Strafe für die Stadtderby-Schmach / Veh wirft Elia raus / Van Nistelrooy muss wohl auf die Bank

Tausende HSV-Fans wollen wegbleiben

Der eine stürmt, der andere erst mal nicht: Paolo Guerrero (l.) wird wohl heute statt Ruud van Nistelrooy im HSV-Angriff auflaufen.

Hamburg (mr) · Die Stadtderby-Schmach gegen St. Pauli (0:1) hat richtig unangenehme Folgen für den Hamburger SV – aber auch für einige Profis, die heute im Nordduell gegen Werder wahrscheinlich erst mal zugucken müssen.

Den HSV-Spielern droht ein Spießrutenlauf vor den eigenen Fans – zumindest vor denen, die überhaupt noch ins Stadion kommen. Vermutlich werden einige tausend (!) wegbleiben, als Strafe für die historische Niederlage am Mittwoch. „Da kann keiner zur Tagesordnung übergehen. Selbst ein Sieg über Werder wäre nicht viel wert“, glaubt Ralf Bednarek. Der Chef der „Supporters“, mit rund 60 000 Mitgliedern die größte Fangruppe, erwartet heftige Proteste der Anhänger. Gegenüber der „Hamburger Morgenpost“ sagte Bednarek: „Die Fanclubs diskutieren. Einige wollen nicht zum Spiel kommen, andere mit Häme reagieren. Und wieder andere finden, die Mannschaft verdiene es nicht, angefeuert zu werden.“

Linksverteidiger Dennis Aogo warb deshalb extra noch mal um die Gunst der Anhängerschaft: „Wenn man auf die Fresse fliegt, muss man definitiv aufstehen. Es ist wichtiger denn je, dass die Fans hinter uns stehen.“

HSV-Trainer Armin Veh reagiert auf die Derby-Niederlage mit harten Personalentscheidungen. Flügelstürmer Eljero Elia warf er gleich mal komplett aus dem Kader, einige andere schickt er heute offenbar auf die Ersatzbank. Betroffen sind David Jarolim, Änis Ben-Hatira, der allerdings leicht angeschlagene Marcell Jansen und der zuletzt extrem formschwache Stürmerstar Ruud van Nistelrooy, der von Paolo Guerrero ersetzt werden dürfte.

Viele Worte wollte Veh gestern auf der Pressekonferenz nicht verlieren: „Ich will mich kurz halten. Wir brauchen jetzt nicht mehr viel zu reden. Für mich ist wichtig, dass wir morgen auf dem Platz etwas zeigen.“

Geht’s wieder schief, würde Vehs Trainerstuhl wohl gewaltig wackeln. Rudi Gutendorf, der als Coach mit dem HSV 1977 die letzte Pleite gegen St. Pauli einstecken musste und etwa einen Monat später gefeuert wurde, prophezeite via „Bild“ schon: „Ich glaube nicht, dass er die Niederlage gegen St. Pauli überstehen wird.“ Veh, der in diesen Tagen ziemlich gezeichnet wirkt, konterte: „Rudi muss ja wissen, dass ich schon weg bin.“

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