Frankfurts neuer Coach Daum über Werder-Trainer Schaaf und seine Verbindung zu Bremen

„Thomas kann ganz schön laut werden“

Die Bundesliga macht Spaß: Frankfurt-Coach Christoph Daum freut sich auf das Wiedersehen mit Werder.

Werder-Bremen - (kni) · Während Werder im Abstiegskampf Thomas Schaaf vertraut und einen Trainerwechsel stets ablehnte, hat die Eintracht aus Frankfurt gehandelt: Für Michael Skibbe kam Christoph Daum – und der sorgte bei den Hessen für so viel öffentliches Interesse wie schon seit Jahren nicht mehr.

Daum ist eben ein ganz Besonderer seiner Branche. Der 57-Jährige gilt als großer Motivator und Lautsprecher. In der Bundesliga hat er schon für den 1. FC Köln, VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen gearbeitet. Neben einem kurzen Engagement bei Austria Wien sorgte Daum vor allem in der Türkei für Aufsehen, wo er mit Besiktas und Fenerbahce Meister wurde. Nun ist er zurück in der Bundesliga – und nach dem 1:1 zum Auftakt in Wolfsburg ein gefragter Mann. Trotzdem fand er vor dem Abstiegskrimi morgen gegen Werder noch kurz Zeit, um einige Fragen zu beantworten.

Herr Daum, sind Sie schon aufgeregt, oder ist für Sie als erfahrenen Coach eine Heimpremiere beim neuen Club nichts Besonderes mehr?

Unsere Tabellensituation, der wiedererstarkte SV Werder und mein erstes Heimspiel sorgen für eine freudige Anspannung.

Daum und Frankfurt – sind Sie böse, wenn man sagt „Lautsprecher trifft Leisetreter“?

Sie haben Recht, Thomas Schaaf kann ganz schön laut werden (lacht).

Was haben Sie mit Frankfurt vor?

Ich will den Traditionsverein Eintracht Frankfurt mit all meiner Kraft und Erfahrung unterstützen, um das gemeinsame Ziel, den Klassenerhalt, zu erreichen.

Wie sehr hat Ihnen die Bühne Bundesliga gefehlt?

Die Bundesliga hat sich sehr gut in den personellen und in den infrastrukturellen Bereichen weiterentwickelt, und es macht mir Freude, meine Erfahrungen zum Wohle des deutschen Fußballs einzubringen.

Haben Sie auch Werder vermisst? Schließlich haben Sie gegen keinen anderen Club häufiger gespielt als gegen Bremen – 28-mal.

Ja sicher, meine Bremer Freunde zu treffen, ist immer etwas Besonderes.

Ihre Bilanz gegen Werder ist positiv: 12 Siege, 7 Unentschieden, 9 Niederlagen. Das sind doch gute Aussichten, morgen den Klassenerhalt perfekt zu machen, oder?

Viele Spiele waren sehr ausgeglichen, und auch morgen wird es schwierig, einen wichtigen Erfolg für die Eintracht einzufahren. Damit wäre aber der Klassenerhalt noch nicht perfekt gemacht.

Warum stecken vermeintliche Topteams wie Werder, Stuttgart oder Wolfsburg in diesem Jahr im Abstiegskampf?

Das kann ich nicht genau beurteilen, dafür bin ich zu weit von diesen Clubs entfernt. Alle Vereine hatten und haben mit wichtigen Spielerausfällen und Leistungsschwankungen ihre Probleme gehabt – wie auch Eintracht Frankfurt.

Auch Sie haben vom schnellsten Trainerkarussell in der Bundesliga aller Zeiten profitiert. Sind Werder und Thomas Schaaf mit ihrer Dauerbeziehung nicht mehr zeitgemäß?

Kontinuität wird immer zeitgemäß sein. Jeder Club muss für sich speziell entscheiden, welchen Trainertyp er als adäquat ansieht, um seine Ziele zu erreichen.

Hätten Sie gerne den Job von Thomas Schaaf, um mal langfristig in Ruhe arbeiten zu können?

Ich konnte bei einigen Clubs lange, das heißt über einen Zeitraum von drei bis vier Jahren, arbeiten und sehe diese lange Zusammenarbeit zwischen Werder Bremen und Thomas Schaaf als eine erfolgreiche und ideale Konstellation an.

Wer steigt am Ende ab, und fängt ihr Ex-Club Leverkusen Dortmund im Titelrennen noch ab?

Dortmund sollte der verdiente Meister in dieser Saison werden, und den Abstieg gönne ich keinem Verein.

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