„Ich bin nicht gescheitert“

Lebenslang grün-weiß? Nach seiner Rückkehr zu Werder Bremen will Tim Borowski nie mehr weg: „Ich werde alles dafür tun, bis zu meinem Karriereende zu bleiben.“

Bremen - Werder gegen Bayern – das ist der Klassiker in der Fußball-Bundesliga. Tim Borowski hat ihn bereits elfmal gespielt – neunmal im Werder-Trikot, zweimal als Bayer. Am Samstag macht er das Dutzend voll.

5:2 gewann Werder vor knapp elf Monaten in München – Sie haben die beiden Bayern-Tore erzielt…

…aber das war leider nur Beiwerk. Sollte ich darüber jubeln, nachdem wir von Werder streckenweise vorgeführt worden waren? Mit dem 0:5-Zwischenstand waren wir damals sogar noch gut bedient. Außerdem verbietet es der Ehrenkodex, sich über Tore gegen den Ex-Verein ausgiebig zu freuen.

Gilt das auch für Samstag, falls Sie für Werder treffen sollten?

Natürlich. Eine Jubelarie würde es auch dann nicht geben. Das hat mit dem Respekt vor den ehemaligen Mitspielern und dem Umfeld zu tun.

Halten Sie einen ähnlichen Bremer Sieg auch am Samstag für möglich?

Möglich ist alles. Aber man muss schon sagen, dass es im vergangenen Jahr ein äußerst positiver Tag für Bremen und ein äußerst negativer für München war.

Der Bundesliga-Start ist Werder total missglückt. Das 2:3 gegen Frankfurt macht für die Aufgabe bei den Bayern nicht gerade Mut.

Wir haben gegen Frankfurt nicht gut gespielt, keine Frage. Aber wir haben die Möglichkeit, es am Samstag besser zu machen.

Lag’s gegen Frankfurt am neuen System im Mittelfeld?

Nein, das war nicht das Problem. Die Systemfrage wird sowieso viel zu hoch gehängt. Es liegt immer an uns Spielern, wir müssen die Vorgaben richtig umsetzen. Und gegen Eintracht Frankfurt ist uns das nicht gelungen.

Was ist schief gelaufen?

Damit unser Spiel richtig funktioniert, müssen wir die Räume eng halten, aktiv sein und den Gegner so zu Fehlern zwingen. Dafür müssen immer alle mitarbeiten – offensiv wie defensiv. Das war leider nicht gegeben.

Weshalb Ihre Rückkehr ins Weserstadion am Wochenende nicht gerade als triumphal bezeichnet werden konnte.

Wie auch? Wir haben verloren, und ich hasse es zu verlieren – erst recht beim Heimdebüt.

Welche Gefühle begleiten Sie nun nach München?

Keine negativen. Bei meinem Wechsel ist keine dreckige Wäsche gewaschen worden, alles lief relativ geschmeidig. Ich habe mit niemandem dort im Club Probleme.

Würden Sie das auch sagen, wenn Jürgen Klinsmann noch Trainer bei den Bayern wäre?

Zu Klinsmann kein Kommentar.

Hat es Sie Überwindung gekostet, zum Ex-Club zu wechseln?

Ich habe früh und klar gesagt, dass für mich bei einem Wechsel innerhalb der Bundesliga nur Werder infrage kommt. Wieso also Überwindung?

Weil in solchen Fällen reflexartig vermutet wird, der Spieler sei an der neuen Wirkungsstätte gescheitert.

Davon kann nicht die Rede sein. Nicht bei dem Stand, den ich in der Bayern-Mannschaft hatte, nicht bei den Einsätzen (in drei Wettbewerben insgesamt 26, nur zehn davon von Anfang an, d. Red.) und nicht bei den Toren (fünf, d. Red.) – wer das aufzuweisen hat, kann kein gescheiterter Fußballer sein.

Sie sind mittlerweile 29 Jahre alt und haben bei Werder einen Dreijahresvertrag mit einer Option für eine weitere Saison unterschrieben. Wird Bremen damit nicht nur Ausgangspunkt, sondern auch Endstation Ihrer Profi-Karriere sein?

Ich weiß nicht, ob der aktuelle Vertrag schon mein letzter ist. Das lässt sich nicht absehen. Aber ich werde alles dafür tun, bis zu meinem Karriereende in Bremen zu bleiben.

Das hört sich nach einer großen Liebe an…

Im Fußball darf man das so nicht sagen, das glaubt einem ja niemand. Aber ja, eigentlich ist es so.

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