In Cuxhaven endet die Pizarro-Ära bei Werder Bremen / Neuer Club unbekannt – Schalke der Favorit?

„Traurige Momente“ des Abschieds

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Trainer Thomas Schaaf klatscht Claudio Pizarro nach dessen letztem Einsatz im Werder-Trikot.

Cuxhaven / Bremen · Tränen? Nicht bei einem wie Claudio Pizarro! Als er am Mittwochabend das letzte Tor für Werder Bremen geschossen hatte und alle Betreuer, Trainer und Manager Klaus Allofs abgeklatscht und umarmt waren, lief er quer über den Platz des Cuxhavener Jahn-Stadions. Ab in die Kabine, kurz geduscht, dann rein in den Bus.

Und gestern schnell ins Flugzeug gen Peru, wo vor dem Urlaub noch Länderspiele anstehen. Claudio Pizarro ist bei Werder Bremen nur noch Geschichte.

„Traurige Momente“ nannte Allofs nach dem mit 7:1 (4:1) gewonnenen Testspiel beim Bezirksligisten FC Eintracht Cuxhaven jene Minuten kurz nach der Halbzeitpause, die das Ende einer Stürmer-Ära bedeuteten. 89 Tore in 159 Bundesliga-Spielen hat Claudio Pizarro während seiner zwei Engagements an der Weser erzielt – ob es einen wie ihn so schnell wieder im Werder-Trikot zu bewundern geben wird?

Werder gewinnt in Cuxhaven

Werder gewinnt 7:1 gegen Cuxhaven

Klaus Allofs ist auf der Suche (siehe Artikel unten), Claudio Pizarro ist es auch. Auf der Suche nach dem für ihn perfekten Arbeitgeber. Angebote gibt es angeblich reichlich, auch aus der Bundesliga sind welche dabei, hatte Pizarro bestätigt. Aus den Kandidaten Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 kristallisieren sich die Königsblauen als Favorit heraus. Dortmund soll das Modell mit Pizarro zwar angedacht, aber schon verworfen haben. Auch beim FC Bayern scheint das Interesse nicht mehr riesengroß. Bleibt noch Schalke. Die Königsblauen schwimmen im Lostopf offenbar ganz oben.

Pizarro selbst kommentiert freilich keine einzige der Spekulationen. „Zu Clubs sage ich gar nichts“, teilte er auf seiner Abschiedpressekonferenz am Mittwochmittag mit. Und das war insgesamt der Charakter der Veranstaltung: Pizarro blieb sich in seiner Verschlossenheit treu und Konkretes schuldig. Warum er sich gegen Werder entschieden hat? „Viele Kleinigkeiten“ hätten dazu beigetragen. Welche? Keine Antwort, nur ein Lachen. Durchblicken ließ er allerdings, dass der sportliche Niedergang seines Lieblingsvereins („Werder liegt mir sehr am Herzen“) natürlich eine Rolle gespielt hat. Und ja, er bestätigte, dass ihm die Beteiligung an einem internationalen Wettbewerb bei der Auswahl des neuen Arbeitgebers „sehr, sehr wichtig“ ist.

Licht ins Dunkel bringt diese Information allerdings nicht. Alle genannten Clubs sind in der Champions League vertreten. Weitere Nachfragen ergaben immerhin, dass den Torjäger die viel beschriebene Rolle eines Ersatzmannes hinter einem Platzhirschen im Sturm (Gomez bei Bayern, Huntelaar bei Schalke, Lewandowski in Dortmund) nicht schrecken würde. „Ich war doch jahrelang bei Bayern und weiß, dass es bei der hohen Anzahl an Wettbewerben und Spielen schwer ist zu sagen, wer Stammspieler ist und wer nicht. Ich hätte kein Problem damit, bei so einem Club zu spielen“, erklärte Pizarro.

Auch eine Rückkehr nach England („Kann sein“) ist vorstellbar. Spanien oder Italien, das Geburtsland seiner Großmutter, stehen dagegen nicht weit oben auf Pizarros Hitliste: „Das ist nichts, was ich unbedingt machen möchte.“ Ein gut bezahltes Abenteuer in der Wüste oder in Nordamerika hatte der 33-Jährige bereits vor einigen Wochen ausgeschlossen.

Die Bundesliga bleibt der Favorit. Auch wenn Klaus Allofs seine erste große Entdeckung (1999 hatte der Sportdirektor das damals 20 Jahre alte Talent aus Peru nach Deutschland geholt) lieber in einer anderen Liga sehen würde. „Wir wünschen ihm, dass er noch viele Tore schießt – aber bitte nicht gegen uns.“ Dass Claudio Pizarro dem Wunsch nachkommt, will er nicht versprechen. Erstmal muss er nachdenken, viel und lange. „Es kann dauern“ bis eine Entscheidung fällt, teilte Pizarro mit. Doch das ist bei ihm, der Werder bis zum Äußersten zappeln ließ, nichts Neues. · csa

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