Peru ruft: Keine Zeit für eine Feier

Ein Torjäger und Ehrenmann

Das ist er: Claudio Pizarro präsentiert den Ball, den er beinahe im Mainzer Tor vergessen hätte. - Foto: dpa

Bremen - Beinahe hätte er das Andenken einfach vergessen. Nachdem er mit dem Halbzeitpfiff den für ihn und den ganzen SV Werder historischen Treffer erzielt hatte, ließ sich Claudio Pizarro kurz feiern, trottete dann aber Richtung Kabine.

Ohne den Ball, mit dem er per verwandeltem Foulelfmeter den Club-Rekord von Marco Bode eingestellt hatte. Doch Jannik Vestergaard hatte mitgedacht, brachte Pizarro das Spielgerät hinterher. Ein kurzer Kuss, ein triumphales Herzeigen des Balls vor der Ostkurve – und schon waren Kugel und Claudio in der Kabine verschwunden.

Auf den Videowänden im Weserstadion flimmerte aber noch die bedeutsame Zahl: 101 – auf so viele Bundesliga-Treffer im Werder-Trikot kommen nun Bode und Pizarro. Doch der alte Rekordhalter weiß, dass der neue Rekordhalter ihn schon bald ganz überflügelt haben wird. „Ich hoffe, dass er die Zahl jetzt auch überbietet“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Radio Bremen. Denn jedes Pizarro-Tor würde schließlich dem ganzen Verein helfen. So auch am Samstag.

Ganz sachlich und ohne erkennbares Nervenflattern hatte Pizarro den Strafstoß verwandelt. Es war der Treffer, der ihm nicht nur den Rekord brachte, sondern Werder auch das 1:1 gegen Mainz 05 und damit wenigstens noch einen Punkt im Abstiegskampf. „Es ist eine Ehre für mich, der Rekordtorschütze zu sein“, ließ sich Pizarro später auf der Werder-Homepage zitieren. Für Medien-Gespräche stand er nicht mehr zur Verfügung, denn direkt nach Abpfiff war er Richtung Flughafen aufgebrochen. Reiseziel: die Heimat. Mit Peru tritt er in der WM-Qualifikation gegen Venezuela (Donnerstag) und Uruguay (30. März) an – es sind die nächsten Herausforderungen des 37-Jährigen.

Pizarros Karriere in Bildern

Dass er spielen kann, ist aber keineswegs sicher. Gegen Mainz kehrten angeblich die muskulären Probleme zurück, deshalb habe er den Torjäger auch in der 81. Minute ausgewechselt und zur sofortigen Behandlung in die Kabine geschickt, erklärte Trainer Viktor Skripnik: „Bei ihm müssen wir jede Minute nutzen.“ Lange kann die Behandlung aber nicht gedauert haben – siehe den hastigen Aufbruch gen Flughafen. Den Ball hatte er sicherlich nicht im Gepäck. Ob der im Wuseum landet, bei Pizarro in der Vitrine oder doch nur in der Ecke, muss erst noch geklärt werden. - csa

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