Per Mertesacker wurde im Pokalfinale zur tragischen Figur - zwei Tore gingen auf seine Kappe

Die Tragik des Augenblicks

Werder-Bremen - BERLIN · Die Bremer Spieler wussten, zu wem sie nach dem Abpfiff als erstes gehen mussten, wer den aufmunternden Klaps wohl am nötigsten von ihnen hatte: Per Mertesacker.

Der Abwehrchef trottete mit gesenktem Kopf in Richtung Bank, es hätte sein Abend werden sollen, so hatte er es sich gewünscht. Denn insgeheim schuldete ihm der Fußballgott doch noch etwas. Und zwar eine Menge. Verletzt war Mertesacker vor einem Jahr gewesen, der damals noch für Hamburg aktive Ivica Olic hatte ihm die Bänder durchgetreten. Mertesacker musste das Europa-League-Finale in Istanbul und das Pokalendspiel gegen Leverkusen als Zuschauer mitansehen. Ein mieses Gefühl. Das sollte doch bitteschön dieses Mal anders sein, wenn es gegen die Münchner Bayern geht. In seinem ersten Finale. Doch der Abend wurde ein Desaster für Werder, ein persönliches für Per Mertesacker.

Er selbst sah es so: „Es war unglücklich für mich, für uns.“ Gemeint war die erste Szene mit dem blonden Hünen in der Hauptrolle. In der 34. Minute, als Olic ihm den Ball aus kurzer Entfernung an die Hand schoss. Wieder einmal Olic, der sich so gerne an den Bremern rächen wollte. „Von mir war keine aktive Bewegung zum Ball da, ich wollte ihn ganz sicher nicht absichtlich abblocken. Es ging alles so schnell“, sagte Mertesacker. Sein Sportdirektor Klaus Allofs sprang ihm bei: „Das kann aus dieser Situation heraus kein absichtliches Handspiel gewesen sein.“ Die Diskussion war so müßig wie unwürdig, zumal die TV-Bilder die Armbewegung

▪ „Es bleibt ein

▪ guter Abschluss“

Mertesackers deutlich belegten - es folgte der Handelfmeter für Bayern, den Arjen Robben eiskalt versenkte.

Es sollte aber noch schlimmer kommen für Mertesacker, für Werder auch. Ein wenig hatten sie Morgenluft geschnuppert nach Wiederanpfiff, Hugo Almeida sorgte für mächtig Wirbel im Bayern-Strafraum. Dennoch kamen sie zu einer Ecke, Mertesacker köpfte den Ball unglücklich zu Daniel van Buyten. Der lenkte ihn weiter zu Olic, 0:2. „Da war alles für uns gelaufen“, sagte Allofs später. Er sollte Recht behalten. „Man hat von Anfang an den Druck der Bayern gespürt. Wir haben fast gar nicht zu unserem Spiel gefunden. Das war bitter“, bilanzierte Mertesacker.

Besonders bitter für ihn selbst, wieder blieb das Glücksgefühl für den Innenverteidiger aus. Nach einer Saison, in der er oft der große Rückhalt der Bremer Abwehr war, blieb nun wieder ein schaler Beigeschmack.

„Es bleibt ein guter Saisonabschluss, nur das i-Tüpfelchen fehlt“, betonte jedoch Mertesacker und machte sich damit vielleicht ein bisschen selbst Mut. Schließlich kann er negative Gedanken so kurz vor der WM wirklich nicht gebrauchen. Und auch keine Spekulationen um seine Zukunft, die er aber selbst immer mal wieder anstößt. „Ich plane nur bis zum Pokalfinale“, hatte er zuvor angekündigt. Und dass ihn das Ausland reizen würde, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch dass er bei Werder keine Ikone à la Dieter Eilts werden will. Der Vertrag läuft bis 2012, die Zukunft ist dennoch offen. Sicher ist in diesen Tagen daher nur, dass er keine tragische Figur mehr sein will.

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