Tore, Tränen, Tollhaus:

Frings’ ganz großer Abgang

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Feuchte Augen: Torsten Frings während der Ehrenrunde mit seinen Töchtern Lisa-Katharina (l.) und Lena-Alina.

Bremen - Um 22.03 Uhr war es am Samstagabend um Torsten Frings und seine Contenance geschehen. „Hey Papa, jetzt ist Schluss.“

„Es ist Zeit, dass Du runterkommst“, forderten seine beiden Töchter Lena-Alina und Lisa-Katharina übers Stadionmikrofon – und beim 36-Jährigen, der in seiner Karriere als harter Typ galt, kullerten die ersten Tränen. „Als ich gesehen habe, dass meine Kinder plötzlich auf den Platz kommen, war alles vorbei. Da musste ich weinen“, sagte Frings, der sich dann auch während der Ehrenrunde immer wieder mit dem Trikot die feuchten Augen abwischte.

Zu den Klängen von Trude Herrs „Niemals geht man so ganz“ verabschiedete sich der langjährige Werder-Kapitän von den 42.100 völlig losgelösten Zuschauern im ausverkauften Weserstadion, die den ganzen Abend lang für unfassbare Stimmung und Gänsehaut-Momente im Minutentakt gesorgt hatten. „Ich bin einfach nur überglücklich. Es war ein überragender Tag für mich, jede Minute ein Highlight“, schwärmte Frings: „Jeder ist auf seine Kosten gekommen. Und ich bin froh, dass ich mich bei jedem einzelnen bedanken konnte.“

Schon bei der gut 20-minütigen Vorstellung der beiden Teams „Werder Allstars“ und „Torsten & Friends“ fegte ein wahrer Ovationen-Orkan durch die Arena – eine gigantische Atmosphäre. Die Fans empfingen sogar Stars ohne Werder-Vergangenheit wie Michael Ballack, Lothar Matthäus oder Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher mit ohrenbetäubendem Lärm, feierten aber vor allem ihre ehemaligen Helden (darunter zahlreiche Double-Sieger von 2004) gnadenlos ab. Am lautesten war’s beim Franzosen Johan Micoud, „Le Chef“ quittierte es mit einem breiten Grinsen. Ex-Keeper Tim Wiese wurde ebenfalls extrem umjubelt, mit „Wiese für Deutschland“- und dann „Wiese für Werder“-Sprechchören. Der 31-Jährige bedankte sich mit einem verwandelten Elfmeter, nachdem die Masse ihn gefordert und er sich bei Trainer Thomas Schaaf das Okay geholt hatte.

Der Abschied in Bildern

Torsten Frings nimmt Abschied

Die Geschichte des Spiels, das 8:7 für Werder endete, ist schnell erzählt. Viel Spaß und viele Tore – zwei davon gelangen Frings, unter gütiger Mithilfe seiner ehemaligen Kollegen. „Ich habe vorher noch gesagt, dass ich nichts geschenkt haben will“, verriet der 36-Jährige. Doch kurz vor Schluss wollte er dann doch. „,Bleib weg‘, hat er mir zugerufen“, grinste Wiese, „und das habe ich dann auch gemacht.“ Frings hatte in seinem „Last game in green“ freie Bahn für sein „Last goal in green“ und feixte: „Dass ich den Wiese getunnelt habe, war der krönende Abschluss.“

Nach 83 Minuten war die Partie beendet – es folgten eine Lasershow für den „Lutscher“, die emotionale Ehrenrunde und eine Party im „Chilli Club“. Schlusswort Frings: „Die letzten Tage waren ziemlich stressig. Ich bin auch froh, dass es vorbei ist.“ mr/flü/csa

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