Werder geht auch auf Schalke unter

0:5 – die Trilogie des Horrors

Stürmer-Star Raul (Nr. 7) staubt nach einer unglücklichen Abwehr von Werder-Torwart Tim Wiese zum 1:0 ab.

Gelsenkirchen. Auswärts – das ist für Werder Bremen mittlerweile ein Synonym für Horror! Nach den schlimmen Niederlagen bei Borussia Mönchengladbach (0:5) und Bayern München (1:4) folgte gestern bei Schalke 04 die nächste deftige Pleite in einem Spitzenspiel.

Mit einem blamablen 0:5 (0:2) machte Werder den Hattrick des Versagens perfekt. Der dreifache Raul (16./20./63.) sowie Kyriakos Papadopoulos (67.) und Klaas-Jan Huntelaar (70.) demütigten die Grün-Weißen mit ihren Toren. Zwar gehen die Bremer als Fünfter in die Winterpause, dennoch galt: Schlechter hätte die Hinrunde nicht enden können.

Werder in der Einzelkritik

Werder in der Einzelkritik

Schon in der ersten Halbzeit hätte es für Werder ein Debakel werden können. Nach elf Minuten hatte Teemu Pukki die erste Schalker Chance, Sekunden später verpasste Klaas-Jan Huntelaar eine Jurado-Hereingabe. Die Löcher in der Bremer Viererkette – speziell in der Schnittstelle Andreas Wolf und Sebastian Prödl (vertrat den gesperrten Sokratis) – wurden deutlich aufgezeigt. Aber Werder war nicht in der Lage, darauf zu reagieren. Schalke schon. Das 1:0 entsprang noch einer Ecke, in deren Folge Huntelaar im Strafraum frei zum Schuss kam. Der Ball knallte an den Pfosten, Wiese versuchte, den Abpraller zu fischen, legte jedoch für Raul vor. Der „Senor“ staubte ab. Beim 2:0 wurden die Bremer dagegen klassisch ausgespielt. Ein Lupfer in den Strafraum von Christian Fuchs – und sowohl Raul als auch Huntelaar standen frei vor Wiese. Der Niederländer legte quer, der Spanier vollstreckte. Allerdings: Raul stand knapp im Abseits, das Tor also irregulär.

5:0-Debakel auf Schalke

Bremen erlebt 0:5-Debakel auf Schalke

Dennoch zeigte der Videowürfel einen aus Bremer Sicht deprimierenden Zwischenstand an. 0:2 nach 20 Minuten, da wurden Erinnerungen an das Vorjahr wach, als Schalke mit 4:0 triumphiert hatte – auch damals mit drei Raul-Toren.

4:0 hätte es gestern schon zur Pause stehen können. An seinem 30. Geburtstag zeigte Wiese bei Großchancen von Pukki (42.) und Huntelaar (43.), dass seine Reflexe auch Gegentore verhindern und nicht wie beim 0:1 fördern.

Werder hatte in den ersten 45 Minuten so gut wie gar nicht stattgefunden. Zwar durften die Gäste ein bisschen nach vorne spielen, am Schalker Strafraum war aber Schluss. Florian Trinks, der auf der Spielmacherposition den Vorzug vor Marko Marin bekommen hatte, vermochte dem Spiel keine Linie zu geben. Die anderen auch nicht. Konsequenz: Keine echte Bremer Chance.

Gewinner und Verlierer der Hinrunde

Die Gewinner und Verlierer der Bundesliga-Hinrunde

Schaaf reagierte, brachte Marko Arnautovic für Prödl und stellte den Angreifer auf die „10“, Aleksandar Ignjovski rückte für Prödl in die Viererkette, Trinks spielte fortan halbflinks in der Mittelfeldraute. Und siehe da: Werder wurde kurz sogar mal gefährlich. Naldos Kopfball und ein Distanzschuss von Markus Rosenberg strichen knapp über das Tor. Als Rosenberg dann frei zum Schuss kam, verhinderte S04-Keeper Lars Unnerstall den Anschlusstreffer (53.).

Rosenberg ist eben kein Raul. Denn der verwertete gestern wirklich jede Chance. Beim 3:0 traf er per Flugkopfball nach Fuchs-Flanke (63.). Die Bremer Abwehr war auch in dieser Szene nicht existent. Und so ging‘s weiter: Kyriakos Papadopoulos traf per Kopf zum 4:0 (67.), Huntelaar ins lange Eck zum 5:0 (70.). Jetzt war es perfekt, das Desaster, das Werder Bremen erneut vor die Frage stellt, warum sich die so heimstarke Mannschaft (sieben Siege in acht Spielen) jenseits des Weserstadions regelmäßig vorführen lässt. Die Bilanz der letzten drei Auftritte in der Fremde ist einfach nur erschütternd. Null Punkte, 1:14 Tore. csa/mr

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