Serie, Teil 6: Wo spielt eigentlich....?

Tjikuzu – der arbeitslose Abstiegs-Experte

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Einsatz für Namibia: Razundara Tjikuzu (Mitte) war Anfang 2010 beim „freundschaftlichen“ 1:1 in Südafrika dabei.

Bremen - Er war die erste Überraschung während der Schaaf-Ära in Bremen. Razundara Tjikuzu, damals 19 Jahre alt, debütierte am 14. August 1999 in der Bundesliga beim VfB Stuttgart.

Der Chef-Coach hatte den damaligen Rechtsverteidiger von den Amateuren zu den Profis mitgenommen und schenkte ihm umgehend das Vertrauen. Es folgten 86 Spiele im grün-weißen Trikot. Sportlich unumstritten, allerdings gab es immer und immer wieder diese Nebenkriegsschauplätze. Und mit 31 Jahren ist Tjikuzu nun sogar arbeitslos.

Die Geschichte des Razundara Tjikuzu, der bereits im Alter von 14 Jahren von Windhoek nach Bremen gekommen war, ist schon ein bisschen tragisch. Mehrfach erschien der junge Profi alkoholisiert zum Training. Es gab Übungseinheiten, an denen er gar nicht teilnahm. Im Jahr 2003 ging es dann nicht mehr. Werder legte dem Namibier einen Vereinswechsel nahe, im Sommer zog es den

Rechtsfuß zum FC Hansa Rostock. „Wir konnten das nicht mehr dulden, auch wenn es mir sehr leid tat. Er hatte keine profihafte Einstellung“, sagte Thomas Schaaf. Werder-Boss Klaus Allofs meinte: „Er hat sein Talent verschleudert.“

In Rostock sorgte Razundara Tjikuzu zu Beginn nur für sportliche Schlagzeilen. Nach einer starken Premieren-Saison an der Ostsee sicherte sich der Hamburger SV frühzeitig die Dienste des Afrikaners. Doch der 47-fache Nationalspieler stand sich dann wieder selbst im Weg. Erst rammte der Fußball-Profi, mit 2,14 Promille intus, in Rostock einen Wagen und beging Fahrerflucht. Dann schwänzte er ein Training. Hansa kündigte seinem Spieler fristlos, der HSV wollte ihn dann auch nicht mehr haben.

Der MSV Duisburg versuchte es dann in der Saison 2005/2006 mit dem pfeilschnellen Akteur. Tjikuzu spielte in der ersten Elf, doch die Westdeutschen stiegen am Ende ab. Daraufhin verließ er die Bundesliga. „Ich stecke in einer Schublade. Das Urteil, das sich viele über mich erlauben, ist falsch. Viele interessiert die Wahrheit gar nicht“, meinte der Kicker.

In der Türkei bekam Tjikuzu eine neue Chance und nutzte sie. Er sorgte nur noch für sportliche Schlagzeilen. Nach einem Jahr bei Caykur Rizespor folgte der Wechsel zu Istanbul BB. Dort wurde er zum defensiven Mittelfeldspieler umgeschult und überzeugte. Im Sommer 2009 verpflichtete ihn Trabzonspor, der zuvor Dritter in der türkischen Süper Lig geworden war. Doch der Topclub war anscheinend eine Nummer zu groß. Nach nur einem halben Jahr und sieben Pflichtspielen wurde er zu Diyarbakirspor ausgeliehen. Zwar bekam der Defensiv-Spezialist seine Einsätze, nach 34 Spieltagen stieg der Verein jedoch in die Zweite Liga ab. Trabzon wollte ihn nicht wieder zurück haben und transferierte Tjikuzu zu Kasimpasa. Aber 23 Einsätze des Ex-Bremers halfen auch diesen Türken nicht. Kasimpasa musste ebenfalls den Gang in die Zweite Liga antreten. Der bis 2012 laufende Vertrag wurde aufgelöst.

Seit diesem Sommer ist der mittlerweile 31-Jährige arbeitslos. Im Moment hofft er auf eine Chance in Ungarn, ein Budapester Verein hat Interesse. · bis

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