spiele, vier Niederlagen, 1:12 Tore – grausamer kann eine Bilanz kaum sein, auch nicht aussagekräftiger. Der SV Werder hat gegen die Teams in der Eurozone der Bundesliga nichts zu melden – so wie am Samstag bei der 1:4-Klatsche in München. Titelkampf ade, Mittelmaß ole?

Werder-Boss Klaus Allofs drückt es so aus: „Wenn wir so weiterspielen, also zu Hause gewinnen, auswärts mal ein Unentschieden holen, aber eben auch mal so ein 1:4 bekommen, dann werden wir Sechster oder Siebter.“

Mit Platz sechs, so Allofs, wäre er nach dem Fast-Abstieg in der Vorsaison durchaus zufrieden. Werder würde nach Europa zurückkehren, wenn auch nicht in die Champions League. Aber sind die Bremer stark genug für die Europa-League-Quali? Naldo sagt ja: „Ich glaube nicht, dass wir über zu wenig Qualität verfügen. Sonst würden wir gegen den Abstieg spielen.“ Der Auftritt in München vermittelte allerdings genau diesen Anschein. Werder agierte so ängstlich wie ein Abstiegskandidat, der mit Mauertaktik versucht, einen Punkt aus der Arena zu entführen. Sehr zum Unmut von Thomas Schaaf. Der Werder-Coach hatte einen selbstbewussten Auftritt gefordert mit dem klaren Schwerpunkt auf das eigene Spiel. Seine Profis sollten gegen die aus dem Rhythmus geratene bayerische Bigband den Ton angeben, liefen der Musik aber nur hinterher. „Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen, haben nicht umgesetzt, was wir können“, kritisierte Schaaf.

Werder in der Einzelkritik

Die Einzelkritik: Offensiver Totalausfall

Immerhin verteidigten die Bremer lange Zeit so konsequent, dass die Münchner kaum zu Chancen kamen. Trotzdem hieß es zur Pause 0:1, weil Franck Ribery einen 14,4-Sekunden-Konter herrlich abgeschlossen (22.) und Werders Grundproblem aufgedeckt hatte: Die Mannschaft ist zu langsam, nicht nur in den Beinen, sondern auch im Kopf. Das Umschalten klappte bei den Bayern viel besser – sowohl offensiv, als auch defensiv. Deshalb kamen die Bremer auch selbst kaum zu Gelegenheiten. Der Ausgleich von Markus Rosenberg fiel aus heiterem Himmel – und war das Resultat einer feinen Einzelaktion (52.).

Werder verliert in München

Werder verliert in München

Werder wagte sich trotzdem nicht weiter vor. „Wir hätten mehr investieren müssen“, gestand Andreas Wolf. Der Innenverteidiger sah weiter eine bayerische Angriffswelle nach der anderen auf sich zurollen und leitete den Untergang mit seinem Elfmeter-Foul an Thomas Müller ein. Arjen Robben verwandelte (69.) sicher. „Das hat uns das Genick gebrochen“, stellte Kapitän Clemens Fritz später fest. Dabei hatte sein Team noch 20 Minuten Zeit gehabt, ein zweites Mal zurückzukommen. Doch mühelos schraubten die Bayern mit den Treffern von Ribery (77.) und Robben (83.) das Ergebnis auf 4:1 und verpassten sogar einen noch höheren Sieg. Werder hatte schlichtweg die Überzeugung gefehlt, auch mal gegen einen ganz großen Gegner etwas zu reißen. Bereits gegen Borussia Dortmund (0:2), Borussia Mönchengladbach (0:5) und Bayer Leverkusen (0:1) waren die Bremer als Verlierer vom Platz gegangen.

Nun fehlt aus der Euro-Zone nur noch Schalke. Die Partie gibt’s am letzten Hinrunden-Spieltag (17. Dezember). Zuvor kommt Wolfsburg – und das ist gut: Denn die „Wölfe“ heulen traurig nur wenige Stufen über dem Tabellenkeller, sind damit ein perfekter Punktelieferant. Allerdings: Werder lässt sich nicht nur von den Topteams abfertigen, sondern hat auch bei den Siegen und Unentschieden selten souverän gewirkt. Das passt eigentlich so gar nicht zu einem Tabellenfünften und macht Allofs‘ Fokus auf Rang sechs absolut nachvollziehbar. · kni

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