Werder-Kapitän Torsten Frings bezeichnet Abschiedsgedanken von Trainer Schaaf als „totalen Quatsch“

„Thomas sprach nie von Rücktritt“

Bricht eine Lanze für Trainer Thomas Schaaf und nimmt seine Teamkollegen nochmals kräftig in die Pflicht: Werder-Kapitän Torsten Frings (Bild).

Von Arne Flügge · Beschäftigt sich Thomas Schaaf etwa mit Rücktrittsgedanken? Laut „Bild“ soll der Trainer von Werder Bremen sich vor die Mannschaft gestellt und gefragt haben: „Soll ich zurücktreten? Dann sitzt hier ein anderer vor euch!“ Was ist dran an der Sache? Wir fragten nach bei einem, der es wissen muss: Kapitän Torsten Frings (34).

Herr Frings, hat Thomas Schaaf vor der Mannschaft die Vertrauensfrage gestellt?

Ganz ehrlich: nein. Das ist totaler Quatsch. Thomas hat nie von Rücktritt gesprochen. Der Trainer hat mit uns geredet und uns gesagt, dass wir jetzt endlich da sein müssen, dass wir jetzt endlich das umsetzen müssen, was er von uns fordert. In diesem Zusammenhang hat er uns gefragt: ,Was glaubt ihr, würde euch ein anderer Trainer erzählen? Egal, wer hier vor Euch steht, ob ich das bin oder ein anderer: Es sind immer die gleichen Dinge, die von euch gefordert werden‘. Mit Rücktrittsgedanken hat das überhaupt nichts zu tun. Das ist völliger Blödsinn.

Könnten Sie sich – sollte die Krise weiter anhalten – überhaupt vorstellen, dass Thomas Schaaf einen Rückzieher machen würde?

Nein, warum sollte er auch? Wir als Mannschaft machen die Fehler, nicht der Trainer. Wir stehen zu weit weg, wir schlafen, wir treffen das Tor nicht, wir sind es, die nicht gewinnen. Für die krassen Fehler, die wir auf dem Platz machen, kann man den Trainer nicht zur Verantwortung ziehen.

Sie kennen Thomas Schaaf schon seit vielen Jahren. Wie erleben Sie den Trainer in der Krise?

Natürlich ist auch er unzufrieden. Aber es ist ihm deutlich anzumerken, dass er mit aller Macht aus dieser Krise heraus will. Er arbeitet unheimlich hart, geradezu verbissen, um uns da rauszuführen. Wir sind es, die ihm endlich folgen müssen. Wir müssen es in die Hand nehmen.

Die Zeit drängt. Werder steht nach 13 Spieltagen in der Liga so schlecht da wie seit 1998/99 nicht mehr. Damals wäre Bremen fast abgestiegen. Kommt zu allem Überfluss jetzt auch noch Abstiegsangst hinzu?

Nein, aber natürlich müssen wir auch nach unten gucken. Wenn du aber nicht gewinnst, wird’s schwer. Deswegen müssen wir uns jetzt endlich als Mannschaft zusammenraufen und das zeigen, was wir können. Das Potenzial ist doch da, keine Frage. Wir haben das Zeug, uns da unten herauszuziehen. Das geht aber nur, wenn wir das alle gemeinsam tun. Ich hoffe, dass es jetzt auch der letzte kapiert hat, dass es nur über die Einstellung geht.

Könnte ein einziges Erfolgserlebnis der herbeigesehnte Brustlöser sein?

Es wird Zeit, dass wir wieder mal gewinnen. Am Sonntag gegen St. Pauli müssen wir die drei Punkte holen. Das ist wichtig, das zählt.

Das klingt, als hätten Sie das Spiel morgen gegen Tottenham und damit die Champions League bereits abgehakt?

Wichtig ist in erster Linie natürlich die Bundesliga. Aber ich habe die Champions League noch längst nicht abgeschrieben. Wir wollen versuchen, bei Tottenham ein gutes und erfolgreiches Spiel zu machen. So kann man sich auch Selbstvertrauen für die Partie gegen St. Pauli holen. Aber man muss auch sehen, dass wir dort nur der krasse Außenseiter sind. Tottenham ist sehr stark und der klare Favorit, zumal zu all’ unseren Problemen jetzt noch große personelle hinzukommen. Wir gehen auf dem Zahnfleisch. Es fahren sieben Amateure mit nach London, von denen wohl zwei in der Startelf stehen. Das darf man nicht vergessen.

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