Skripnik steht zur Diskussion

Baumann und die Trainerfrage: Alles ist möglich

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Zwei, um die es jetzt geht bei Werder Bremen. Morgen wird geklärt sein, ob und wenn ja in welcher Funktion Florian Kohfeldt (li.) und Viktor Skripnik künftig für den Verein arbeiten.

Bremen - Von Björn Knips und Carsten Sander. Heute Vormittag wird es offiziell, Frank Baumann bezieht im Weserstadion das Büro „Geschäftsführer Sport“ des SV Werder. Doch der Nachfolger des entlassenen Thomas Eichin ist längst für seine Bremer im Einsatz. Werders Ehrenspielführer hat das Wochenende genutzt, um sich vor allem dem Thema Trainer zu widmen.

Darf Viktor Skripnik weitermachen? Eine konkrete Antwort gibt es frühestens morgen auf einer Pressekonferenz. Dafür kursieren bereits viele Gerüchte. Die reichen bis hin zu der Möglichkeit, dass Co-Trainer Florian Kohfeldt zum Chefcoach aufsteigt. Eine externe Lösung gilt als unwahrscheinlich.

Eine Kohfeldt-Beförderung wäre wahrlich der nächste unerwartete Werder-Knall. Schon die Trennung von Eichin hatte am vergangenen Donnerstag ein kleines Beben verursacht. Der Ex-Sportchef war über die Personalie Skripnik gestolpert, hätte den Trainer gerne ausgetauscht. Doch der Aufsichtsrat mit Marco Bode an der Spitze feuerte lieber Eichin, stellte dafür Frank Baumann ein und sich damit auch klar hinter Skripnik – dachte man. Doch Baumann hat völlig freie Hand, was den Trainer betrifft. Der 40-Jährige soll sich selbst ein Bild machen und dann entscheiden.

Skripnik ist intern alles andere als unumstritten – trotz des Klassenerhalts. Es geht zum Beispiel um die Zusammenarbeit mit der Mannschaft, dem Nachwuchsleistungszentrum und den Medien. Nichts davon läuft optimal. Baumann könnte als Vermittler auftreten. Möglicherweise nimmt Skripnik von seinem ehemaligen Mitspieler eher Ratschläge an als von Eichin. Die Chemie zwischen dem Ukrainer und dem Ex-Sportchef stimmte einfach nicht. Das dürfte bei Skripnik und Baumann als gemeinsame Double-Sieger von 2004 nun anders sein. Und das ist für Viktor Skripnik auch die große Chance, seinen Job doch noch zu behalten.

Taktikfuchs Kohfeldt

Doch was, wenn nicht? Ein Baumann-Ansatz könnte sein, Kohfeldt mehr Verantwortung zu geben. Der 33-Jährige genießt im Verein wegen seiner offenen Art und vor allem seiner fachlichen Kompetenz ein hohes Ansehen. Der gebürtige Siegener hat vor einem Jahr den Lehrgang zum DFB-Fußball-Lehrer als Jahrgangsbester abgeschlossen. Er gilt als Taktikexperte. Der ehemalige Torwart, der es als Aktiver allerdings nur bis in die Bremen-Liga geschafft hatte, ist schon seit 2001 bei Werder und trainierte dort seit 2006 diverse Jugendmannschaften. Dabei lernte er Skripnik kennen, der ihn erst zu seinem Co-Trainer bei der U 23 machte und ihn dann auch mit zu den Profis nahm.

Den „Co“ nun zum Chef zu machen, wäre sicher eine echte Überraschung, weil Kohfeldt keinen großen Namen hat und auch kein Ex-Profi ist. Doch intern wird er eben immer wieder in den höchsten Tönen gelobt und sticht offenbar sogar eine Legende wie Torsten Frings aus. Eichin hat Kohfeldt mal als das größte „Trainertalent“ bei Werder bezeichnet und ihm eine Karriere als Bundesliga-Coach prophezeit. Doch ist die Zeit dafür wirklich schon reif?

Eine Frage, die sich Frank Baumann als neuer Sportchef möglicherweise auch stellt. Davor steht allerdings noch die Entscheidung, wie mit Viktor Skripnik verfahren werden soll. Die erwartbare Lösung ist sicherlich, an dem Ukrainer festzuhalten, ihm den Rücken zu stärken und auf Erfolg in der neuen Saison zu hoffen. Mit einer Entscheidung gegen den ehemaligen Mitspieler würde Baumann indes Unabhängigkeit beweisen, die Kritik am Werder-Klüngel mit einem Mal wegwischen und zugleich das eigene Profil als Geschäftsführer schärfen. Doch einem Frank Baumann war seine öffentliche Wirkung schon immer ziemlich egal, sie wird deshalb auf seine Entscheidung kaum einen Einfluss haben.

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