Ergebnisse der Werder-Umfrage 

Meinungen und Kommentare der Fans - Teil drei

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Meinungen und Kommentare: Das sagen die Fans.

Bremen - Der SV Werder Bremen ist als Tabellen-14. der Bundesliga ist nur sechs Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Die Kreiszeitung hat bei den Fans nach den Gründen und Lösungsvorschlägen gefragt. Hier der dritte Teil der Antworten.

Danke - Wir haben überwältigend viele Nachrichten und Kommentare bekommen, die wir leider gar nicht alle in der Zeitung veröffentlichen können. Hier einige ausgewählte Kommentare der Werder-Fans:

"Kleine Brötchen backen"

Ja, auch ich gehöre inzwischen zu den Personen, die sich einen Wechsel in der sportlichen Leitung der Sparte „Profifussball“ wünschen. Vereinsinterne Ikonen wie ein Willi Lemke (er hat mit Sicherheit viele Verdienste um den Verein) oder ein Herr Fischer sollten sich von ihren Posten verabschieden. Es wird immer von frischem Wind gesprochen, wo bleibt er? Wenn bei der Planung bzw. Besetzung des Kaders nur die klammen Kassen maßgebend sind, dann wird man auch in Zukunft kleine Brötchen backen.

Dann kommen wir einmal zum Trainer. Lieber Thomas Schaaf, warum kann man nicht einmal mit etwas mehr Elan und Esprit an der Seitenlinie stehen? Ist das im tagtäglichen Training genau so? Wenn ja, dann kann ich es gut verstehen, dass keinerlei Feuer und Enthusiasmus in der Mannschaft zu sehen ist. Gerade in einer derartigen Situation muss ich doch die Mannschaft motivieren und anfeuern und nicht mit verschränkten Armen und miesepetrigem Gesicht an der Seitenlinie stehen. Kann man nicht auch einmal einem Spieler nach der Auswechslung in Empfang nehmen? Machen andere doch auch. Hier scheint das die Aufgabe von Wolfgang Rolff zu sein.

Wie schon gesagt: Kann man mit diesem Auftreten die Truppe entsprechend motivieren und anheizen?

Zum Schluss die Truppe selber. Schaue ich mir andere Mannschaften im Vergleich an, dann stelle ich immer wieder fehlende Lauf- und Kampfbereitschaft fest. Andere Mannschaften sind 90 Minuten mit höchstem Tempo in Bewegung, laufen und doppeln jeden Gegenspieler, wenn der im Ballbesitz ist. Wird der Ball verloren, dann setzt man nach. Bei Werder steht man anschließend, lamentiert, rauft sich die Haare und lässt die anderen laufen. Das reicht nicht in der ersten Liga.

Wenn ich momentan nicht das Geld und damit die Klasse für „Europa“ habe, dann reihe ich mich um Platz zehn ein und biete meinem Publikum alle 14 Tage ein zumindest kämpferisches Spektakel. Das zahlende Publikum hat ein Recht auf 100 Prozent Leistung der Akteure.

Einen Wechsel auf der Trainerposition kann ich mir aktuell nicht vorstellen, obwohl es dringend notwendig wäre.

a.) Gibt es aus meiner Sicht auf dem Deutschen Markt niemanden, der sich das Thema „Werder“ antun möchte.

b.) Kann man so jemanden zusätzlich bezahlen?

c.) Herr Schaaf wird von sich aus nicht zurücktreten. Er weiß ganz genau, dass er mit seinem derzeitigen Auftreten etc. keinerlei Angebote aus der Liga bekommen würde. Somit bleibt man seinem SVW treu und geht in die zweite Liga.

Ich wünsche mir, dass man bis zum Spiel in Mainz Einsatz, Dynamik und Auftreten der Mannschaft ändert, ansonsten ist man schneller in der Relegation als man glaubt. Und wenn man Immer noch so blauäugig sein sollte und der Meinung ist, dass die Relegation leicht zu schaffen ist, der schaue sich bitte die in Frage kommenden Mannschaften an: Kaiserslautern und Köln – das ist kein Zuckerschlecken.

Bernd Renzelmann, Bremen

"Die Saison fing hoffnungsvoll an"

Seit einigen Jahren schon schlägt mein Herz für Werder. Die letzten drei Spielzeiten, einschließlich der aktuellen, erinnern mich stark an die Endsiebziger Jahre, die bekanntlich mit dem Abstieg endeten. Ich glaube, die Ursache der jetzigen Situation ist eine Aneinanderreihung personeller Fehlentscheidungen, bereits seit 2009. Die Abgänge guter, hochwertiger Spieler, unserer Leistungsträger wurden von Jahr zu Jahr schlechter kompensiert. Hier möchte ich die Spieler gar nicht aufzählen, die heute bei anderen Vereinen erfolgreich spielen. Dennoch wurde immer versucht, die spielerische Klasse zu halten, was mit dem übrig gebliebenen Personal einfach nicht möglich war und ist.

Dass wir gegen Bayern verlieren ist keine Schande (1:6, na ja). Dass wir aber gegen Augsburg und Fürth nichts zustande bringen, enttäuscht mich schon sehr. Und hier vermisse ich bei der Mannschaft den Siegeswillen. Wenn's spielerisch nicht klappt, werden auch die Ärmel nicht hoch gekrempelt. Spieler, wie Torsten Frings konnten das noch, aber auch hier fehlt natürlich der entsprechende Ersatz. Hier ist der Trainer gefragt. Er muss der Mannschaft vermitteln, dass man ein Spiel auch mal über den Kampf gewinnen kann und muss.

Die Saison fing hoffnungsvoll an, gut gespielt aber wenige Punkte. Nun werden Stimmen laut,die sagen, das System ist falsch. Dem möchte ich mich nicht direkt anschließen, gleichwohl können die Spieler das System nicht bedienen, bzw. der Trainer den Spielern nicht vermitteln, wie man das genau macht. Ausgerechnet in dieser Saison, da wir mit wahrlich wenigen Mitteln die CL Qualifikation hätten packen können. Aber so, wo keiner richtig zupacken will, sind sechs Punkte Vorsprung auf den 16. Platz nicht so richtig viel. Gerade jetzt, wo wieder „schwere“ Gegner auf uns warten.

Matthias Pelikan, Schellhorn

Gründe für den Niedergang:

Transferpolitik: Anstatt einmal in der Bundeslige gute Spieler von damals noch niedrigeren Vereinen wie Mainz, Freiburg oder Gladbach (Dante gab es mal günstig) zu verpflichten, um das Abwehrloch zu stopfen, meint man durch ständige Versuche mit No-Name-Spielern bessere Lösungen zu finden – es klappte nicht. Qualität, die abgegeben worden war, wurde nicht entsprechend ersetzt. Besser wäre es gewesen, Geld auszugeben und mit Qualität die Champions-League-Teilnahme zu sichern, als ständig auszuprobieren und dadurch das Geld von Klose, Özil, Diego (alle zu günstig verkauft) zu verplempern.

Es fehlen richtige Stürmer. Werder hat x Möchtegern-Mittelfeldspieler und Regisseure, aber keinen richtigen Stürmer. Es war immer so, dass eine Granate im Sturm den anderen Stürmer mitgerissen hat und auch das Mittelfeld mitgezogen hat. Das war bei Klose, Ailton, Pizarro so aber wenn man da knickrig ist... Die gegnerische Abwehr hatte die Hosen voll, und die anderen hatten leichtes Spiel.

Es war keine überraschende Aussage, dass ein Club, der Jahre in der Champions League gespielt hat, sich plötzlich den Kader nicht mehr leisten kann. Obwohl Werder damals mit der Targobank im Vergleich gar nicht schlecht dastand beim Sponsorenranking? Das kann eigentlich bei hanseatischen Kaufleuten nicht passieren. Die Wahrheit ist meines Erachtens, dass der Umbau des Stadions weit mehr gekostet hat als zugegeben wurde. Und da die Millionen von Özil und Co hingeflossen sind.

Ein Stadion für einen Preis umzubauen, von dem man ein neues Stadion bauen könnte und dann nur geringfügig mehr Plätze/Einnahmen zu haben, unglaublich.... Schmuckstück ohne Wert, die Logen reißen es auch nicht raus, da die leer sein werden, wenn Werder um den Abstieg oder zweite Liga spielt. Unglaublich, wer das kalkuliert hat.

Der Trainer: Thomas Schaaf ist ein super Mann, wenn er die richtigen Leute bekommt. Aber Werder war von Anfang an seit 1999 eine Schießbude, man war offensiv nur immer besser und konnte vorne mehr Tore schießen als hinten reinbekommen. Sprich: Werder hatte nie eine stabile Abwehr. Und ohne Stürmer wie jetzt, geht es nicht mehr.

Abnutzung der Talentförderung: Thomas Schaaf kann seit diverser Zeit keine Leute besser machen. Viele Talente schaffen es bei ihm nicht mehr, was am Anfang der Fall war. Junge Leute, die eine Halbserie gut waren verschwinden zu den Amateuren oder sind dann woanders gut (Kruse, Trybull, Hartherz, Füllkrug).

Umbruch: Der Umbruch war wichtig und auch in vielen Bereich nachvollziehbar und wichtig. Aber ich glaube, Schaaf ist nicht mehr der Trainer, der einen wirklichen Umbruch leiten sollte. Zu einem richtigen Umbruch gehören auch neue Wege und Ideen. Und auch in der Führung sollte ein Bremsklotz wie Lemke den Hut nehmen.

Wasserkopf reduzieren: Ein Mann geht (Klaus Allofs) und drei Mann ersetzen ihn? Verdienen die alle nur ein Drittel von KA oder hat Werder doch wieder Kohle? Da frag ich mich, was hat der Adidas-Mann Klaus Filbry eigentlich schon geleistet? Sollte er nicht auf Grund seiner tollen Kontake in die Wirtschaft Werder neue Sponsoren beschaffen? Dass ich nicht lache, jetzt haben wir eine Hühnerbrust samt Imageschaden – wie bei KiK (Kinderarbeit), Reno und Targobank (gelten als Finanzverbrecher). Da wäre doch ein Born weitaus besser. Der hat wenigstens klare Vorstellungen und hat damit auch den Club weitergebracht. Ich glaube, er würde auch weitermachen, wenn nicht bestimmte Menschen im Verein wären.

Ärzte: Also, es ist schon komisch, dass Werder bis auf dieses Jahr in den Jahren zuvor fast immer die meisten Verletzten hatte. Und das meist schon während der Vorbereitung auf Norderney. Wird da richtig vorbereitet? Machen die Ärzte alles richtig? Es ist ja schon wundersam, dass nicht wenige Ehemalige die Werder-Ärzte in Frage gestellt haben.

Kommunikation: Dazu passend Willi Lemke. Wie kann es sein, das öffentlich mit Allofs darüber gestritten wird, ob man einen super Mann wie Sokratis ausleihen kann oder nicht? Und auch die öffentliche Bloßstellung, dass Werder sich niemanden kaufen kann und die Leistungsträger verkaufen muss. Ich frage mich, welcher halbwegs intelligente Spieler in Europa geht denn jetzt noch freiwillig zu Werder? Geld wollen doch alle verdienen. Und wenn man öffentlich sagt, hier is Flasche leer, dann muss man sich nicht wundern, wenn keiner kommt.

Zukunft: Vieles ist auf den Weg gebracht, aber wir brauchen einen neuen Trainer mit guter Talentarbeit. Denn Sokratis, Kevin De Bruyne und Marko Arnautovic werden Werder verlassen, das steht für mich fest. Damit sind die letzten Leistungsträger weg. Petersen wird gekauft, und Bayern lässt sich das ordentlich bezahlen. Dann hat man einen Mittelmaß-Stürmer, der auch keinem einen Schrecken einjagt. Der neue Trainer sollte zusammen mit Eichin gute Talente, die sich schon woanders bewiesen haben, holen und schauen, was von den aktuellen Werder-Talenten wirklich zu gebrauchen ist. Warum kaufen wir nicht mal Mainz und Freiburg die Talente weg, da sollten wir doch mal etwas besser finanziell dastehen.

Grundlegend sollte bei Werder wieder der Geist des Aufbruchs herrschen und damit gute Spieler an die Weser gelockt werden, da sie sich hier in Ruhe entwickeln können. Das geht nur ohne Schaaf, schade aber muss sein. Mögliche Trainer aus meiner Sicht: - Thomas Tuchel (kann aus wenig viel machen, bezahlbar), Mirko Slomka, Armin Veh, Lucien Favre.

Timo Wolters, Weyhe

Der Trainer

Der Trainer kann die Mannschaft schon lange nicht mehr erreichen.

Felix Dünsen, Wildeshausen

"Angezogene Handbremse"

Sportlich gesehen fehlt ein funktionierendes Mannschaftsgerüst. So genannte Führungsspieler, die die Richtung vorgeben, sind im Prinzip nicht vorhanden, bzw. sind mir ihrer eigenen schwankenden Leistung beschäftigt. Was das generelle Problem angeht: Es ist kein Zufall, dass es mit Werder nach und nach bergab gegangen ist, seitdem Lemke aus der Politik raus ist und bei Werder verstärkt rumrührt. Der Mann gehört endlich mal abgelöst! Mit Profifußball hat das ganze, wie Lemke die Dinge angeht, absolut nix zu tun. Mit Born hatte Werder jahrelang die Idealbesetzung im Vorstand. Dass er aus dem Verein raus ist – und das ist ja nicht mal mehr ein Geheimnis – liegt voll und ganz an Lemke! Wie lange darf dieser Mann Werder noch „regieren“, bis auch er endlich mal von den Verantwortlichen in Frage gestellt wird? So lange Willi Lemke bei Werder etwas (Entscheidendes) zu sagen hat, wird unser geliebter SVW das bleiben, was er jetzt ist: ein Provinzclub, der mit angezogener Handbremse versucht, bergauf zu fahren.

Tobias Christ, Bremerhaven

Fischer Wind durch Eichin

Ich denke, dass mit Thomas Eichin frischer Wind von außen in die Werder-Familie gekommen ist. Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ich denke aber auch, dass dem Verein frischer Wind im Trainerteam, vielleicht sogar auf der Chef- oder Assistenztrainerposition gut tun würde! Die Anzahl der Gegentore, sowohl in den letzten als auch in der aktuellen Saison, ist deutlich zu hoch!

Patrik Neugebauer, Klein Lafferde

Schlechte Spielereinschätzung

In den letzten Jahren wurde definitiv eine schlechte Spielereinschätzung betrieben. Und da sind nun mal die Herren an vorderster Front gefragt. Herrn Schaaf und Allofs. Und dennoch gleich vor ab: Ich bin ein Schaaf-Befürworter. Welcher Verein hat schon einen echten Fan als Trainer? Er soll einfach wieder voll und ganz seinen Gedanken folgen und sich durch nichts aus der Bahn werfen lassen.

Ich habe den Eindruck, es wurde sich bei Transferaktivitäten auf den Champions League-Millionen ausgeruht, sich nur nach angeblich fertigen und teuren Spielern umgeschaut. Wo sind die billigen Ismael-Kandidaten in den letzten Jahren geblieben? Die spielen alle mittlerweile woanders und sind nicht mehr zu bezahlen (Patrick Herrmann, Philipp Wollscheid).

Was ich jetzt schreibe ist mein Ernst! Said Husejinovic durfte ein Mal am 13. Dezember 2008 gegen den VfL Wolfsburg von Anfang an spielen. Das war richtig gut. Danach hat er nie wieder eine echte Chance bekommen. Okay, ich bin nicht bei jedem Training dabei, ich kann nur das beurteilen, was ich in diesen Minuten im TV sehe.

Denni Avdic, hatte am 02.04.2011 zu Hause gegen den VfB Stuttgart eine richtig gute Partie gemacht. Er war zwar danach viel verletzt, aber andere bekommen schneller eine neue Chance.

John Jairo Mosquera! Über den muss ich nicht viel schreiben. Das ist ein richtig guter Stürmer. Der hätte bei uns noch mehr getroffen als für Union in Liga 2. Supertyp!

Gut, Max Kruse und Martin Harnik trauern wohl alle nach.

Lukas Schmitz ist zwar auch noch ein junger Bursche, aber da setze ich doch ganz klar auf Florian Hartherz.

Nils Petersen, lasst euch nicht blenden von den elf Saisontoren! Die müssen zwar erst mal geschossen werden, aber ein Oliver Bierhoff war ja auch mal Torschützenkönig in Italien. Petersen ist ein reiner One-Touch-Vollstrecker. Fußball „mit“spielen kann er nicht. Tut mir leid, für die erste Liga reicht das nicht. Warum wurde nicht schon in der Hinrunde Niclas Füllkrug da vorne die Chance gegeben? Sogar eine Doppelspitze mit Elia und Arnautovic könnte ich mir gut vorstellen.

Aymen Abdennour, den fand ich gut. Der war damals noch im taktischen Bereich unerfahren, aber da hat man doch absolutes Potenzial sehen können. Nein, nur weil die Medien ihn zerreißen, wird sich nicht getraut, weiter auf ihn zu bauen.

Ich möchte damit nur sagen, dass im Scoutingbereich neu angesetzt werden muss. Und die Nachwuchskicker, die wir schon haben, benötigen wieder bzw. noch mehr Chancen. Ich hoffe, dass Özkan Yildirim in Mainz spielen wird, dass Levant Aycicek ab nächster Saison voll angreifen kann und vielleicht ein Cimo Röcker mal ran darf. Philipp Bargfrede wird noch wichtig für die letzten Spiele.

Wir haben die Lösungen für unsere Probleme vor Augen, nur sehen wir sie nicht immer. Johannes Wurtz hätte bei mir schon längst Bundesliga-Luft schnuppern dürfen.

Was anderes: Vereinsbrille hin oder her, so viel Pech wie letzte Saison, was den Spielverlauf angeht, hat ein Verein in so kurzer Zeit selten. Wenn Rosenberg nicht sieben Mal den Innenpfosten getroffen hätte, sondern ins Tor, hätten wir ihn wohl nicht mit 15 Saisontoren ziehen lassen, die Fans hätten ihn nicht niedergemacht und es hätten wohl zehn Punkte mehr auf dem Konto gestanden.

Der SV Werder Bremen lässt sich ja normal nicht so schnell von den Medien blenden, aber wir tun es immer mehr und dies färbt irgendwann auf Trainer und spätestens dann auf die Mannschaft ab. Es ist nicht alles schlecht! Das muss als erstes wieder in die Köpfe rein. Schaut euch doch mal die ersten Spiele an, trotz Niederlagen, vor allem in Dortmund und Hannover. Wo ist diese Mannschaft? Dieses Potenzial muss doch noch irgendwo vorhanden sein.

Also, Fehler wurden definitiv die letzten Jahre gemacht, aber jetzt mal wieder die Köpfe freiwerden lassen, vor allem die Köpfe der Spieler. Denn dieser freie Kopf ist beim Fußball die wichtigste Grundvoraussetzung. Wenn all das nicht mehr weiterhilft: Thomas Schaaf, packen Sie die Raute wieder aus! Elia und Arnautovic vorne rein und los geht’s.

Ich könnte noch stundenlang schreiben, von einem auf das andere Thema springen, aber ich lasse es jetzt gut sein.

Rüdiger Heckmann

"Peinlich"

Die wichtigste Frage zu Werders inzwischen jahrelangem Niedergang ist die nach dem desaströsen Abwehrverhalten. Die Spiele zeigen eklatant, dass es ein intensives Zusammenspiel zwischen Torwart mit seinen Vorderleuten nicht gibt. Weder Mielitz noch seine Vorderleute wissen, wie sich der jeweils andere verhält. Bei jeder Flanke in den eigenen Strafraum herrscht heilloses Chaos. Der fußballerische Grundsatz, dass der Torwart den Fünfmeter-Raum beherrschen sollte, weil er durch seine zusätzliche Armlänge und durch den zusätzlichen Schutz der Torwartregel im Fünfmeter-Raum abgesichert wird, trifft hier nicht zu. Man muss durch die Spiele zu der Auffassung gelangen, dass ein intensives Training mit Mannschaft und Torwart praktisch nicht stattfindet, sonst wäre so ein Durcheinander nicht möglich! Ich will damit deutlich machen, dass zum individuellen Torwart- auch Mannschaftstraining mit dem Torwart gehört. Auf der Linie war ein Wiese ebenso stark wie Mielitz.

Die Zusammensetzung der Abwehr ist so wie im letzten Spiel mit dem vorhandenen Personal richtig, da dadurch die Qualitäten von Sokratis optimal genutzt werden. Mir ist allerdings ein Rätsel, wie man Spieler wie Sebastian Prödl oder Mehmet Ekici überhaupt gekauft hat. Prödl fehlt die Beweglichkeit und Antrittsschnelligkeit. Er sowie auch die gesamte Abwehr spielt zu sehr Raumdeckung und kommt oft zu spät in den Zweikampf.

Das Spiel mit der Doppel-Sechs ist intensiver, weil dadurch die Außenverteidigung mehr Möglichkeiten hat, sich in den Angriff einzuschalten. Als offensive Mittelfeldspieler sollten Kevin De Bruyne und Aaron Hunt aufgeboten werden, weil sie am passsichersten und technisch versiertesten sind. Es verbleiben die Angreifer Nils Petersen und Marko Arnautovic, die allerdings noch flexibler agieren und besser aufeinander eingestellt sein müssten.

Sowohl Arnautovic als auch Elia bleiben trotz ihrer guten technischen Fähigkeiten relativ wirkungslos, weil sie durch ihr starres Verbleiben an der Außenlinie keinen ausreichenden Aktionsradius haben, um ihre Fähigkeiten auszuleben und damit aktiver am Offensivspiel teilnehmen zu können. Bei zwei Sechser-Positionen würden sich für diese beiden Spieler dann weitestgehend Abwehraufgaben erübrigen.

Zum Trainerverbund: Thomas Schaaf ist in seiner Spielanalyse und seinen öffentlichen Statements peinlich. Seine ständigen „wir haben uns schlecht präsentiert, daran müssen wir arbeiten, beim nächsten Spiel wird alles besser, ich bin enttäuscht und sauer, etc., etc.“ wollen weder Journalisten noch Werder-Anhänger hören. Das erklärt auch die inzwischen fehlenden Sendezeiten und das gestiegene bundesweite Desinteresse des Vereins Werder Bremen.

Rainer Siemers, Harpstedt

Schönspielerei

Vorbei ist die dauerhafte Präsenz von Werder in Europa, es droht sogar der Abstiegskampf. Die Tendenz ist besorgniserregend. Jahrelang galt Trainer Thomas Schaaf als Entwickler von jungen Talenten, seit einiger Zeit stagniert die Entwicklung. Inzwischen hat Werder mit 51 Gegentoren mehr Gegentore als der Tabellenletzte kassiert. Jahrelang hielt Schaaf an seiner Raute fest, in dieser Saison wechselte er das System auf ein 4-1-4-1. Erkennbar ist, dass das Mittelfeld mit zu viel offensiv denkenden Spielern besetzt ist.

Die Umstellung auf zwei „Sechser“ im Auswärtsspiel in Mönchengladbach war nach der Heimniederlage in Augsburg richtig, im Heimspiel gegen Fürth aber falsch, dort erwartete man gegen den Tabellenletzten mehr Offensive. Ich habe den Eindruck, die Zeit von Thomas Schaaf ist abgelaufen, er kann die Mannschaft nicht mehr erreichen, es mangelt an Laufbereitschaft und an dem unbedingten Willen, den Sieg auch zu wollen. Einige Profis mögen nur die Schönspielerei (zum Beispiel Arnautovic), aber damit holt man nicht die nötigen Punkte. Jetzt müssen alle an einem Strang ziehen, es sind Kämpfertypen gefragt. Es ist kurz vor zwölf.

Werner Adolph, Sulingen

Zurück zur Raute

Zurück zur Raute und einer Doppelspitze (4-4-2). Das war immer Werders Stärke. Damit wird es klappen, auch ohne definitiven Spielmacher.

Tobias Clever, Herscheid

Kein adäquater Ersatz

Die wirklichen Probleme liegen schon Jahre zurück. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, doch hat sich damals die Trennung von Herrn Born so dargestellt, als würde sie von Herrn Lemke forciert, um die eigene Position zu stärken. Es ist für einen Außenstehenden schwer einzuschätzen, ob die finanziellen Probleme schon zuvor, oder erst danach auftraten. Fakt ist jedoch, dass seitdem die sportliche Entwicklung negativ verläuft. Für mich bildet Herr Lemke damit eine der zentralen Rollen. Seine eigene Machtposition scheint wichtiger als der Verein, was deutlich am Weggang der letzten gegen ihn aufbegehrenden Person – Klaus Allofs – wird. Gelder werden verschwendet, Spieler landen im Ausverkauf und es wird kein adäquater Ersatz beschafft. Herr Lemke ist jedoch nicht für alles verantwortlich, sondern nur für die finanziellen Probleme und das Budget für den Kader.

Auch wenn es oft dementiert oder früher der Doppelbelastung angelastet wurde: Werder hat ein Problem mit der medizinischen Abteilung und/oder dem Training. Die Anzahl von Verletzten ist deutlich zu hoch.

Es ist leicht zu sagen, es liegt alles am Trainer, doch hatten wir mit Thomas Schaaf auch viele Erfolge. Ich kann mir einerseits nur schwer vorstellen, dass er jetzt auf einmal alles falsch machen soll. Doch zeigt sein Handeln auf dem Platz auch deutliche Mängel. Als bestes Beispiel kann da das Spiel gegen Fürth dienen. Schon nach 20 Minuten waren die Schwächen von Theodor Gebre Selassie und Tom Trybull klar zu erkennen. Dies musste auch Schaaf aufgefallen sein, denn nach der Halbzeit wurden beide ausgewechselt. Nur frage ich mich, weshalb nicht einen von beiden bereits nach spätestens 30 Minuten rausnehmen, um so eventuell eine Signalwirkung auf das Team zu haben – und somit auch rechtzeitig Probleme abzustellen.

Ich finde die taktische Ausrichtung mit einer Doppel-Sechs durchaus gut, nur leider haben wir kein Team, das zur Zeit bundesligatauglich ist. Ob dies am Trainer liegt, vermag ich nicht zu sagen. Allerdings sind die Fehlpässe und der mangelnder Einsatz einiger beängstigend.

Ein weiteres Problem sind die schlechten Verpflichtungen in den letzten Jahren. Bis auf Sokratis und Zlatko Junuzovic hat mich keiner unserer Neuzugänge überzeugt (gekaufte Spieler). Unsere Leihspieler sind da schon deutlich besser, allen voran Kevin De Bruyne. Doch wird Werder diesen nie halten können. Gleiches wird wohl für Sokratis und eventuell ein oder zwei andere gelten. Damit wird es in der nächsten Saison genauso weitergehen – noch weniger Qualität, viele Talente, deren Leistung nicht ausreicht. Man kann nur schwer eine Mannschaft aus lauter Talenten bilden.

Auch wenn der Kader relativ groß ist, fehlt es deutlich an Qualität. Wie oft in der Presse berichtet, liegt ein klares Problem bei den Außenverteidigern. Für meinen Geschmack haben wir davor jedoch zwei andere Problemstellen. Ohne Frank Baumann oder Torsten Frings steht kein echter Sechser im Kader. Philipp Bargfrede ist eher im rechten Mittelfeld zu gebrauchen, Clemens Fritz ist zu langsam, Tom Trybull fehlt auf Dauer noch Erfahrung und Konstanz – und Zlatko Junuzovic ist eher offensiv.

Die zweite Position ist ein Ballverteiler – dieser könnte durchaus auch zeitgleich einer der Sechser sein. Aktuell haben wir noch De Bruyne, aber nur noch acht Spiele, dann ist er weg.

Seit Jahren sinkt unsere Torgefährlichkeit gerade bei Standards. Aus Ecken und Freistößen entsteht kaum mehr Gefahr – im Gegenteil, oft fängt sich Werder bei einem Konter nach einer Ecke ein Tor ein.

Dies sind Dinge, die klar geübt werden können/müssen. Wenn die Mannschaft dies nicht hinbekommt, liegt es entweder am Trainer, an den Spielern oder an beiden.

Holger Flathmann, Sudwalde

Junge Spieler

Werder braucht eine neue Mannschaft mit vielen jungen Spielern.

Jürgen Anneken, Berlin

Victor Skripnik

Thomas Schaaf muss sofort gehen. Interimsmäßig sollte Victor Skripnik übernehmen – und in der restlichen Zeit sollte ein Nachfolger zur nächsten Vorbereitung gefunden werden.

Dominik Markovsky, Göppingen

Christian Streich

Thomas Schaaf erreicht die Mannschaft schon seit Jahren nicht mehr. Er sollte Platz machen für einen neuen Trainer – zum Beispiel Christian Streich.

Markus Michalski, Hüffelsheim

Neuanfang auf allen Ebenen

Das, was schon vor zwei Jahren hätte passieren müssen: Werder braucht einen Neuanfang auf allen Ebenen, insbesondere einen neuen Trainer. Thomas Schaaf sollte kurzfristig entlassen beziehungsweise zum Rücktritt überredet werden – am besten noch vor dem naechsten Spiel.

Daniel Antoine, Bremen

Defensive

Bremen ist in Abstiegsgefahr weil wir einen Trainer haben, der seit mindestens drei Jahren keine Defensive stabilisieren kann. Somit sollte jetzt mal ein Trainerwechsel erfolgen, um dies zu ändern und den Spielern somit das Alibi (Umbruch, junge Spieler, Fehler werden passieren) zu nehmen.

Simon Schmieder, Freiburg

"Ablösung dieses Dreigestirns“

Es müssen Leute ans Ruder, die Werder wieder nach vorne bringen. Die derzeitige Konstellation ist nicht zufriedenstellend. Seit die Herren Willi Lemke und Klaus-Dieter Fischer das Kommando haben, geht es mit Werder kontinuierlich bergab. Thomas Schaaf scheint die Situation nicht mehr in den Griff zu bekommen. Folglich wäre eine Ablösung dieses „Dreigestirns“ die naheliegendste Lösung. Das ist auch keine persönliche Antiphatie, sondern nüchterne Analyse.

Michael Tietjen, Bremen

Abwärtstrend

Falsches System und falsche Taktik. Der Trainer scheint dem Problem völlig hilflos gegenüber zu stehen. Es wurde schon viel zu lange am Trainer festgehalten, obwohl seit rund drei Jahren ein ständiger Abwärtstrend zu sehen ist. Der Trainer sollte sofort entlassen werden – und im Anschluss darf auch vor Willi Lemke kein Halt gemacht werden. Er hat viel zu lange in für mich fahrlässiger Weise die Augen verschlossen. Also Trainer und Lemke sollten umgehend gehen. Zunächst würde ich Victor Skripnik und/oder Dieter Eilts die Verantwortung übertragen.

Lothar Lackmann, Fintel

Trainerwechsel

Mein Vorschlag: Trainerwechsel und bessere Abwehrspieler.

Ralf Venzlaff, Düsseldorf

"Viele Egomanen im Team"

Altbackener Vorstand, ratloser und beratungsresistenter Trainer, zu viele Egomanen im Team

Katja Warncke, Bremen

"1999 bis 2013 sind genug"

Es ist schwer zu beantworten, warum Werder gegen den Abstieg spielt. Was bei Werder jetzt passieren soll, ist klar: Trainer und ein neuer Vorstand sollen her. Es ist an der Zeit, dass man anfängt, den Mist aufzuräumen. Irgendwann muss man mal über den Trainer diskutieren. Man kann nicht immer der Mannschaft die Schuld geben. Wie schon auf dem Banner im Weserstadion zu lesen war: Schaaf, Fischer und Lemke: 1999 bis 2013 sind genug

Artur Wolf, Ostfildern

"Risiko wagen"

Werder muss neue Leute einkaufen und Willi Lemke entlassen, da sonst kein Platz für gute Spieler ist! Werder muss auch mal ein bischen Risiko wagen.

Liane Nowack, Güstrow

"Keine Führungspersönlichkeiten"

Die Entwicklung ist die logische Folge einer schlechten Einkaufspolitik in den letzten zwei, drei Jahren. Keine Führungspersönlichkeiten, keine Charaktere – und viele Spieler werden oft auf falschen Positionen eingesetzt

Gerd Melloh, Sulingen

„Verbraucht“

Vorstand und sportliche Leitung, insbesondere der Trainer, sind nach so langer Zeit im Amt „verbraucht“.

Sven Grützmann, Hamburg

Fanumfrage: Was muss jetzt bei Werder passieren?

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