In Tianjin ist alles anders / „Es wirkt irgendwie bedrückend“ / Werder-Arzt beruhigt

Der Smog-Schock

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Karneval kann kommen: Zlatko Junuzovic bekam von einem Fan eine Panda-Mütze geschenkt.

Tianjin - Bei der Ankunft auf dem Flughafen war noch alles schön. 40 Fans sorgten in Tianjin gestern Nachmittag Ortszeit für einen netten Empfang der Werder-Crew. Für Zlatko Junuzovic gab es sogar eine schicke Panda-Mütze, für Davie Selke eine Maske als Willkommensgeschenk. Die Bremer Profis hatten ihren Spaß. Bis sie ins Freie kamen. Dort rannten sie gegen eine chinesische Mauer aus heißer, dreckiger Luft. Smog! Es war total diesig, die Sonne nicht zu sehen – irgendwie unheimlich. Hier wird Werder bis Sonntag bleiben – und ganz viel schwitzen, das wurde schon am Abend mehr als deutlich.

„Im ersten Moment dachte ich: Es ist ja gar nicht so schlimm. Aber nach nur fünf Minuten fehlten mir die Worte“, berichtete Sebastian Prödl nach der zweistündigen Trainingseinheit am Abend: „Es wirkt irgendwie bedrückend, du kriegst nicht richtig Luft. Und du hörst einfach nicht auf zu schwitzen.“

Das war auch bei Thomas Eichin deutlich zu sehen. Der Sportchef hatte auf der Laufbahn rund um das Trainingsfeld seine Runde gedreht – und urteilte anschließend ziemlich geschafft: „Das war schon brutal, das haut dich echt um. Und ich bin nur gelaufen, die Jungs haben noch viel mehr gemacht.“

Robin Dutt hatte eine intensive Einheit durchgezogen. Und sein Personal damit ziemlich platt gemacht. Für Mannschaftsarzt Dr. Philipp Heitmann kein Problem. Der Smog sei zwar nicht angenehm, die hohe Luftfeuchtigkeit inklusive der hohen Temperaturen auch nicht, aber gesundheitsgefährdend sei das alles nicht. „Es handelt sich um gesunde Leistungssportler, die stecken das weg. Natürlich war das anstrengend, aber es braucht niemand ein Sauerstoffzelt“, meinte Heitmann. Vorbereitet wäre er, eine Sauerstoffflasche ist bei Werder immer mit im Gepäck. Wie auch ein Defibrillator. Ansonsten wurde die übliche Reiseapotheke noch etwas aufgefüllt mit Medikamenten für spezielle bakterielle Infektionen im Magen-Darm-Bereich und Infektionen der Atemwege. Bislang wurden die aber nicht benötigt, erzählte Heitmann.

Für den 44-jährigen Nachfolger von Dr. Götz Dimanski ist es die erste längere Dienstreise mit den Profis – und dann gleich nach China. „Natürlich ist das etwas Besonderes“, gestand der Chirurg und Sportmediziner, der schon seit Jahren den Werder-Nachwuchs betreut und sich diese und die neu dazugekommene Aufgabe mit Dr. Dominik Schwarz teilt. Bei seiner Trainingslager-Premiere wirkt Heitmann total entspannt – und lässt sich auch nicht vom Smog aus der Ruhe bringen: „Wir wussten ja, was uns in China erwartet.“ Deshalb hat er auch jede Menge Elektrolytpulver dabei und mischt direkt am Platz die Erfrischungen mit den wichtigen Inhaltsstoffen für die Profis an.

Die können gar nicht genug davon bekommen. Und sie werden noch einiges brauchen. Die Wetterlage soll sich nicht großartig ändern – auch nicht zum Spiel morgen gegen Teda Tianjin. Aber Bremer können sich auch ein bisschen freuen, es hätte schlimmer kommen können, wie Teda-Coach Arie Haan als Trainingsgast berichtete: „Sicher haben wir heute Smog, aber eigentlich ist es relativ klar. Das geht hier noch ganz anders.“

Zweite Station: Werder in Tianjin

Prödl ist es egal, er will diese Situation irgendwie nutzen: „Man braucht schon Überwindung, aber die brauchen wir auch in der Saison. Also müssen wir uns durchbeißen.“

kni

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