Gefühlswirrwarr bei Ekici nach Leistenoperation / Stadionverbot, aber schneller Rückkehr-Plan

Traurig, glücklich, kämpferisch

Mehmet Ekici ist wieder in Bremen, aber noch nicht bei den Spielen. ·

Bremen - Mehmet Ekici ist nach seiner Leistenoperation wieder in Bremen, aber im Weserstadion war er gestern Abend beim Bundesliga-Spiel gegen Gladbach nicht zu sehen. Der Werder-Profi hat Stadionverbot.

„Ich darf noch nicht so lange sitzen“, erklärt der 22-Jährige und muss selbst ein bisschen schmunzeln. Dabei ist seine Krankengeschichte alles andere als lustig. Schließlich hat der Eingriff vor einer Woche in Berlin seine Bundesliga-Saison vorzeitig beendet – sein Gefühlswirrwarr allerdings noch nicht.

„Einerseits bin ich schon ziemlich traurig, jetzt nicht dabei zu sein“, gesteht Ekici: „Anderseits bin ich aber auch glücklich, dass dieses Thema endlich abgehakt ist.“ Das Thema heißt Leistenprobleme. Im Sommer 2010 war er an beiden Leisten operiert worden – damals noch als Profi des FC Bayern. Nun musste auf einer Seite nachgebessert werden, weil Nerven von zu stark gewachsenem Narbengewerbe eingeengt und gereizt worden waren. „Es ist schwer zu sagen, wann genau der Schmerz aufgetreten ist. Zwischenzeitlich hatten wir das auch ganz gut im Griff, aber zuletzt waren die Schmerzen einfach zu groß“, berichtet Ekici und ist jetzt zufrieden: „Die Operation ist gut verlaufen. Es wurde mir gesagt, dass die Narbe tatsächlich die Ursache für meine Schmerzen war. Das ist sehr, sehr gut für mich.“ Denn nun hofft der Mittelfeldspieler, endlich beschwerdefrei für Werder kicken zu können.

Das war in der laufenden Saison offenbar nur selten der Fall. Der Fünf-Millionen-Einkauf vom FC Bayern, der in der Vorsaison an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen war, hatte gleich zu Beginn seiner Bremer Zeit pausieren müssen. Wegen einer Schambeinentzündung verpasste er fast die komplette Vorbereitung. „Das hatte aber definitiv nichts mit der Leistensache zu tun“, stellt Ekici klar. Im Laufe der Saison gab‘s dann Leistenprobleme, deren Ursache erst einmal gefunden werden musste. Ekici spielte in dieser Zeit selten gut, war nicht die erhoffte Verstärkung und schon gar nicht der sehnlichst erwartete Spielmacher. Es wäre nun ein Leichtes, alles auf die gesundheitlichen Probleme zu schieben. Ekici lehnt das ab: „Ich will das nicht als Ausrede benutzen.“ Und von einem Neustart will er auch nichts wissen: „Das würde doch bedeuten, dass dieses Jahr hier umsonst war. Das war es aber nicht. Ich habe viel gelernt, das wird mir helfen.“

Möglichst schon bald. Aktuell stehen zwar nur Behandlungen auf dem Programm, doch Ekici hat ehrgeizige Ziele: „Für die Bundesliga reicht die Zeit zwar nicht mehr, aber danach sind noch ein paar Freundschaftsspiele. Da möchte ich wieder dabei sein. Ich will fit in den Urlaub gehen und dann mit Vollgas in die neue Saison.“ Dazwischen bestreitet die türkische Nationalmannschaft vom 24. Mai bis 2. Juni noch vier Testspiele. Ekici: „Da möchte ich gerne hin, und das nicht als Verletzter, sondern als Spieler.“ · kni

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