„Scharfer“ Elia trifft

1:0 – totale Dominanz, aber Werder geizt mit Toren

Nach einem Fehlpass der Schotten reagiert Eljero Elia blitzschnell, lässt den Keeper aussteigen und erzielt den Siegtreffer für Werder.

Oldenburg - Fünfter Test, vierter Sieg – ein knapper, aber sehr souveräner. Vor 7 000 Zuschauern schlug Werder Bremen gestern Abend in Oldenburg den ziemlich biederen, etwa deutsches Zweitliga-Niveau verkörpernden schottischen Erstligisten FC Aberdeen mit 1:0 (1:0). Das Tor des Tages schoss Neuzugang Eljero Elia (24.).

„Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung. Wir waren ab der ersten Sekunde engagiert, sind trotz der hohen Temperaturen ein hohes Tempo gegangen“, resümierte Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Bilder vom Test gegen Aberdeen

Testspiel: Werder Bremen gegen Aberdeen

Der Coach hatte angekündigt, nicht mehr so viel experimentieren zu wollen – und schickte zu Beginn eine Elf auf den Rasen des Marschwegstadions, die momentan seine beste ist und genau so auch in dreieinhalb Wochen beim Pflichtspielstart im DFB-Pokal in Münster auflaufen könnte. Taktisch sah’s wieder nach einem 4-1-4-1-System aus. Sebastian Mielitz stand zwischen den Pfosten, die Vierer-Abwehrreihe bildeten (von rechts) Theodor Gebre Selassie, Sebastian Prödl, Sokratis und Lukas Schmitz. Auf der „Sechs“ startete Kapitän Clemens Fritz, davor im variablen Mittelfeld Aaron Hunt, Zlatko Junuzovic (beide innen), Marko Arnautovic (Rechtsaußen) und Eljero Elia (Linksaußen) – und ganz vorne Nils Petersen.

Auf gleich mehrere Alternativen verzichtete Schaaf freiwillig. So gehörten Keeper Christian Vander, Johannes Wurtz, Denni Avdic und überraschend auch Aleksandar Ignjovski und Florian Hartherz nicht zum 18er-Kader. „Die Spieler, die heute nicht dabei waren, sind in der Vorbereitung noch nicht so weit wie die anderen“, erklärte der Bremer Coach.

Gegen die Schotten, die in der Vorbereitung zwei Wochen weiter sind und am 4. August in die Premier-League-Saison starten, hatten zwei Neu-Bremer die ersten guten Chancen. Doch Gebre Selassie (11.) und Petersen (12.) schossen knapp vorbei. Wenig später spielte Werder erstmals so, wie es in der neuen Saison möglichst oft sein soll – schnell über außen. Arnautovic, der mit Elia die Seiten getauscht hatte, flankte von links – in der Mitte köpfte Petersen, aber nur an die Latte (23.). Eine Minute danach folgte dann die verdiente Führung. Elia hatte richtig spekuliert, spritzte nach einem Aberdeener Fehlpass dazwischen, umkurvte noch den Keeper und schob den Ball zum 1:0 ins leere Tor (24.). „Wenn der Gegner einen Fehler macht, muss ich scharf und dran sein“, meinte Elia, der dem Treffer jedoch keine allzu hohe Bedeutung beimessen wollte: „Wichtig ist, dass ich in der Bundesliga Tore mache.“ Das Timing des 25-jährigen Niederländers beim 1:0 war übrigens perfekt, denn Freundin Sanne und Töchterchen Sael hatten gerade die Tribüne betreten und durften noch ein bisschen mitjubeln.

Insgesamt zeigte Werder besonders vor der Pause gute Ansätze, war stets um ein flottes Kombinationsspiel bemüht, an dem sich auch die beiden Außenverteidiger Gebre Selassie und Schmitz ausgiebig beteiligten. Die rund 30 Aberdeen-Fans im Schotten-Block hatten dagegen wenig zu feiern. Ihr Team war total harmlos, forderte die Bremer Defensive kaum.

In der Halbzeit tauschte Schaaf überhaupt nicht aus. Der Erste, der reinkam, war Assani Lukimya – nach 62 Minuten. Es folgten weitere Wechsel, unter denen dann der Spielfluss litt. Ohnehin war die zweite Hälfte nicht mehr so schwungvoll wie die erste, was der Bremer Sportchef Klaus Allofs nicht weiter schlimm fand: „Dass nicht alles passt, ist normal, wenn man in der Vorbereitung hart arbeitet. Insgesamt war das heute eine Weiterentwicklung – wir sind auf dem richtigen Weg.“

Werder: Mielitz - Gebre Selassie (82. A. Stevanovic), Prödl, Sokratis (62. Lukimya), Schmitz, Fritz (76. Kroos), Junuzovic (66. Trybull), Hunt, Arnautovic (76. Trinks), Elia, Petersen (66. Füllkrug). · mr

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