Klaus Filbry erklärt das Werder-Prinzip: Mit kleinen Investitionen große Fortschritte machen

Top-Transfer „nicht sehr wahrscheinlich“

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Aaron Hunts Weggang ist ein großer Verlust für Werder, der aber nicht mit einem großen Transfer beantwortet werden kann.

Bremen - Das Zittern ist beendet, die Zukunftsplanung kann nun Fahrt aufnehmen. Werder Bremen bleibt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit erstklassig, braucht für die kommende Saison aber nicht nur wegen des bevorstehenden Verlustes von Aaron Hunt personelle Verstärkungen.

Klaus Filbry, für die die Finanzen zuständiger Geschäftsführer spricht im Interview über die beschränkten Möglichkeiten auf dem Transfermarkt.

Wie groß ist Ihre Erleichterung, dass der Klassenerhalt zu 99,9 Prozent perfekt ist?

Klaus Filbry:Wir haben uns natürlich alle entsprechend gefreut. Es ist das eingetroffen, was wir alle vor Saisonbeginn gesagt haben. Es ist die erwartet harte und intensive Saison geworden, in der wir uns Schritt für Schritt einen Platz im gesicherten Mittelfeld erarbeiten müssen. Bis dato sind wir auf Zielkurs. Wir hatten mit dem Abstiegskampf zu tun, aber immer aus einer gesicherten Position heraus.

Die Mannschaft hat nie auf einem Abstiegsplatz gestanden – war es also nur Abstiegskampf light für Werder?

Filbry:Das sehe ich nicht so. Es waren neun Mannschaften, die realistisch betrachtet gefährdet waren oder noch sind – wir haben zu diesen neun Mannschaften gehört.

Dreimal Abstiegskampf in den zurückliegenden vier Spielzeiten – was muss jetzt passieren, damit das Zittern nicht zum Dauerzustand wird?

Filbry:Wir müssen weiter das neue Werder kreieren und mit den Neuzugängen, die kommen werden, unseren Weg Schritt für Schritt weitergehen.

Bisher ist nur klar, dass Fin Bartels von Zweitligist FC St. Pauli ablösefrei kommt und dass Verteidiger Alejandro Galvez von Rayo Vallecano nach Saisonende in Spanien wohl seinen Wechsel zu Werder verkünden wird. Was ist für Werder insgesamt möglich auf dem Transfermarkt?

Filbry:Sie haben Recht: Ein Neuzugang ist schon fix, beim zweiten sieht es gut aus. Was darüber hinaus noch nötig ist, wird sich zeigen, wenn wir uns mit Trainer Robin Dutt und den für den Bereich verantwortlichen Geschäftsführer Thomas Eichin zusammengesetzt haben. Dann sind die Fragen zu klären, welche Wünsche die sportliche Leitung noch hat, wer wirklich benötigt wird, auf welchen Positionen gehandelt werden muss.

Entscheidend ist immer das Geld. Wie viel kann in neue Spieler investiert werden?

Filbry:Wir sind auf einem Konsolidierungskurs. Das müssen wir immer berücksichtigen, wenn wir überlegen, wie weit wir ins Risiko gehen können. Es hängt aber auch davon ab, welche Endplatzierung wir in der Bundesliga erreichen.

Was bedeutet es, ob Werder in der Liga am Ende Platz neun, zehn, elf oder zwölf belegen wird?

Filbry:Jeder Platz macht bei der Verteilung der TV-Gelder eine Million Euro aus. Und weil für uns von Rang neun bis 15 noch alles möglich ist, ist es wichtig, dass wir die restlichen drei Spiele so erfolgreich wie möglich bestreiten. Jede Million, die wir mehr einnehmen, ist wichtig für unseren Handlungsspielraum.

Aaron Hunt wird eine große Lücke im Team hinterlassen – ist ein Top-Transfer in der Größenordnung von fünf Millionen Euro Ablöse denkbar?

Filbry:Das glaube ich eher nicht. Ausschließen möchte ich das nicht, aber es ist nicht sehr wahrscheinlich.

Also kein neuer Star für Werder, sondern eher Investitionen in die Breite des Kaders?

Filbry:Wir müssen erstmal die Saisonanalyse, die das Trainerteam gemeinsam mit Thomas Eichin machen muss, abwarten. Dann wissen wir, wo der Bedarf wirklich am größten ist. Dann werden Robin Dutt und Thomas Eichin mit ihren Vorstellungen kommen, und wir müssen uns darüber unterhalten, was machbar ist und was nicht. · csa

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