Werder vermeidet Euphorie nach 2:1 in Hoffenheim / Wiese: „Weiter Gas geben“

Ein Traumstart – aber dann der Tritt auf die Bremse

Bremen · Verhalten und Aussagen passten am Wochenende irgendwie nicht so recht zusammen bei den Profis von Werder Bremen. Nach dem 2:1 (1:1)-Auswärtssieg bei der TSG 1899 Hoffenheim hatten sie noch so ausgelassen gejubelt, als hätten sie gerade einen Titel gewonnen.

Doch in der Analyse waren sie am Samstagabend und auch gestern ziemlich zurückhaltend und total sachlich – trotz des dritten Siegs im vierten Spiel, trotz Platz drei in der Fußball-Bundesliga.

„Die Mannschaft hat das Potenzial, um oben mitzuspielen. Es kommt jetzt aber darauf an, konzentriert weiterzumachen“, mahnte Sportchef Klaus Allofs.

„Solche Erfolge geben zusätzlich Stärke, die Mannschaft geht einen guten Weg“, urteilte Trainer Thomas Schaaf gewohnt nüchtern. „Wir stehen ganz gut da und sind natürlich sehr glücklich darüber. Jetzt können wir beruhigt weiterarbeiten und noch sicherer werden“, ergänzte Kapitän Per Mertesacker. Und sogar Keeper Tim Wiese und Stürmer Marko Arnautovic, gerne mal für eine flotte Kampfansage zu haben, bremsten: „Im letzten Jahr ist so viel Scheiße passiert. Auch wenn wir jetzt drei Spiele gewonnen haben, müssen wir auf dem Boden bleiben und weiter Gas geben“, empfahl Wiese. „Wir brauchen nicht davon zu reden, ein Bayern-Verfolger zu sein – es sind doch erst vier Spiele gespielt“, meinte Arnautovic.

Werder in der Einzelkritik

Die Einzelkritik: Formkurve geht nach oben

Tim Wiese: Eine starke (3.) und eine überragende Parade (53.) gegen Obasi. Beim Gegentor ein bisschen unglücklich, ansonsten kaum geprüft. Note 2,5 © Nordphoto
Sokratis: Rechts hinten erneut sehr solide, vorne war der Grieche diesmal aber kaum zu sehen. Note 3,5 © Nordphoto
Per Mertesacker: Anfangs beim Hoffenheimer Offensivwirbel mit deutlichen Problemen, dann immer sicherer. Note 3,5 © Nordphoto
Andreas Wolf: Eindeutig stärker als gegen Freiburg, meistens Zweikampfsieger gegen Hoffenheims einzige Spitze Ryan Babel. Note 3 © Nordphoto
Lukas Schmitz: Gute Offensivaktionen (vor allem die starke Vorlage zum 1:1), aber in der Defensive verbesserungswürdig. Note 3 © Nordphoto
Philipp Bargfrede: Einigen Stockfehlern standen viele Balleroberungen gegenüber. Stopfte als „Sechser“ viele Löcher. Note 3 © Nordphoto
Clemens Fritz (bis 90.): Fleißig im rechten Mittelfeld, aber nicht so auffällig wie zuletzt. Note 3,5 © Nordphoto
Aaron Hunt: Viel Einsatz, einige gute Ideen. Die Formkurve zeigt weiter klar nach oben. Note 3 © Nordphoto
Marko Marin (74.): Gegen Freiburg noch mit drei Torvorlagen – diesmal zwar bemüht, aber als Spielmacher nicht effektiv. Zu wenig Esprit. Note 4 © Nordphoto
Marko Arnautovic (bis 74.): Wieder ein Tor (38.), suchte ständig Sturmpartner Pizarro – und fand ihn mehrfach. Half auch häufig hinten aus, sehr mannschaftsdienlich. Note 2,5 © Nordphoto
Claudio Pizarro: Lange Zeit gelang dem Torjäger so gut wie gar nichts. Die schöne Vorarbeit zum entscheidenden 2:1 verhalf ihm immerhin noch zur Note 4 © Nordphoto
Markus Rosenberg (ab 74.): Nur ein Mal richtig auffällig – als er das Bremer Siegtor erzielte (83.). Note - © Nordphoto
Mehmet Ekici (ab 74.): Wieder gute Ansätze, aber wieder nicht mehr. Note - © Nordphoto
Sebastian Prödl (ab 90.): ein taktischer Wechsel. Note - © Nordphoto

Der Österreicher war in Hoffenheim einer der besten Bremer gewesen und hatte sein Team nach dem Führungstor der anfangs extrem starken Gastgeber durch Roberto Firmino (37.) mit seinem 1:1 (38.) schnell wieder ins Spiel gebracht. Für Arnautovic war’s nach dem Treffer gegen Freiburg eine Woche zuvor das zweite Saisontor. „Das erwartet man doch von mir. Aber es muss noch mehr kommen, da ist noch Luft nach oben“, versprach der 22-Jährige, der erstmals von Beginn an neben Claudio Pizarro stürmen durfte: „Das war eine Belohnung vom Trainer – und ich denke, ich habe ihn nicht enttäuscht.“

Markus Rosenberg musste für Arnautovic auf die Bank – und fand das gar nicht lustig: „Ja, ich bin sauer. Ich hatte eine gute Vorbereitung und habe gute Spiele gemacht. Und wenn man dann raus muss, weil man zwei Mal nicht trifft, ist man verärgert.“

Der Schwede wandelte seine Wut allerdings in Energie um. Knapp zehn Minuten, nachdem er für Arnautovic („Ich war kaputt“) eingewechselt worden war, gelang ihm mit einem von Isaac Vorsah noch abgefälschten Volleyschuss das Bremer Siegtor (83.). Pizarro hatte sich gegen zwei Hoffenheimer behauptet und per Rechtsflanke die sehenswerte Vorarbeit geleistet. „Da hat man gesehen, dass ,Piza‘ auch wühlen kann“, grinste Mittelfeldmann Clemens Fritz und fügte mit Blick auf Matchwinner Rosenberg lobend an: „Dass er eine hervorragende Technik hat, hat er schon oft bewiesen – den hat er richtig gut getroffen.“

Dank des dritten Jokertors in dieser Saison hat sich Werder oben festgebissen, geht „mit einem guten Gefühl“ (Fritz) in die Länderspielpause und erwartet dann am 10. September (18.30 Uhr) mit richtig breiter Brust den Hamburger SV zum Nordderby. Mertesacker: „Da wollen wir wieder zeigen, dass wir schwer zu schlagen sind – das soll der HSV spüren.“ · mr

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