Werder unterliegt Enschede mit 0:2 – und ist praktisch raus aus dem internationalen Geschäft

Tschüss, Europa!

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Werder unterliegt Enschede mit 0:2 – und ist praktisch raus aus dem internationalen Geschäft

Von Arne Flügge und Björn Knips (Eig. Ber.) · Werder Bremen steht in der Champions League vor dem Aus, und auch die Teilnahme an der Europa League ist in weite Ferne gerückt. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf unterlag gestern Abend gegen Twente Enschede nach späten Toren von Nacer Chaldli (81.) und Luuk de Jong (84.) mit 0:2 (0:0) und bleibt damit Letzter in der Gruppe A.

Vor 30 200 Zuschauern im nicht ausverkauften Weserstadion, das erneut von einigen Bremer Fangruppen boykottiert worden war, verloren die Bremer zudem ihren Kapitän Torsten Frings durch eine Rote Karte (75.).

Werder Bremen unterliegt Enschede

Werder Bremen unterliegt Enschede mit 0:2

Beim Blick auf die Bremer Aufstellung rieb sich vor dem Anpfiff so mancher die Augen! Schaaf setzte den zuletzt formschwachen Mikael Silvestre auf die Bank, für ihn spielte der Brasilianer Wesley Linksverteidiger. Rechts in die Viererkette rückte völlig überraschend Sebastian Prödl, dessen Position in der Innenverteidigung, man höre und staune, Kapitän Torsten Frings übernahm. Im Mittelfeld kehrte Schaaf zu seinem Erfolgssystem mit der Raute zurück. Daniel Jensen spielte auf der „Sechs“, die Außenpositionen besetzten Philipp Barg-frede und Aaron Hunt, Marko Marin übernahm hinter der Doppelspitze Claudio Pizarro/Hugo Almeida die Spielmacherrolle. So hatte Schaaf sein Personal schon lange nicht mehr durchein-andergewirbelt!

Die Noten der Werder-Spieler

Die Noten der Werder-Spieler

Schachzüge, die zumindest im Bremer Offensivverhalten Wirkung zeigten. Werder begann mit viel Dampf, setzte den Gegner, der kurzfristig auf Bremen-Schreck Theo Janssen verzichten musste, gehörig unter Druck. Allerdings boten die Gastgeber Enschede bei Kontern immer wieder die blanke Brust dar. So klärte Torwart Sebastian Mielitz nach einem De-Jong-Kopfball (14.), drei Minuten später jagte Wesley Enschedes Stürmer Marc Janko nach einem kapitalen Schnitzer von Frings mit vollem Einsatz und einem Rempler in letzter Sekunde den Ball ab. „Da ist Torsten ein zu hohes Risiko eingegangen“, beurteilte Werer-Sportchef Klaus Allofs die Szene. In der 23. Minute war es wieder Wesley, der Janko stoppte. Keine Frage, die taktische Ordnung in der zusammengewürfelten Bremer Viererkette stimmte noch nicht. „Wir mussten in der Defensive improvisieren. Da müssen wir mit Fehlern und Unzulänglichkeiten leben“, sagte Allofs.

Hinten löchrig wie ein holländischer Käse, vorn bemüht, aber nicht zwingend. Werder kreierte trotz optischer Überlegenheit kaum zwingende Chancen. Distanzschüsse von Hunt (28.) und Marin (36.) waren eine magere Ausbeute. Dann kam auch noch Pech hinzu: Pizarro traf mit der ersten richtig guten Werder-Chance in der 38. Minute nur den Innenpfosten. Auf der anderen Seite durften sich die Bremer bei Mielitz bedanken, der 60 Sekunden später aus kurzer Distanz einen Schuss von Bryan Ruiz entschärfte.

Drei Minuten nach dem Wechsel stand der Bremer Torwart wieder im Blickpunkt: Klassereflex gegen Nacer Chadli, ehe Wesley im Gegenzug in Twentes Torwart Mihaylov seinen Meister fand (49.) – genau wie kurz darauf Hugo Almeida , der den Keeper anköpfte. In der 54. Minute zögerte der Portugiese dann zu lange, anstatt den Abschluss zu suchen – die nächste Bremer Möglichkeit war dahin. Fast im Gegenzug traf Chadli nur den Pfosten (56.). Es war nun ein sehr, sehr intensives Spiel, in dem Torsten Frings nach einem weiteren Fehler in der Bremer Hintermannschaft in der 75. Minute an der Strafraumgrenze nur die Notbremse gegen Ruiz blieb. Keine Frage: Rot! Damit dürfte die Gruppenphase für den Werder-Kapitän beendet sein.

Doch es kam noch schlimmer für die Bremer. Nach einem Ballverlust von Wesley in der gegnerischen Hälfte – Schimpelsberger hatte den Brasilianer hart attackiert – schloss Chadli den Konter zur 1:0-Führung der Gäste ab. Mit Glück, denn Prödl und Jensen hatten den Schuss unhaltbar abgefälscht (81.). Damit war Werders Widerstand gebrochen. Luuk de Jong erhöhte freistehend per Kopfball auf 2:0 (84.).

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