Der Trend spricht auf Schalke für, die Auswärtstabelle aber gegen die Bremer

Werders wundersame Serie: Nummer sechs lebt!

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Aus dem Gesicht von Viktor Skripnik strahlt das Glück. Morgen sieht der Werder-Coach aber die Bremer Siegesserie in Gefahr.

Bremen - Die Euphoriewelle schwappt durch ganz Bremen – nach fünf Siegen in Folge scheint Werder das Verlieren verlernt zu haben. Und auf Schalke soll morgen der sechste Erfolg in Serie her. Doch Trainer Viktor Skripnik mahnt: Bisher war seine Elf nur im Weserstadion wirklich stark.

Es ist dieser Tage nur allzu leicht, sich auf der glückseligen Stimmungswelle einfach forttragen zu lassen. Denn Werders wundersame Serie hat schlagartig alle bösen Erinnerungen an den desaströsen Saisonstart ausgelöscht. „Jeder ist jetzt heiß aufs Gewinnen“, erzählt Stürmer Davie Selke, „man wird in der ganzen Stadt angesprochen, bekommt an jeder Ecke positive Feedbacks.“ Seit dem Erfolg über Dortmund zum Ende der Hinrunde hat Werder nur noch Dreier eingesammelt. „Für jeden ist es ein Antrieb, die Serie fortzusetzen“, schwärmt Selke.

Dass das sechste Mal nun auf Schalke gelingt, daran mag in diesem Stimmungshoch kaum jemand zweifeln, obwohl Werder seit dem 1. Mai 2010 nicht mehr gegen die Königsblauen gewonnen hat. Doch die Grün-Weißen wären wohl nicht auf Rang acht der Tabelle geklettert ohne ihren stetig mahnenden Trainer. Und so bremst Skripnik dann auch gleich die überbordenden Erwartungen gewohnt analytisch ein. Schließlich kamen vier der fünf Serien-Siege ja im heimischen Weserstadion zustande. „Wir sind aber Letzter der Auswärtstabelle“, betont Skripnik. Sechs Niederlagen in der Fremde setzte es bisher, und der jüngste Erfolg in Hoffenheim dürfe nicht zu viel Hoffnung wecken. „Wir waren nicht besser als Hoffenheim, nur effektiver“, befand der Ukrainer, „natürlich hätte ich es gerne, dass wir auswärts so mutig spielen wie zu Hause. Wir haben Selbstbewusstsein getankt, aber wir müssen kämpfen.“ Nicht abheben, Nase runter – das ist Skripniks Botschaft. Auf der Werder-Welle reiten, aber sich nicht von ihr einlullen lassen.

Denn der Trainer sieht zwar die Fortschritte seiner Mannschaft, jedoch auch, wie viel Arbeit noch wartet. In der Rückrundentabelle thront Werder zwar ungeschlagen ganz oben, davon will sich Skripnik jedoch nicht blenden lassen. „Nur der HSV kommt noch zu uns“, mahnte er, „ansonsten müssen wir gegen alle Konkurrenten um den Klassenerhalt auswärts antreten – und es kommen nur die großen Gegner ins Weserstadion.“ Es werde also denkbar schwer, das Dauersiegen fortzusetzen.

Genau wie die bisherige Bremer Rekordserie aus der Saison 1982/83 mit acht Siegen in Folge zu knacken. Sechs Dreier am Stück hatte es schon öfter in der Werder-Historie gegeben, zuletzt 2006/07. Und Skripnik steuert zielsicher wieder auf die alten Glanzzeiten zu. So lobt Thomas Eichin: „Fünf Mal zu gewinnen ist außergewöhnlich, aber auch kein Zufall.“ Von der Qualität der Spieler sei man immer überzeugt gewesen, so der Werder-Geschäftsführer, nun sei mit „dem Trainerteam der perfekte Baustein hinzugekommen“. Und dieser Baustein dient morgen womöglich als Glücksbringer, denn Skripnik hat in seiner Karriere noch nie gegen Schalke verloren – in neun Partien sammelte er sechs Siege und drei Remis. „Wir sollten nicht zu viel auf Statistiken geben“, meinte der Trainer mit einem Augenzwinkern. Gegen den sechsten Werder-Sieg in Serie hätte er dennoch nichts einzuwenden.

phi/csa

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