„Hilfsmittel sollten aber mit großer Sorgfalt ausgewählt werden“

Trainer Schaaf für die Torkamera

Hilfsmittel im Fußball – darüber hat Werder-Coach Thomas Schaaf mit seinen europäischen Kollegen diskutiert.

Bremen (flü) · In der Länderspielpause darf der Chef schon mal fehlen. Doch Thomas Schaaf hatte für zwei Tage keineswegs daheim die Füße hochgelegt. Werder Bremens Trainer nahm im schweizerischen Nyon am Elitetrainer-Forum der UEFA teil, um sich mit Kollegen aus ganz Europa über die neuesten Entwicklungen im Spitzenfußball auszutauschen.

Ein viel diskutiertes Thema war nach den zum Teil krassen Fehlentscheidungen bei der WM in Südafrika der Einsatz von technischen Hilfsmitteln sowie der Torschiedsrichter. „Alle Trainer waren sich einig, dass es möglichst wenig Veränderungen geben und der Fußball auch weiterhin von menschlichen Entscheidungen abhängen sollte“, erklärte Schaaf: „Wenn man zu Hilfsmitteln greift, sollten sie mit großer Sorgfalt ausgewählt werden. Es ist nicht gut, alles zu kontrollieren, nur weil es technisch möglich ist.“

Die Torkamera hält Schaaf indes „für sinnvoll. Wenn es strittig ist, ob der Ball nun hinter der Linie war, würde uns das sicherlich weiterhelfen.“

Zudem unterstützt auch Schaaf das derzeit laufende Versuchsprojekt mit den zwei zusätzlichen Torschiedsrichtern, auch wenn er aus eigener Erfahrung festgestellt hat, „dass Torrichter nicht immer eine absolute Verbesserung darstellten. Wir werden weiterhin nicht alles aufklären können.“ Immerhin, so Schaaf, „bleibt es dadurch bei Tatsachenentscheidungen, und es ist wichtig, dass der Fußball auch weiterhin diskutabel bleibt und nicht alles von Technik und Wissenschaft regiert wird.“

Insgesamt hält der 49-Jährige das Trainerforum, das jährlich von der UEFA veranstaltet wird, für „eine tolle Sache. Das ist eine sehr gute Tagung“, sagte Schaaf. Das Forum sei durch Andy Roxburgh, den Technischen Direktor der UEFA, „super organisiert und inhaltlich sehr gut vorbereitet“ gewesen. Man habe die Gelegenheit, „gewisse Dinge fachlich aufzuarbeiten und intensiver darüber nachzudenken“, berichtete Schaaf.

Dabei herrsche eine sehr gute Atmosphäre, in der sich die Trainer auch mal bei einem Plausch am Rande der Tagung austauschen können. „Man bekommt zudem einen besseren Eindruck davon, wie es in den anderen Ländern abläuft“, sagte Schaaf, der in Nyon unter anderen mit Jose Mourinho (Real Madrid), Carlo Ancelotti (FC Chelsea), Didier Deschamps (Olympique Marseille), Sir Alex Ferguson (Manchester United), Josep Guardiola (FC Barcelona) und auch Felix Magath (Schalke 04) zusammentraf.

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