Transfer denkbar, aber nicht in diesem Sommer / Agentur sorgt mit Wucherpreisen für leere Stadien bei den Spielen

Werder schaut jetzt bei den Chinesen genauer hin

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Werder-Chef Klaus Filbry will den chinesischen Spielermarkt nun noch genauer im Auge behalten.

Peking - Was nimmt Werder aus China mit? Auf jeden Fall keinen Spieler. Doch Clubchef Klaus Filbry kündigte immerhin an, den chinesischen Spielermarkt nun mehr im Auge zu haben. Es hätte Kontakt zu mehreren Beratern gegeben – nun müsse man schauen, was sich daraus entwickelt. So ist es auch mit möglichen Sponsoren. Kontakte ja, Abschlüsse nein. Nun muss nachgearbeitet werden. Immerhin steht die Einnahme von knapp 500000 Euro fest.

„Wir sind alle sehr zufrieden. Es war eine gute Gelegenheit, Werder und die Bundesliga zu präsentieren. Wir hatten zwei gute Spiele und haben beide gewonnen. Die Mannschaft hat sich unter klimatisch äußerst schwierigen Bedingungen wirklich sehr gut geschlagen“, lautete das positive China-Fazit von Filbry. Aber der Werder-Boss übte auch Kritik: „Wir sind etwas traurig, dass bei unseren Spielen nicht so viele Zuschauer wie prognostiziert waren.“ Zu den Partien in Changchun und Tianjin hatten sich jeweils nur 3500 Zuschauer verirrt. Das sah in den großen Arenen schon ziemlich trostlos aus. Filbry macht dafür die hohen Eintrittspreise verantwortlich, die weit über denen für Spiele der chinesischen Super-Liga lagen: „Da hat sich der Veranstalter aus dem Markt gepreist.“

Der chinesische Mischkonzern Celestial, der vornehmlich Boxkämpfe veranstaltet, hatte sich erstmals auf die Fußball-Bühne gewagt, die Clubs bezahlt und sich durch die teuren Tickets einen „lukrativen Return“ versprochen, wie Nicholas MacGowan von Holstein von der Agentur Match IQ erklärte. Das Hamburger Unternehmen hatte die Organisation der Reise übernommen – und Celestial gewarnt, wie MacGowan berichtete: „Leider hat man nicht auf uns gehört.“

Aber auch sonst war das Interesse an Werder nicht ausufernd. 25 Fans zur Begrüßung am Flughafen von Changchun, etwa 40 in Tianjin. Beides übrigens Millionen-Städte. In den Hotels und beim Training schauten auch einige Fans vorbei, aber von großer Begeisterung kann nicht die Rede sein. Da muss Werder schon gewaltig nachlegen, um seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen.

„Es wäre schön, wenn wir in den nächsten drei Jahren mal wieder hier aufschlagen könnten“, meinte Filbry, der für die nahe Zukunft allerdings erst einmal andere Ziele im Blick hat: Indonesien, USA und Südafrika. Aber ganz sicher nicht im Winter. dann sei die Vorbereitung zu kurz – und das Sportliche habe stets Priorität. Denkbar sei eine weitere Tour nach der Saison. Diskutiert wird darüber aber erst Anfang des Jahres. Jetzt gilt die volle Konzentration der neuen Saison – und ein bisschen noch der China-Nacharbeit.

Kontakte sollen vertieft werden. Möglicherweise auch zu Beratern. „Es wurden uns einige interessante Spieler angeboten“, so Filbry. Das Problem: Den Profis vor Ort geht es richtig gut. Einen finanziellen Grund, den Sprung nach Deutschland in eine völlig andere Kultur zu wagen, gibt es für die Chinesen eigentlich nicht. Siehe das Beispiel Chengdong Zhang. Der hatte sein Glück vor zwei Jahren bei Eintracht Braunschweig versucht. Dort fuhr er Golf, am Sonntagabend parkte sein goldfarbener Audi RS8 vor dem Arbeiterstadion in Peking, wo Werder zum Essen eingeladen war und Zhang inzwischen spielt. Einigen Chinesen geht es richtig gut – auch das nimmt man von der Reise mit.

kni

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