Die Schmach von Pasching

Zur Titeljagd geprügelt

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Kreiszeitung Syke

Werder-Bremen - PASCHING · „4:0 – der FC Superfund macht Werder rund“, titelte diese Zeitung genau vor zehn Jahren. Und Werder lag am Boden. Diese Klatsche im UI-Cup-Hinspiel in Pasching hatte den Bremern richtig weh getan.

„Für den Verein war das ganz schlimm“, erinnert sich Valerien Ismael, der damals in Österreich so schlecht verteidigt hatte wie danach nie wieder im Werder-Dress: „Der Club hatte fest mit dem Einzug in den Uefa-Cup geplant – auch finanziell.“ Denn die Vereinskasse war ziemlich leer, Clubchef Jürgen L. Born strich deshalb sogar die Punktprämien in der Bundesliga. Den Meisterbonus allerdings nicht – zum Glück für die Spieler.

Die Schmach von Pasching hatte vor allem Thomas Schaaf ziemlich mitgenommen. „Mir soll bloß keiner erzählen, dass er nach diesem Spiel kaputt war. Ich würde gerne hören, dass sich jeder Einzelne für diese Partie schämt“, schimpfte der Coach. Und Sportchef Klaus Allofs wütete: „Das war die totale Arroganz, wie wir hier aufgetreten sind.“

Double-Serie, 1. Teil

Heute vor zehn Jahren dachte wahrlich niemand daran, dass Werder am Ende der Saison mit Meisterschale und DFB-Pokal auf dem Bremer Rathausbalkon feiern wird. Diese Serie zeichnet den Weg nach und wird regelmäßig auf besondere Tage von Micoud, Ismael, Ailton und Co. zurückblicken.

Schon zur Pause hatten die Gäste beim krassen Außenseiter mit 0:3 hinten gelegen. Ein gewisser Eduard „Edi“ Glieder hatte gleich zwei Mal zugelangt. Wenig später holte ihn Schalke in die Bundesliga. „Der kann sich bei uns bedanken, dass er so einen tollen Vertrag bekommen hat“, meint Ismael und lacht. Der 37-jährige Franzose, der inzwischen als Trainer der U 23 des VfL Wolfsburg arbeitet, ist Glieder und Co. längst dankbar für die Demütigung: „Das hat dazu beigetragen, dass wir danach viel konzentrierter in die Saison gegangen sind. Wahrscheinlich hätten wir das Double nicht geholt, wenn wir mit diesem Kader die Doppelbelastung mit dem Uefa-Pokal gehabt hätten.“ So gilt Pasching im Nachhinein als Startschuss für eine außergewöhnliche Titeljagd.

Werder: Borel - Stalteri, Ismael, Krstajic, Magnin, Lisztes, Ernst, Micoud, Borowski (46. Baumann), Ailton (70. Reich), Charisteas. · kni

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