Werder im freien Fall – 1:5

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Bremen - von Björn Knips. Als die Fragen Richtung Robin Dutt gingen, kürzte Werder-Sportchef Thomas Eichin gestern Abend diesen Teil des Gesprächs mit den Journalisten barsch ab: „Ich beantworte keine Fragen zu Robin Dutt. Der Trainer steht hier nicht zur Diskussion!“

Anderseits gestand Eichin auch: „Die Situation ist gefährlich.“ Und wie gefährlich! Dem desaströsen 1:3 vor einer Woche in Augsburg folgte gestern die nächste Tracht Prügel: Borussia Dortmund fegte die Bremer mit 5:1 (2:0) aus dem Weserstadion. Werder ist im freien Fall, rückte den Abstiegsrängen als nun 13. wieder einen Platz näher. Wie soll dieser Trend nur gestoppt werden?

Dutt klammerte sich an Zahlen, verwies darauf, dass seine Mannschaft 54 Prozent der Zweikämpfe gewonnen hatte. Das Problem, wie er es selbst benannte: „Wenn Dortmund den Ball gewinnt, geht die Post ab, bei uns nicht.“ Und genau so gingen die Gäste nach einer durchaus ausgeglichenen ersten halben Stunde in Führung. Marcel Schmelzer hatte Eljero Elia durch perfektes Gegenpressing an der Eckfahne den Ball abgejagt und sofort zu Robert Lewandowski weitergegeben. Der Pole zog zum Tor und zwirbelte die Kugel ins Eck – 1:0 (26.). Ein Super-Treffer!

Werder antwortete überraschend mit zwei Chancen. Doch Sebastian Prödl köpfte den Ball über das Tor (31.), Franco Di Santo die Kugel direkt in die Arme von BVB-Keeper Roman Weidenfeller (33.). Bemerkenswert dabei: Neuzugang Ludovic Obraniak hatte beide Szenen vorbereitet, erst mit einer Ecke, dann mit einer maßgeschneiderten Flanke. Der erst kurz vor Transferschluss Ende Januar verpflichtete Franzose war ebenso neu in die Mannschaft gerückt wie auch Philipp Bargfrede, Assani Lukimya und Di Santo. Dafür hatte Dutt Felix Kroos und Nils Petersen sowie sogar seinen Lieblingsspieler Cedric Makiadi auf die Bank gesetzt.

Spielerisch brachte das nichts. Immerhin stimmte die Wettkampfmentalität, die Dutt in Augsburg so sehr vermisst hatte. Doch Einsatz alleine reichte gegen diese Dortmunder gestern nicht aus. Im entscheidenden Moment bekam Werder mal wieder keinen Zugriff. So dribbelte Henrikh Mkhitaryan ungestört von Bargfrede, Lukimya, Prödl und Luca Caldirola die 16er-Linie entlang, um dann mit einem Klasseschuss das 2:0 zu erzielen (41.).

Die Partie war damit bereits entschieden. Und wer in der Pause anderes geglaubt hatte, wurde sofort eines Besseren belehrt. Ecke Nuri Sahin, Bargfrede verlängert unglücklich mit dem Kopf, langes Bein Manuel Friedrich – 0:3 (48.).

Ein Desaster drohte – und es kam auch. Marco Reus bediente per Hacke Mkhitaryan, der mit einem Zauberball dem bemitleidenswerten Werder-Keeper Raphael Wolf das Nachsehen gab (62.). Die neue Nummer eins war auch machtlos, als ihn der durchgebrochene Lewandowski stehen ließ und mit einem Beinschuss den auf die Torlinie zurückgeeilten Prödl narrte – 0:5 (85.). Da wurden Erinnerungen an das 0:7 vor einigen Wochen gegen den FC Bayern wach. Doch das Bremer Publikum im mit 42 100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion ist unglaublich leidensfähig. Pfiffe gab es nur wenige – und sogar noch großen Jubel beim Ehrentreffer (89.). Es war allerdings auch ein ganz besonderes Tor. Denn der eingewechselte Levent Aycicek traf gleich in seinem ersten Bundesliga-Spiel. Der 19-Jährige war damit ein echter Lichtblick, wie auch Martin Kobylanski, der ab der 55. Minute viel besser spielte als sein „Vorgänger“ Elia.

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Werder Bremen - Borussia Dortmund

Ansonsten sieht es bei Werder ziemlich düster aus. BVB-Coach Jürgen Klopp machte den Verlierern zwar Mut, indem er behauptete: „Wir waren heute unschlagbar.“ Doch davon sollte sich Werder nicht blenden lassen. Schließlich hatten es Augsburg und Braunschweig an den ersten beiden Rückrunden-Spieltagen vorgemacht, dass Dortmund momentan keine Übermannschaft ist. Augsburg holte ein 2:2, Braunschweig verlor knapp 1:2. Werder dagegen ging unter. Trotzdem hoben Spieler wie Trainer hervor, dass es besser als vergangene Woche in Augsburg war. „Ich habe heute eine Mannschaft mit Charakter gesehen und viele Dinge entdeckt, die uns besser gelungen sind“, betonte Dutt und versprach im Abstiegskampf: „Am Ende werden wir die Glücklichen sein.“ Aktuell ist das schwer zu glauben.

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