Trainer sieht bei Werder weiterhin „Herausforderungen“ / Allofs: „Können keinen Besseren haben“

Thomas Schaaf verlängert bei Werder Bremen bis 2012

BREMEN - von Arne Flügge. Mal ehrlich, wohl kaum jemand hat daran gezweifelt, dass Trainer Thomas Schaaf bei Werder Bremen bleibt. Seit gestern Abend, 17.32 Uhr, ist es amtlich: Der 48-Jährige hat seinen im Sommer 2010 auslaufenden Vertrag an der Weser vorzeitig um zwei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2012 verlängert – ohne großes Brimborium, nur auf einer 30-Zeilen-Pressemitteilung vom Club verkündet.

Die laut Sportchef Klaus Allofs „wichtigste Personalie“ wurde in aller Stille abgehandelt und unaufgeregt verkündet: Zwischen Nachmittagstraining und dem Abflug heute Morgen nach Spanien. Wer Schaaf kennt, für den ist das nichts Außergewöhnliches. Er selbst hat sich in den jetzt zehn Jahren als Coach bei Werder nie groß in den Mittelpunkt gestellt. Die Arbeit mit der Mannschaft geht vor, so wie gestern die Vorbereitung auf das Europa-League-Spiel morgen bei Athletic Bilbao. „Ich sehe, dass Werder auch weiterhin eine interessante Mannschaft hat, um unsere Ziele verfolgen zu können. Deswegen fiel es mir nicht schwer, die neuen Herausforderungen anzunehmen“, wird Schaaf in dem Vereinsschreiben zitiert.

Nach zehn Jahren an der Weser ist der Coach also noch weiter hungrig auf Erfolg mit Werder. Die Herausforderungen, die er sucht, sind noch mehr Titel zu gewinnen, wieder die Champions League zu erreichen und dort vielleicht auch mal ins Viertelfinale einzuziehen. Vielleicht wünscht er sich auch, einmal die Europa-League zu gewinnen, nachdem Werder in diesem Jahr im Vorgänger-Wettbewerb, dem UEFA-Pokal, im Finale an Schachtjor Donezk gescheitert war.

Torsten Frings jedenfalls freut sich „riesig, dass der Trainer verlängert hat“. Den Werder-Kapitän verbindet mit Schaaf seit vielen Jahren eine ganz spezielle Beziehung. „Thomas ist nicht nur ein super Trainer, er ist auch ein ganz besonderer Mensch“, lobt Frings seinen Chef. Schaafs Vertragsverlängerung hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet, „und wir sind sehr froh, dass wir die Zusammenarbeit fortführen und jetzt verkünden können“, sagte Sportchef Klaus Allofs: „Thomas genießt bei uns einen hohen Stellenwert. Er hat über viele Jahre hinweg bewiesen, dass er mit seiner Fähigkeit, Mannschaften und Spieler zu verbessern, ein sehr wichtiger Faktor unseres Erfolges ist.“

Schaafs Werder-Vita in den letzten Jahren liest sich tatsächlich wie ein Erfolgsmärchen. Einmal Meister, dreimal DFB-Pokalsieger, Supercupsieger 2006, UEFA-Cup-Finalist 2009. Zudem führte Schaaf die Bremer fünfmal in Folge in die Champions League und machte elf junge deutsche Profis zu Nationalspielern. „Wir können keinen Besseren als Thomas haben“, sagt Allofs, „es macht einfach Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Allofs ist froh, als sportlich Verantwortlicher für Werder Bremen, die Personalie Schaaf zusammen mit seinen Geschäftsführer-Kollegen in trockene Tücher gewickelt zu haben. „Damit haben wir für unsere Arbeit wichtige Weichen für die nächsten zwei Jahre gestellt“, freute sich der Werder-Boss: „Die Konstellation Schaaf und Werder – das passt.“

Die Vertragsverhandlungen mit Schaaf bezeichnete Allofs als nicht schwierig. „Wir haben unsere Vorstellungen ausgetauscht“, erklärte der Sportchef, dabei hätte es keine Probleme gegeben. „Schließlich haben wir großen Wert darauf gelegt, dass der Trainer seinen Vertrag verlängert.“ Im Klartext, und das wollte Allofs nicht dementieren, ist Werder Schaaf bei Forderungen entgegen gekommen.

Allerdings, so betonte Allofs, seien die Vertragsverlängerungen mit Leistungsträgern wie Mesut Özil und Aaron Hunt „nicht Gegenstand der Gespräche oder Bedingungen in den Verhandlungen gewesen“. Der Trainer wisse, dass man manche Dinge nicht fordern könne. Wie zum Beispiel, „dass ein Spieler x oder y bleiben muss. Dem Trainer ist bewusst, dass eine Mannschaft heute so und morgen schon wieder ganz anders aussehen kann“, sagte Allofs. Natürlich werde Werder alles versuchen, um auch Özil und Hunt langfristig an den Verein zu binden. Priorität aber hatte zunächst Thomas Schaaf gehabt – jetzt sollen im Winter die anderen Personalien abgearbeitet werden.

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