Aktobe überrascht Werder, aber die Europa League ist in Sicht / Pizarro geht beim Comeback leer aus

6:3 – Tor-Wahnsinn an der Weser

Hugo Almeida traf zum zwischenzeitlichen 4:2.

Werder-Bremen - Von Carsten Sander und Björn Knips. Das Comeback von Claudio Pizarro verlief torlos – jedenfalls für den Peruaner selbst. Ansonsten war gestern Abend zwischen Werder Bremen und dem FK Aktobe jede Menge los.

Mit 6:3 (3:2) gewann der UEFA-Cup-Finalist der vergangenen Saison gegen den Außenseiter aus Kasachstan und hat die Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League schon nach dem Playoff-Hinspiel und trotz einer erneut schwachen Abwehrleistung fest im Blick. Das Rückspiel in Aktobe wird am kommenden Donnerstag ausgetragen.

Nach der ersten Halbzeit, die mit dem Begriffen verrückt, absurd oder vogelwild einigermaßen treffend beschrieben wäre, musste Werder sich noch ernsthafte Sorgen um die Teilnahme an der Europa League machen. 45 Minuten lang ging es nicht nur rauf und runter, sondern auch drunter und drüber – und zwar auf beiden Seiten. Die Bremer profitierten von einer bei Standardsituationen völlig unsortierten Aktobe-Abwehr und erzielten durch Sebastian Boenisch (16./Kopfball) sowie Mesut Özil (28.) und Naldo (36.) – jeweils mit direkt verwandelten Freistößen – drei Tore.

Die Bewertung der Werderspieler in Noten

Die Noten: Werder - Aktobe

Die allein hätten schon ein fester Grundstein für das Erreichen der Gruppenphase sein können, nein, müssen. Doch wie fast immer gegen vermeintlich kleine Gegner, agierte Werder Bremen in der Defensive fahrig. Dass das auch ein Nobody aus Kasachstan zu nutzen weiß, bewies Sergej Strukow. In der 21. Minute staubte er zum 1:1 ab, nachdem ein einfacher Steilpass die Bremer Viererkette ins Chaos gestürzt hatte. Und als Torwart Tim Wiese bei einem Freistoß von der Schusskraft eines Samat Smakow überrascht wurde, verwertete Strukow den Abpraller zum 2:2 (32.). Solche Tore fallen, wenn man nur wenig über den Gegner weiß. Oder ihn auf die leichte Schulter nimmt. Genau das war Werder trotz aller gegenteiliger Beteuerungen im Vorfeld passiert.

Aber: So schwach wie sich der FK Aktobe in der Defensive präsentierte, hätten die zwei Gegentore nicht mal wehtun müssen und zur Randnotiz degradiert werden können. Wenn die Bremer ihre eigenen Chancen nur besser genutzt hätten. Doch Marko Marin verstolperte (9.), Pizarro verzog knapp (23.), Özil traf nur den Pfosten (25.) und Tim Borowski hatte Pech, dass sein Treffer in der Nachspielzeit zu Unrecht wegen Abseits aberkannt wurde.

4:2 – das hätte die mittlerweile durchaus strapazierten Nerven der Bremer Spieler und die der 21 446 Zuschauer im Weserstadion sicherlich entspannt. Doch den Baldrian reichte erst der zur zweiten Hälfte eingewechselte Hugo Almeida. Den bis dahin schönsten Spielzug der Partie über Özil und Borowski schloss er mit energischem Einsatz ab (60.). Kurz zuvor hatte Marat Chairullin noch das 3:3 auf dem Fuß.

Dank der ersten Zwei-Tore-Führung der Partie keimte die Hoffnung auf, Werder könnte das Spiel nun endlich in den Griff bekommen. Und ja, tatsächlich zeigten sich fortan die erwarteten Kräfteverhältnisse. Aktobe baute ab, Bremen drehte auf. Konsequenz: Das 5:2 durch Naldos Kopfball nach einer Ecke (65.) sowie das 6:2 durch Özil, der einen an Pizarro verwirkten Elfmeter sicher verwandelte (67.).

Der Schreck, den Aktobe dem Bundesligisten vor der Pause eingejagt hatte, schien verdaut. Doch drei Minuten vor dem Ende lieferte Kapitän Smakow noch einen Nachschlag: Einen Freistoß hämmerte er aus 25 Metern trocken zum 6:3 in den Winkel.

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