Thomas Eichin sieht Verhandlungen gelassen entgegen, macht aber klar: Er bleibt, wie er ist

„Ich werde nichts ändern“

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Bis zum Sommer will Thomas Eichin Klarheit über seine Zukunft bei Werder Bremen haben.

Bremen - Eile? Stress? Zeitdruck? Nein, nein, nein – nicht bei Thomas Eichin, nicht wenn es um den eigenen Vertrag geht. Der Geschäftsführer von Werder Bremen tut so, als seien Gespräche über die Verlängerung seines noch bis 2016 laufenden Vertrags momentan das Unwichtigste auf der Welt. „Es geht doch um mich, nicht um einen ablösefreien Spieler“, sagt er und würde das Thema am liebsten ganz im Verborgenen behandeln.

„Nichts für die Öffentlichkeit“ sei der Weg bis zu einer Entscheidung. Dass die kommen muss und kommen wird, ist klar. Nur eben nicht hopplahopp. Seine Vorstellung: „Bis zum Sommer muss das erledigt sein. Dann müssen wir wissen, wohin die Reise geht.“

Besser noch vorher. Denn Eichin ist bei Werder der Mann, der ständig die Zukunft der Mannschaft plant. Da ist es angebracht, wenn seine eigene Zukunft nicht von Fragezeichen begleitet wird. Aufsichtsratschef Marco Bode hat deshalb bereits Gespräche mit dem Geschäftsführer angekündigt. „Wir sind zufrieden mit seiner Arbeit. Wir werden sicherlich in der nächsten Zeit Gespräche mit ihm über eine Verlängerung seines Vertrags führen“, hatte er gegenüber dieser Zeitung gesagt. Einen konkreten Termin nannte er nicht, es soll ja niemand etwas wissen und mitbekommen. Bode ist an einem geräuschlosen Vorgehen gelegen.

Ob es klappt? Es ist nicht zwangsläufig zu erwarten, dass es reibungslose Verhandlungen werden zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Geschäftsführer Sport. Es gilt nicht mal als sicher, dass sie zu einer Einigung führen werden. Denn Eichin wird Forderungen stellen. Eine davon wird lauten: Mehr Geld, bitte! Nach zwei Jahren im Amt ist er nicht mehr der preisgünstige Novize, bekommt aber noch einen Anfängerlohn. Folglich wird der Wunsch nach einem satten Gehaltszuwachs garantiert ein Verhandlungspunkt werden.

Außerdem spielt auch das Ansehen des Sportchefs im Club eine Rolle. Er ist nicht überall beliebt, sieht darin jedoch kein Problem. Eichin über Eichin: „Ich habe meine Art zu arbeiten. Und daran werde ich nichts ändern.“ Dass er intern aneckt und denen, die sich als Werder-Familie begreifen, auch mal auf die Füße tritt, ist sogar gewollt. Manchmal jedenfalls. „Es kann sein, dass ich die Böse-Bube-Rolle spielen muss, was auch nicht schlimm ist. Ich finde, dass die Kombination aus Werderanern und Zugereisten ganz gut und zielführend ist“, erklärt er und ergänzt: „Man muss sich nicht immer in den Armen liegen, um erfolgreich miteinander zu arbeiten.“

Marco Bode hatte sich ähnlich geäußert, damit dem Thema „Interne Beliebtheit“ die Brisanz genommen. „Ich habe“, setzt Eichin nun zum Nachschlag an, „auch nicht das Gefühl, dass ich hier keine Wertschätzung erfahre“. Es sei „alles in Ordnung“ zwischen ihm und seinen Vorgesetzten sowie ihm und seinen Mitarbeitern. Die größte Wertschätzung wäre aber zweifellos die Vertragsverlängerung. Für Eichin, den einst als langjähriger Eishockey-Manager kritisch Beäugten, wäre das so etwas wie das Fußball-Manager-Diplom.

csa

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