Wechsel zu St. Pauli – wegen Dutt

Trybull zieht die Notbremse

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Tom Trybull

Bremen - Von Björn Knips. Seine Wohnung in Bremen hat Tom Trybull schon gekündigt, der 20-Jährige rechnet fest mit einem Transfer vom SV Werder Bremen zu Zweitligist FC St. Pauli.

Heute soll es offiziell werden, Trybull für eine Ablöse von 100 000 Euro (plus Zusatzzahlungen bei Aufstieg und Weiterverkauf) die Hansestädte wechseln. Das ist nicht viel Geld, aber im Sommer wäre der Mittelfeldspieler ablösefrei gewesen. Eine Vertragsverlängerung mit sofortiger Ausleihe hatte Trybull abgelehnt.

„Ich will mich voll mit einem Verein identifizieren können“, erklärt der gebürtige Berliner, den Werder 2011 für 200 000 Euro vom FC Hansa Rostock geholt hatte. Als großes Talent, als Sechser der Zukunft. Doch nach nur zweieinhalb Jahren ist er Vergangenheit. „Ich bin schon enttäuscht“, gesteht Trybull und erklärt: „Ja, ich hatte Pech mit Verletzungen. Aber ich habe mich immer zurückgekämpft, dann meine Chance bekommen und sie genutzt. Aber in dieser Saison war das nicht so. Es stehen sechs Minuten in meiner Vita, das sagt doch alles.“

Trybull hatte sich auf seinen neuen Coach Robin Dutt verlassen. „Er hat mir gesagt, dass ich meine Chance bekomme. Also habe ich im Training weiter Gas gegeben“, berichtet der junge Profi und merkt noch an: „Das war gar nicht so einfach, weil ich nicht dort trainiert habe, wo ich hingehöre: Ich bin Sechser und kein Innenverteidiger.“ Trybull wartete nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn auf seine Chance und wähnte sich am Ziel, als durch die Ausfälle von Zlatko Junuzovic und Felix Kroos ein Sechser gesucht wurde. Doch Dutt fand nicht Trybull, sondern Philipp Bargfrede, der nach einer monatelangen Knieverletzung gerade erst ins Mannschaftstraining zurückgekehrt war. „Für Philipp habe ich mich gefreut – ganz ehrlich“, versichert Trybull: „Aber mich selbst habe ich gefragt: Was soll eigentlich noch alles passieren, damit ich eine Chance bekomme?“

Das Vertrauen war futsch, der Wechselgedanke da – und den FC St. Pauli empfindet Trybull als Volltreffer. „Ein cooler Verein mit Ambitionen“, sagt Trybull und schwärmt: „St. Pauli spielt so Fußball, wie es Werder früher gemacht hat. Okay, es ist eine Liga tiefer, aber mir macht dieses offensive Spiel einfach Spaß.“ Der 20-Jährige hat auch ein gutes Vorbild: Max Kruse. Der Stürmer hatte 2009 keine Lust mehr auf Werder, wechselte zum Zweitligisten FC St. Pauli, stieg mit den Hamburgern auf – und ist inzwischen nicht nur Leistungsträger bei Borussia Mönchengladbach, sondern auch Nationalspieler. „Der Max hat vieles richtig gemacht“, sagt Trybull und grinst.

Trotz der zuletzt schwierigen Phase in Bremen steckt der 20-Jährige voller Selbstvertrauen: „Ich weiß, was ich kann. Und ich habe hier gezeigt, dass ich mehr als mithalten kann.“ Dass ihn Ex-Werder-Sportchef Klaus Allofs einst mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht hat („Tom würde da im Mittelfeld nicht negativ auffallen“), empfand Trybull als Riesenkompliment, „aber das war natürlich übertrieben“. Und deshalb eher schädlich als hilfreich. Die Erwartungshaltung stieg, die Formkurve nicht. Auch wegen Krankheiten und Verletzungen. Vergangene Saison kam er nur auf vier Einsätze, in dieser auf zwei. Insgesamt lief Trybull 21 Mal für Werder in der Bundesliga auf – und machte ein Tor. Am 18. Februar 2012 beim 3:1-Sieg in Hamburg. Wie passend. Dort unterschreibt er heute einen Vertrag bis 2017 – allerdings nicht beim HSV, sondern beim FC St. Pauli.

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