Werder-Kapitän Torsten Frings über das neue System, die Neuzugänge und den Saisonstart

„Ohne Diego spielen wir schneller“

Blickt der neuen Saison optimistisch entgegen: Werder-Kapitän Torsten Frings.

Bremen - Der Countdown läuft: In drei Tagen startet Werder mit einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt in die neue Bundesliga-Saison. Wie weit die Mannschaft ist, wie die Umstellung auf das neue System funktioniert und wie sich die Neuzugänge schlagen, verrät Kapitän Torsten Frings (32) im Interview .

Herr Frings , kribbelt’s schon in den Füßen?

Na klar, wir sind heiß und froh, dass es endlich losgeht. Wir haben viel gearbeitet und müssen das noch weiter tun, um topfit zu sein. Im Pokal haben wir unsere Aufgabe schon sehr gut gelöst, da haben wir ein starkes Spiel gemacht. Jetzt müssen wir nachlegen und mit einem Sieg gegen Frankfurt in die Saison starten. Wir haben nach langer Zeit zum Auftakt wieder mal ein Heimspiel. Umso wichtiger ist es, gleich drei Punkte zu holen.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft so kurz vor dem Auftakt?

Sie ist sehr angespannt, denn jeder weiß, was auf dem Spiel steht. Wir wollen und dürfen nicht noch einmal so eine schlechte Saison spielen wie die letzte. Wir müssen uns besser präsentieren. Ich denke, das hat jeder begriffen.

Zum Start in die Vorbereitung hatten Sie gefordert, dass jeder persönliche Dinge hinten anstellen und sich in den Dienst der Mannschaft stellen muss. Hat sich dieser Teamgeist in den vergangenen Wochen entwickelt?

Auf jeden Fall. Ich habe diesen Teamgeist in der Mannschaft bereits ausgemacht. Auch den Rest haben wir verbessert. Genau kann man so etwas natürlich immer erst während einer Saison sagen, wenn es um etwas geht. Gegen Frankfurt können wir es aber gleich beweisen.

Was meinen Sie mit „den Rest verbessert“?

Es war keiner mehr unpünktlich, wir haben kaum Strafgelder in der Kasse. Die Disziplin hat sich enorm verbessert, auch die taktische. Wir haben viel am neuen System gearbeitet, und jeder hat sich seiner Aufgabe gestellt. Damit können wir schon sehr zufrieden sein.

Diego ist weg – und Werder spielt jetzt plötzlich viel schneller nach vorn. Täuscht der Eindruck?

Nein, das ist völlig richtig. Es ist ja kein Geheimnis, dass Diego ein Spieler war, der viel allein gemacht hat. Da sind die Kombinationen schon ein bisschen auf der Strecke geblieben. Wir spielen jetzt deutlich schneller nach vorn, weil jetzt jeder am Spiel teilnimmt. Das hatten wir vor Diego getan und tun es jetzt wieder, weil wir keinen Spielertypen wie Diego mehr haben. Wir kombinieren jetzt einfach mehr und besser. Das tut unserem Spiel gut.

Ist die Rückkehr von Tim Borowski ebenfalls ein Gewinn für das Spiel?

Keine Frage, Boro ist ein erfahrener Mann, der uns enorm weiterbringt. Wir sind glücklich, dass er wieder da ist. Und über seine Qualitäten als Fußballer brauchen wir nicht zu reden, die sind garantiert.

Das Zusammenspiel Frings/Borowski im defensiven Mittelfeld klappt bereits prima.

Ja, aber das ist von allen Spielern abhängig. Jeder muss am Spiel teilnehmen, einer für den anderen da sein. Wenn zwei gut harmonieren, reicht das nicht. Wir müssen als Mannschaft funktionieren, und da sind wir auf einem sehr guten Weg.

Haben die Neuzugänge Moreno und Marin Sie schon überzeugt?

Marcelo war in der Vorbereitung länger verletzt und hat viel verpasst. Doch er wird das aufholen, denn er ist kein fauler Spieler, sondern er gibt richtig Gas. Auch Marko hat einige Einheiten gefehlt. Er ist aber ein riesiges Talent. Wenn beide fit sind, werden sie uns richtig verstärken, keine Frage.

Konnten die Abgänge von Diego und Pizarro bislang kompensiert werden?

Schwer zu sagen. Im Mittelfeld spielen wir wie gesagt ohne Diego jetzt ein anderes System. Mit Diego und Piza haben wir aber über 40 geschossene Tore verloren. Deswegen hoffe ich sehr, dass Claudio wieder zurückkommt. Er würde uns enorm weiterhelfen. Wir wollen uns in der neuen Saison für das internationale Geschäft qualifizieren – und da ist ein echter Torjäger wie Claudio, der 20 Tore in allen Wettbewerben garantiert, unheimlich wichtig.

Gegen Frankfurt wird Pizarro definitiv noch fehlen. Wie unangenehm ist dieser Gegner zum Auftakt?

Der Start ist immer schwer, weil man nicht richtig weiß, wo man genau steht. In der letzten Saison hat Frankfurt zweimal eine 0:5-Klatsche von uns gekriegt. Diese Schmach wollen sie sicher nicht noch einmal erleben. Ich denke, sie werden sich ziemlich tief hinten reinstellen. Wir müssen sicher viel Geduld haben und uns über aggressive Zweikämpfe unsere Chancen erzwingen – und die dann auch nutzen.

Haben Sie sich schon an Ihre Rolle als neuer Kapitän gewöhnt?

Das war keine große Umstellung für mich. Ich bin als Führungsspieler ja schon immer vorneweg marschiert und habe versucht, den jungen Spielern zu helfen. Neu ist, dass ich jetzt mehr Interviews geben muss.

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Meistgelesene Artikel

Franke auf dem Weg zu Werder?

Franke auf dem Weg zu Werder?

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Furioses Finale ohne Freudentaumel

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Wiedwald: „Können stolz auf die Rückrunde sein“

Volkmer, der Vollstrecker! Werder II bleibt in Liga drei

Volkmer, der Vollstrecker! Werder II bleibt in Liga drei

Kommentare