„Tal, Loch, Tief – ich kann den Mist nicht mehr hören“

Clemens Fritz

Werder-Bremen - BREMEN (kni) Er ist bei Werder Bremen ohne Frage einer der Gewinner der Vorbereitung. Doch so richtig freuen mag sich Clemens Fritz darüber nicht. Denn zum Gewinner konnte der 28-Jährige eigentlich nur werden, weil er in der vergangenen Saison ein Verlierer war.

„Tal, Loch, Tief – ich kann den Mist nicht mehr hören“, faucht Fritz, als er auf seine Situation angesprochen wird. So kennt man den freundlichen Fußball-Profi gar nicht. Wahrscheinlich hat er einfach schon zu oft erklären müssen, warum er so einen Leistungseinbruch erlebt hatte. „Ich will darüber nicht mehr reden“, wiegelt Fritz ab. Sein Blick geht nur noch nach vorne. „Ich bin gut drin“, sagt er. Es sei ihm gut bekommen, eine ganz normale und nicht wie im Vorjahr eine durch die EM verkürzte Vorbereitung erlebt zu haben.

Das findet auch Thomas Schaaf. „Clemens ist wieder stärker geworden“, hat der Werder-Coach festgestellt – und nicht nur das: „Wir haben bei ihm viele Dinge wiedergefunden, die ihn mal ausgezeichnet haben – zum Beispiel seine Spritzigkeit, seine Zweikampfstärke und seine Sicherheit.“

Schon im Trainingslager in Bad Waltersdorf hatte Schaaf prophezeit, dass die Fans in dieser Saison wieder den alten Fritz sehen werden. Davon ist der Trainer auch weiterhin überzeugt, wenngleich er einschränkt: „Noch ist Clemens nicht so weit wie zu seiner Topzeit. Aber er hat den richtigen Weg gefunden.“

So denkt der Betroffen auch. Deshalb mag sich Fritz zurzeit noch nicht zu euphorisch äußern. Zu oft hatte er sich in der Vergangenheit schon wieder auf hohem Niveau gewähnt, und stürzte dann doch wieder ab. Die Psyche war noch nicht stark genug, kleine Fehler im Spiel lösten oftmals eine wahre Fehlerkette des Nationalspielers aus. Deshalb verlor Fritz auch seinen Platz in der Nationalmannschaft. „Es liegt noch eine Menge Arbeit vor mir“, sagt er – und nennt auch gleich ein Beispiel: „Im Test gegen Valencia habe ich einfach zu wenig für die Offensive gemacht.“ Das soll sich möglichst schon morgen im DFB-Pokal beim Zweitligisten Union Berlin ändern. Die Vorfreude ist bei Fritz riesig: „Freundschaftsspiele hin oder her – jetzt geht’s endlich richtig los. Und gerade in Berlin wird’s richtig rund gehen, das macht Spaß.“

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