Werder macht weiter Minus, der Etat wird aber trotzdem nicht gekürzt

Aus dem „Tanker“ soll ein „Schnellboot“ werden

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Sportchef Thomas Eichin (rechts) und Trainer Robin Dutt setzen sich in dieser Woche mit dem Aufsichtsrat zusammen und machen einen Plan, wie es mit Werder weitergehen soll.

Bremen - Das Saisonfazit war schnell gezogen. „Platz zwölf ist nichts Berauschendes, aber in unserer Situation in Ordnung“, meinte Thomas Eichin. Die alte Bundesliga-Spielzeit war gerade mal ein paar Minuten beendet, da beschäftigte sich Werders Sportchef schon mit der neuen.

Noch in den Katakomben der BayArena von Leverkusen, wo die Bremer ihr Abschluss-Spiel mit 1:2 (1:1) verloren hatten, sprach Eichin über die Zukunft – und erklärte, was ihm am wichtigsten ist: Dass der Etat nicht weiter reduziert wird und dass ein adäquater Ersatz für Aaron Hunt gefunden wird.

In dieser Woche setzen sich der Aufsichtsrat um Boss Willi Lemke, die Geschäftsführung mit dem Vorsitzenden Klaus Filbry, Klaus-Dieter Fischer und Eichin sowie Trainer Robin Dutt zusammen, um Bilanz zu ziehen. Es gibt eine intensive Analyse der aktuellen Saison und einen Ausblick auf die kommende. „Wir wollen mal schauen, was wir alles auf die Beine stellen können“, sagte Eichin.

Fakt ist, dass Werder den eingeschlagenen Konsolidierungskurs konsequent fortsetzen muss und wird. Der Aufsichtsrat wird darauf drängen, dass der Verein möglichst bald keine Verluste mehr macht und eine schwarze Null erreicht. In diesem Sommer wird das aber noch nicht der Fall sein. Das am 30. Juni endende Geschäftsjahr schließt Werder erneut mit einem Minus ab, das in etwa so hoch sein wird wie 2012/2013 (knapp acht Millionen Euro). Das Eigenkapital schrumpft demnach weiter (auf dann etwa 8,5 Millionen Euro). Große Sprünge auf dem Transfermarkt sind somit nach wie vor nicht möglich. Noch weiter verkleinert wird der finanzielle Spielraum jedoch auch nicht – das hat Eichin bereits angekündigt: „Wir können nicht jedes Jahr den Etat runterfahren. Und das werden wir auch nicht machen.“ Würde es weitere Einschränkungen geben, „wäre das fatal“, betonte der 47-Jährige: „Dann rattern die anderen Vereine im Schnellboot am Tanker Werder vorbei.“

Stattdessen wollen die Bremer – um in Eichins Bild zu bleiben – bald selbst wieder ordentlich Gas geben. „Unser Ziel ist es, wieder so stark zu werden, dass wir jedes Jahr an den internationalen Plätzen kratzen können. So definiere ich Werder Bremen“, sagte Eichin, schränkte aber ein: „Das muss noch nicht im kommenden Jahr sein. Wichtig ist, einen Plan zu haben.“ Und der soll in dieser Woche mit Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Trainer geschmiedet werden. Eichin: „Wo wollen wir mit Werder hin – und wie? Darum geht es. Das werden wir alles klar besprechen.“

Natürlich steht auch die wichtigste Personalie auf der Tagesordnung. Die Frage: Wer kann Hunt ersetzen? „Wir brauchen jemanden, der Tore schießt. Wir werden gewaltig auf die Suche nach Qualität und Torgefahr gehen“, erklärte Eichin. Dass dieser jemand aus den eigenen Reihen kommt, sei möglich, meinte der Sportchef. Es ist aber schwer vorstellbar, denn in dieser Saison hat sich niemand aufgedrängt. Weder Winter-Zugang Ludovic Obraniak noch Zlatko Junuzovic, Mehmet Ekici oder Talent Levent Aycicek, die alle die offensive Position Mittelfeld spielen können.

Eichin fahndet also nach einem Neuen. Der Hunt-Nachfolger wird nach Außenstürmer Fin Bartels (St. Pauli) und Innenverteidiger Alejandro Galvez (Rayo Vallecano/noch nicht offiziell verkündet) womöglich schon der letzte Neuzugang für die nächste Saison sein. „Wir werden den Kader sicher nicht wild durcheinanderwirbeln und noch auf fünf Positionen verändern“, sagte Eichin: „Wir haben gerade eine gute Harmonie im Team. Das soll so bleiben.“ · mr

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