Für Trainer Schaaf war es nicht einfach, sich von seinem Lieblingsspieler Frings zu trennen

„Torsten hatte immer wieder Zweifel“

Im laufe der Jahre haben Torsten Frings (li.) und Trainer Thomas Schaaf eine besondere Beziehung entwickelt. ·

Bremen - Die Beziehung zwischen Torsten Frings und Trainer Thomas Schaaf war und ist eine ganz besondere. Schaaf holte den von Felix Magath verbannten Mittelfeldspieler einst bei Werder aus der Versenkung, machte ihn zum Nationalspieler und wurde so etwas wie der Ziehvater von Frings.

Klar, dass es für den 50-Jährigen nicht leicht war, sich jetzt von seinem Spieler zu trennen. Schaaf und Frings hatten sich auch während der vierjährigen Abwesenheit des Profis bei seinen Gastspielen in Dortmund und bei den Bayern nie aus den Augen verloren. Frings hat sich stets den Rat des Trainers eingeholt. „Torsten hat über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeit geleistet, war immer mit Leib und Seele dabei. Da ist es auch traurig, denn es geht ja auch um den Menschen Torsten Frings. Und es wird einem klar, dass so eine Karriere nicht endlos weitergeht“, sagte Schaaf gestern.

Dennoch haben er und Sportchef Klaus Allofs jetzt die Entscheidung getroffen, Frings keinen neuen Vertrag zu geben. „Wir müssen einen Neuaufbau tätigen, Veränderungen vorantreiben, um nächstes Jahr eine Mannschaft zusammenzubekommen, die den Ansprüchen gerecht wird“, begründet der Bremer Trainer die Maßnahme.

Frings wusste in den vergangenen Monaten selbst nicht so recht, wie es mit ihm weitergehen sollte. Im Winter erklärte er seinen Abschied, dann bekam er wieder Lust am Fußball, revidierte seine Meinung. Die Entscheidung wurde ihm jetzt abgenommen. Was er in Zukunft machen will, ist noch offen. Schaaf hat die ständige innere Unruhe bei seinem Spieler verfolgt. „Wir haben im letzten halben Jahr gemerkt dass er immer wieder Zweifel hatte, dass da eine Unsicherheit in seinen Gedanken war, dass er hin- und hergerissen war, wie es weitergehen soll. Wir waren immer wieder in Diskussionen, haben über seine Planungen gesprochen. Als er dann erstmals von Rücktritt sprach, war das in einer sportlich schweren Situation, alles war sehr emotional. Wir haben ihm gesagt, überlege diesen Schritt genau, plane den Übergang. Wir haben Zeit, mache nichts Überstürztes. Die Entscheidung sollte in Ruhe fallen und abgewogen sein“, sagte Schaaf: „Denn wenn bei so einer Karriere das Ende naht, dann ist die Entscheidung nicht leicht. Das kennen Klaus Allofs und ich aus eigener Erfahrung.“

Schaaf hofft, „dass Torsten den richtigen Zeitpunkt findet, seine aktive Zeit positiv zu beenden. Er hat eine tolle Saison gespielt und kann mit seiner Leistung zufrieden sein.“ Zudem glaubt der 50-Jährige, dass Frings ein guter Trainer werden könnte: „Torsten muss auf dem Platz stehen, sich mit Spielern auseinandersetzen. Es schadet nicht, möglichst viel Erfahrung zu sammeln, sich schlau zu machen.“ · flü/kni

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