Neuzugang Cedric Makiadi

Des Trainers Liebling?

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Über Trainer Robin Dutt sagt Cedric Makiadi (Bild), er sei rigoros, „aber er war in Freiburg kein Diktator“. ·

Werder-Bremen - Cedric Makiadi wirkt tiefenentspannt. Dabei ist es ein wahrer Interview-Marathon, den der neue Werder-Stratege im Mannschaftshotel des SV Werder in Zell am Ziller absolvieren muss. Doch der Neuzugang aus Freiburg, der eine festgeschriebene Ablöse von drei Millionen Euro gekostet hat und seit Sonntag bei der Mannschaft ist, geht damit höchst professionell um.

 „Cedric ist kein Lautsprecher“, sagt Werder-Coach Robin Dutt über den Mann, den er einst schon zum SC Freiburg geholt hatte: „Aber das, was er sagt, hat Hand und Fuß.“ Die Bestätigung gibt es im Gespräch mit dem 29-jährigen Mittelfeldspieler.

Herr Makiadi, wie oft sind Sie in Ihren ersten beiden Tagen bei Werder nach Robin Dutt gefragt worden?

Cedric Makiadi:Von meinen Teamkollegen eher seltener, mehr von den Journalisten.

Und – wie ist Robin Dutt?

Makiadi:Er ist jemand, der auf dem Spielfeld viel Wert auf Disziplin legt. Er gibt eine Marschroute vor, und an die sollten sich die Spieler halten. Wenn man das macht, kommt man mit ihm ganz gut zurecht.

Sie haben das in der Vergangenheit beim SC Freiburg offenbar ordentlich hinbekommen, Robin Dutt bezeichnet Sie als wichtigen Eckpfeiler. Wie gut tut das?

Makiadi:Das ist für das Selbstvertrauen supergut. Das sind aber alles nur Worte, am Ende zählt die Leistung auf dem Platz. Wenn die nicht stimmt, dann kann dich ein Trainer nicht jedes Mal aufstellen.

Robin Dutt hat Sie in Freiburg vom Stürmer zum Strategen im defensiven Mittelfeld gemacht – wie war das damals?

Makiadi:Ich wollte das erst gar nicht. Ich war nicht so begeistert. Wir haben damals viele Gespräche geführt. Er wollte mich überzeugen, ich ihn. Als Stürmer bist du einfach nicht so der Stratege, du willst Tore schießen. Dich interessiert nicht so sehr, was hinten passiert. Als zentraler Spieler sieht man das Spiel mit ganz anderen Augen, schaut nach hinten und nach vorne. Irgendwann habe ich Dutts Idee akzeptiert – und das war gut so.

Sportchef Thomas Eichin wollte Sie unbedingt als erfahrenen Spieler haben und bezeichnet Sie als mögliches Zünglein an der Waage, um mit der jungen Mannschaft wieder nach oben zu kommen. Spüren Sie den Druck, dass Werders Zukunft von Ihnen abhängt?

Makiadi:Druck spüre ich nicht. Ich habe eher die Freude, dem Verein helfen zu können. Das gibt mir eine Zusatzmotivation.

Ist die Mannschaft stark genug, um nach oben zu kommen?

Makiadi:Ich denke schon. Bremen ist von den Einzelspielern her sehr gut aufgestellt. Aber letzte Saison hat man einfach zu viele Gegentore kassiert. Daran gilt es zu arbeiten. Ich denke da an unser Erfolgsgeheimnis in Freiburg: Wir haben alle gemeinsam verteidigt. Wir hatten nicht die besten Einzelspieler in der Bundesliga, aber wir haben als Mannschaft funktioniert. Da gewinnst du auch einige knappe Spiele. Das müssen wir auch mit Bremen hinbekommen, wir müssen einfach als Mannschaft funktionieren.

Das wollen alle Bundesligisten. Warum hat es in Freiburg geklappt?

Makiadi:Weil die Offensivspieler gewusst haben, dass sie nach hinten umschalten müssen. Auch wenn es für sie nicht einfach ist. Sie haben eigentlich keine große Lust, nach hinten zu arbeiten. In Freiburg haben wir sie überzeugt. Robin Dutt ist ein Trainer, der das von seinen Spielern verlangen wird. Also werden wir das machen. Ansonsten sind ja auch noch andere Spieler im Kader, auf die der Trainer dann setzen wird.

Da ist Robin Dutt rigoros?

Makiadi:Na klar! Wie schon gesagt: Er hat seine Marschroute. Wenn du da nicht mitmachst, egal, welcher Spieler du bist, welchen Namen, welche Erfahrung du hast – Robin Dutt zieht seine Linie durch und lässt andere spielen. Aber er war jetzt auch kein Diktator in Freiburg.

Wegen Ihrer Vergangenheit gelten Sie als des Trainers Liebling. Wie wirkt sich das auf den Umgang mit den neuen Kollegen aus?

Makiadi:Was heißt Trainers Liebling? Robin Dutt hat mich geholt, weil er eine gewisse Qualität in mir sieht. Die Leistung muss stimmen. Wenn nicht, sehen die anderen Jungs das doch auch, und dann kann dich der Trainer nicht mehr spielen lassen.

Welche Rolle wollen Sie auf dem Platz übernehmen?

Makiadi:Ich möchte der Mannschaft im zentralen defensiven Mittelfeld helfen. Ich muss bei Ballverlust die Lücken schließen und bei Ballgewinn nach vorne umschalten. Das ist ein sehr laufintensives Spiel. Das kenne ich aus Freiburg. Das macht mir Spaß. Vor einem Spiel sage ich mir immer: Ich will besser sein als der Sechser auf der anderen Seite. Dafür tue ich einfach alles. Das hat in Freiburg ganz gut funktioniert.

Haben Sie als erfahrener Profi automatisch einen Führungsanspruch im jungen Bremer Team?

Makiadi:Ich werde versuchen, Tipps zu geben – wenn es gewünscht ist.

Sie haben mit Ihrem Wechsel auf die Belohnung Europa League in Freiburg verzichtet – wie schwer ist Ihnen das gefallen?

Makiadi:Das tut schon ein bisschen weh. Aber das ist Vergangenheit. Ich bin 29 Jahre alt, habe in Bremen eine neue Herausforderung gesehen. Jetzt freue ich mich, hier zu sein.

Wann holen Sie Ihre Belohnung Europa League nach?

Makiadi: Ich hoffe in den drei Jahren, für die ich hier unterschrieben habe.

Bleiben Sie dann auch?

Makiadi:Das wird man sehen (lacht). · kni

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