Werder-Sportchef Baumann erklärt die Rückholaktion

Baumann über Füllkrug: „Niclas wird topfit sein“

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Niclas Füllkrug wurde bei Werder Bremen 2012 zum Bundesliga-Profi, im Sommer kehrt er an die Weser zurück.

Bremen – Frank Baumann wusste, dass die Frage kommen wird. Schließlich hatte der SV Werder gerade die Verpflichtung von Niclas Füllkrug bekannt gegeben, der nach seinem dritten Knorpelschaden seit Mitte Dezember nicht mehr für Hannover 96 auflaufen konnte.

„Niclas wird topfit sein, wenn er zu uns kommt“, versprach Baumann im Gespräch mit der DeichStube und betonte: „Natürlich haben wir ihn untersucht. Es besteht kein Risiko, dass weitere Schäden folgen. Ganz ausschließen kann man das allerdings nie. Aber seine Knie sehen für einen 26-Jährigen sehr, sehr gut aus.“

Normalerweise äußert sich Baumann nicht so ausführlich zum Gesundheitszustand seiner Spieler. Aber im Fall Füllkrug, dem ersten Sommer-Transfer, erscheint es dem Sportchef durchaus notwendig, um die Skeptiker zu beruhigen. Immerhin zahlt Werder nach Informationen der DeichStube eine Ablösesumme von 6,3 Millionen Euro. 500.000 Euro können noch dazu kommen, wenn Werder mit Füllkrug besonders erfolgreich ist. Der Angreifer hat dem Vernehmen nach einen Dreijahres-Vertrag unterschrieben mit einer Option auf eine weitere Saison. So schlecht wird er in Bremen auch nicht verdienen, womit das finanzielle Gesamtpaket nicht gerade klein ist. Trotzdem spricht Baumann von „einer günstigen Gelegenheit“.

Niclas Füllkrug: Seine Karriere in Bildern

Niclas Füllkrug gibt im Alter von 18 Jahren in der Saison 2011/12 sein Profi-Debüt für Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen.
Niclas Füllkrug gibt im Alter von 18 Jahren in der Saison 2011/12 sein Profi-Debüt für Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen. © imago images / Ulmer
Sein erstes Bundesliga-Tor erzielt das Sturm-Talent gegen den FC Augsburg.
Sein erstes Bundesliga-Tor erzielt das Sturm-Talent gegen den FC Augsburg. © imago images / Contrast
In seiner zweiten Saison (2012/13) im Bremer Profi-Kader trifft Füllkrug nur ein einziges Mal.
In seiner zweiten Saison (2012/13) im Bremer Profi-Kader trifft Füllkrug nur ein einziges Mal. © imago images / DeFodi
Immer wieder wird Füllkrug von Verletzungen begleitet. Vor allem ein Knorpelschaden im Knie macht ihm zu schaffen, weshalb er 2012/13 die zweite Saisonhälfte komplett verpasst.
Immer wieder wird Füllkrug von Verletzungen begleitet. Vor allem ein Knorpelschaden im Knie macht ihm zu schaffen, weshalb er 2012/13 die zweite Saisonhälfte komplett verpasst. © imago images / Ulmer
Für mehr Spielpraxis wird Füllkrug in der Saison 2013/14 an Greuther Fürth in die Zweite Liga ausgeliehen. Dort gelingt ihm ein echtes Kunststück...
Für mehr Spielpraxis wird Füllkrug in der Saison 2013/14 an Greuther Fürth in die Zweite Liga ausgeliehen. Dort gelingt ihm ein echtes Kunststück... © imago images / Zink
... Füllkrug erzielt vier Tore in einem Spiel gegen Erzgebirge Aue.
... Füllkrug erzielt vier Tore in einem Spiel gegen Erzgebirge Aue. © imago images / Picture Point
In der Saison 2014/15 geht es dann aber nicht zurück nach Bremen. Füllkrug wechselt zum 1. FC Nürnberg.
In der Saison 2014/15 geht es dann aber nicht zurück nach Bremen. Füllkrug wechselt zum 1. FC Nürnberg. © imago images / Zink
Und wieder hat der Stürmer in der zweiten Saison-Hälfte mit einem Knorpelschaden zu kämpfen.
Und wieder hat der Stürmer in der zweiten Saison-Hälfte mit einem Knorpelschaden zu kämpfen. © imago images / Revierfoto
Obwohl er zu Beginn der Spielzeit 2015/16 nur auf der Bank sitzt…
Obwohl er zu Beginn der Spielzeit 2015/16 nur auf der Bank sitzt… © imago images / Zink
… läuft seine zweite Saison beim Club wesentlich besser für ihn: Er erzielt 14 Saison-Tore in der Zweiten Liga.
… läuft seine zweite Saison beim Club wesentlich besser für ihn: Er erzielt 14 Saison-Tore in der Zweiten Liga. © imago images / Zink
In Nürnberg lernt er Kevin Möhwald kennen, der später wieder sein Teamkollege bei Werder Bremen wird.
In Nürnberg lernt er Kevin Möhwald kennen, der später wieder sein Teamkollege bei Werder Bremen wird. © imago images / Zink
Die Super-Saison bleibt nicht unbemerkt: Hannover 96 verpflichtet Füllkrug, der so in seine Geburtsstadt zurückkehrt. Dort spielt er auch mit dem jetzigen Bremer Martin Harnik zusammen und steigt am Ende der ersten Saison in die Bundesliga auf.
Die Super-Saison bleibt nicht unbemerkt: Hannover 96 verpflichtet Füllkrug, der so in seine Geburtsstadt zurückkehrt. Dort spielt er auch mit dem jetzigen Bremer Martin Harnik zusammen und steigt am Ende der ersten Saison in die Bundesliga auf. © imago images / localpic
In seiner zweiten Saison bei Hannover zahlt Füllkrug das Vertrauen der Niedersachsen zurück, 14 Tore stehen am Ende der Bundesliga-Spielzeit 2017/18 auf seinem Konto.
In seiner zweiten Saison bei Hannover zahlt Füllkrug das Vertrauen der Niedersachsen zurück, 14 Tore stehen am Ende der Bundesliga-Spielzeit 2017/18 auf seinem Konto. © imago images / Joachim Sielski
Persönliches Highlight: Ein Dreierpack gegen Mainz 05, Hannover gewinnt 3:2.
Persönliches Highlight: Ein Dreierpack gegen Mainz 05, Hannover gewinnt 3:2. © imago images / Joachim Sielski
Auch in seinem dritten Jahr bei Hannover 96 gehört Füllkrug zum Stammpersonal, bis…
Auch in seinem dritten Jahr bei Hannover 96 gehört Füllkrug zum Stammpersonal, bis… © imago images / MIS
… ihn ein dritter Knorpelschaden im Dezember 2018 aus der Bahn wirft.
… ihn ein dritter Knorpelschaden im Dezember 2018 aus der Bahn wirft. © imago images / Joachim Sielski
Füllkrug arbeitet an seinem Comeback, das ihm noch am Ende der Saison 2018/2019 gelingt. Im Sommer wechselt er dann zurück zu Werder Bremen.
Füllkrug arbeitet an seinem Comeback, das ihm noch am Ende der Saison 2018/2019 gelingt. Im Sommer wechselt er dann zurück zu Werder Bremen. © imago images / Joachim Sielski
Niclas Füllkrug wird am 30. Juni 2019 im Weserstadion als Neuzugang von Werder Bremen vorgestellt. Der 26-Jährige kostet 6,5 Millionen Euro Ablöse.
Niclas Füllkrug wird am 30. Juni 2019 im Weserstadion als Neuzugang von Werder Bremen vorgestellt. Der 26-Jährige kostet 6,5 Millionen Euro Ablöse. © gumzmedia

Vor einem Jahr wäre Füllkrug nach seinen 14 Saisontoren noch unbezahlbar für Werder gewesen. Damals bot Borussia Mönchengladbach 18 Millionen Euro für den Angreifer, blitzte aber bei 96-Boss Martin Kind ab. Der gönnte dem Hannoveraner lieber eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2022 – und verzockte sich schließlich. Denn nach der schweren Knieverletzung des Torjägers Mitte Dezember und dadurch nur zwei Treffern in 13 Spielen ist der Marktwert von Füllkrug eingebrochen.

Die vertraglich festgeschriebene Ablösesumme von zwölf Millionen Euro war absolut utopisch, selbst die von 96 gewünschten acht Millionen Euro ließen sich nicht realisieren. Baumann drückte den Preis und profitierte dabei auch davon, dass Hannover nach dem fast sicheren Abstieg in die Zweite Liga dringend Geld benötigt, um die Lizenz zu bekommen.

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Kohfeldt und Füllkrug kennen sich schon lange

Schon länger ist Werder an Füllkrug dran. Dabei kommt den Bremern auch das gute Verhältnis zwischen Chefcoach Florian Kohfeldt und Füllkrug zugute. „Ich kenne Niclas bereits seit der Jugend und weiß um seine Qualitäten vor dem Tor. Er ist ein sehr kopfballstarker Angreifer, der vor allem im Strafraum seine Stärken ausspielen kann“, berichtete Kohfeldt.

2006 war Füllkrug von den Sportfreunden Ricklingen an die Weser gewechselt. 2012 feierte er unter Trainer Thomas Schaaf sein Bundesliga-Debüt, erzielte in 23 Spielen zwei Tore. Im Bremer Starensemble konnte sich der junge Stürmer mit der Zahnlücke, weswegen er nur „Lücke“ genannt wird, nicht durchsetzen. 2013 wurde er an Zweitligist Greuther Fürth ausgeliehen, 2014 an den 1. FC Nürnberg verkauft.

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2016 hätte ihn Werder dank einer Rückkaufoption für eine geschätzte Ablösesumme von 1,8 Millionen Euro zurückholen können, verzichtete aber. „Es passte damals einfach nicht“, sagte Baumann: „Es war eine turbulente Zeit.“ Er hatte gerade erst von Thomas Eichin den Posten des Sportchefs übernommen. „Wir haben in unserem Kader andere Prioritäten gesetzt“, meinte Baumann und verwies auf die späteren Verpflichtungen von Max Kruse und Serge Gnabry. Füllkrug wechselte zu Hannover 96, startete dort durch – und wird nun doch wieder Bremer.

„Ich bin mega glücklich. Endlich hat sich eine Konstellation ergeben, dass mit Werder alles passt. Ich freue mich riesig, zurückzukehren und bald wieder im Weserstadion aufzulaufen“, schwärmte Füllkrug in einem Interview auf der Vereinshomepage und verriet: „Ich muss sagen, dass Florian Kohfeldt ein Grund war, dass ich unbedingt hierher wollte. Es ist schon verrückt, dass er mein U14-Trainer war und wir uns zwölf Jahre später in der Bundesliga wiedertreffen.“ Füllkrug kommt aber nicht als das Talent zurück, sondern stellte zufrieden fest: „Persönlich bin ich erwachsener geworden. Ich bekomme im August ein Kind und freue mich auf meine kleine Familie. Ich glaube, ich bin gereift.“

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Füllkrug-Transfer ohne Einfluss auf Pizarro-Zukunft

Und darauf setzt auch Baumann: „Niclas hat jetzt die nötige Erfahrung, verhält sich als Stürmer ganz anders unter Druck.“ So einen Typen Mittelstürmer habe man dringend gesucht. „Diese Dynamik, dieser Zug zum Tor, diese Präsenz im Kopfballspiel können wir gut gebrauchen.“

Auf die Zukunft von Claudio Pizarro bei Werder soll die Verpflichtung von Füllkrug keinen Einfluss haben, betonte Baumann. Obwohl es im Angriff ganz schön eng wird. Für Aron Johannsson dürfte die Werder-Zeit dagegen mit Auslaufen seines Vertrags im Sommer enden. Er war vor vier Jahren als verletzungsanfälliger Spieler an die Weser gewechselt – und galt damit als Risikotransfer. Einen Vergleich mit Füllkrug lehnte Baumann nun kategorisch ab. „Das ist für beide Spieler nicht fair“, sagte der Sportchef: „Wir sind fest davon überzeugt, dass die besten Jahre von Niclas jetzt bei uns kommen werden.“

Quelle: DeichStube

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