Allofs: „Werden weiter Gehälter reduzieren“

Trotz Geldsegen: Sparzwang bleibt

20 Clubs in der Bundesliga? Klaus Allofs ist dagegen: „Das verwässert.“ ·

Bremen - Nein, scherzt Klaus Allofs, noch hat niemand einen Geldkoffer in seinem Büro abgestellt. Aber auch so ist natürlich absehbar, dass der neue TV-Vertrag der Deutschen Fußball-Liga die Kasse von Werder Bremen ab der Saison 2013/14 gut befüllt.

„Sicher sagen kann man, dass wir ein paar Millionen Euro mehr einnehmen werden“, sagt Allofs.

2,5 Milliarden Euro kassiert die Liga im Zeitraum 2013 bis 2017 für die TV- und Internet-Rechte an den beiden Fußball-Bundesligen. Geld, das an die Profi-Clubs ausgeschüttet wird. Der exakte Verteilungsschlüssel muss zwar erst noch neu erarbeitet werden, aber in etwa wird das Plus für den Meister zwölf Millionen Euro betragen, für den Tabellensiebten oder -achten um die sieben, acht Millionen. Da darf sich ein Club-Chef wie Allofs schon mal die Hände reiben. „Das reduziert unsere unmittelbare Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg“, sagt er und rechnet vor: In der Champions League gab es 15 bis 20 Millionen Euro zu verdienen. Was passiert, wenn die wegfallen, erlebt Werder gerade. „Mit acht Millionen Euro mehr aus dem TV-Topf hat sich diese Abhängigkeit fast halbiert“, so Allofs.

Der zu erwartende Geldsegen sei aber „kein Grund, sich genüsslich zurückzulehnen“, mahnt der Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung und macht klar: „Unsere Vorgehensweise wird sich nicht ändern. Wir werden weiter versuchen, Gehälter zu reduzieren und noch stärker leistungsbezogene Verträge abzuschließen.“ Auf jeden Fall müsse vermieden werden, dass die Mehreinnahmen von den Club-Konten direkt in Spielergehälter und Beraterprovisionen fließen. Allofs: „Das wäre das Schlimmste, was passieren könnte.“ Denn dann dreht sich die Gehaltsspirale ganz schnell in die Höhe – und der eben noch bejubelte Vertragsabschluss wird zum Fluch.

Eine Aufstockung der Bundesliga von 18 auf 20 Clubs – wie von DFL-Vorstand Heribert Bruchhagen erneut ins Spiel gebracht – hält der Werder-Chef für unangebracht. „Ich unterstütze das nicht, weil die Liga verwässert wird. Mit 18 Teams haben wir die Situation, dass alle bis zum Schluss beteiligt sind. Die einen spielen um den Titel, die anderen ums europäische Geschäft, der Rest gegen den Abstieg. Bei 20 Mannschaften hätten wir relativ früh in der Saison die Situation, dass vier, fünf oder sechs Clubs im Niemandsland stehen. Das ist nicht erstrebenswert.“ · csa

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