Trabzonspor lockt, Eichin blockiert

Unmoralisches Angebot für Junuzovic

Trabzonspor lockt ihn mit viel Geld, aber Zlatko Junuzovic muss bei Werder Bremen bleiben.
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Trabzonspor lockt ihn mit viel Geld, aber Zlatko Junuzovic muss bei Werder Bremen bleiben.

Bremen - Für Zlatko Junuzovic ist es, als ob ihm jemand einen Sack voller Geld vor die Tür gestellt hätte. Er könnte zugreifen. Wenn Werder Bremen nicht den Schlüssel im Schloss umdrehen würde. Hände weg, Tür zu, dringeblieben. Nichts wird’s mit dem großen Geldsegen. Jedenfalls vorerst nicht.

Der türkische Traditions-club Trabzonspor hat Junuzovic ein unmoralisches Angebot unterbreitet, will den österreichischen Nationalspieler noch in dieser Transferperiode (endet am Montag) verpflichten. Doch Werder lässt seinen Besten nicht mitten im Abstiegskampf ziehen. „Zlatko bekommt keine Freigabe“, erklärte Geschäftsführer Thomas Eichin gestern: „Wir brauchen ihn für die Rückrunde. Außerdem wollen wir ihn unbedingt über die Saison hinaus behalten. Für ihn gehen wir finanziell bis an die Schmerzgrenze.“

Die Bremer sind bereit, Junuzovics aktuelles Gehalt zu verdoppeln, wenn er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängert. Würde heißen: Zwei statt einer Million Euro jährlich – brutto. Die Türken können das locker toppen, bieten mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr – allerdings netto. Und ab sofort. Es ist Junuzovic nicht zu verdenken, dass er über diese Offerte grübelt. Vor wenigen Wochen hatte er nach der Fan-Aktion „JunoBleibtBremer“ noch verkündet, in jedem Fall bis zum Sommer in Bremen bleiben zu wollen. Ob das noch gilt? Öffentlich äußern wollte er sich gestern nicht. Nachfragen beantwortete er mit einem knappen „Ich sage dazu nichts“.

Leichter hat es Thomas Eichin. Zwar haben die Türken auch bei ihm ein Ablöseangebot eingereicht, doch weil sich das nur im unteren einstelligen Millionenbereich bewegte, wurde er nicht in Versuchung geführt. „Damit musste ich mich nicht lange beschäftigen“, erklärte der 48-Jährige, der die grundsätzliche Haltung der Geschäftsführung, dass niemand unverkäuflich sei, in diesem konkreten Fall (noch) außer Kraft setzt. Junuzovic zu behalten – und sei es nur noch für vier Monate –, ist trotz der angespannten finanziellen Lage wichtiger, als eine oder zwei Millionen mehr auf dem Konto zu haben. Der 27-Jährige ist mit seinen Freistoßtoren (drei in der Hinrunde) und Torvorlagen (sieben) zu wertvoll für das Team, als dass er mal eben in die Türkei verkauft werden könnte. Was aber passiert, wenn die Türken weiter nachbessern, ist nicht abzusehen. Die Schmerzgrenze im Fall Junuzovic soll bei vier Millionen Euro liegen. Ein hoher Wert bei einem im Sommer endenden Vertrag.

Die Frage ist, wie sich Zlatko Junuzovic nun verhält. Mit 27 Jahren ist er an dem Punkt angelangt, einen richtig großen Vertrag abzuschließen. Bislang blieb ihm das verwehrt, denn international ist Junuzovic ein Spätzünder. Erst mit 24 Jahren kam er nach Deutschland und bei Werder erst einmal in die untere Gehaltskategorie. Nun kann er noch mal einen richtigen Sprung machen. Es ist sogar fraglich, ob ihm ein anderer Bundesligist ähnlich viel zahlen würde wie Trabzonspor – die Topclubs mal ausgenommen. Doch Junuzovic steht nicht bei Bayern München, Borussia Dortmund oder dem VfL Wolfsburg auf der Wunschliste, sondern bei Mönchengladbach, Hannover und dem HSV.

kni

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