19 Tage bis Transferschluss: Gibt Werder jetzt noch Gas?

Sorgenvoller Blick bei Trainer Thomas Schaaf. Er wünscht sich Verstärkungen, ist aber skeptisch: „Ich weiß nicht, was wir noch realisieren können.“

Bremen - Noch 19 Tage bis Transferschluss. Werder Bremen läuft die Zeit davon. Nach wie vor wird ein Stürmer gesucht, Wunschkandidat Claudio Pizarro hängt aber beim FC Chelsea fest, eine Verpflichtung wird immer unwahrscheinlicher.

Doch auch auf anderen Positionen muss nachgebessert werden – das hat die 2:3-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt beim Bundesliga-Auftakt gezeigt. Was tun, Herr Allofs? Erstmal schweigen. Der Sportdirektor und Vorsitzende der Geschäftsführung gibt in diesen Tagen keine Auskunft. Schon vor dem Frankfurt-Spiel hatte er sich auffallend schmallippig präsentiert, jetzt macht er ganz dicht. „Ich sage nichts, weil es nichts zu sagen gibt“, teilte er gestern mit.

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Zu Gast beim Werder-Training

Und das bestätigt einen Großteil der Fans, die in den diversen Internetforen wegen der zurückhaltenden Bremer Personalpolitik schon längst Sturm laufen. Nichts tut sich – kann das wirklich wahr sein? Wenigstens Trainer Thomas Schaaf antwortet. „Wir sind noch im Prozess, die Dinge sind nicht abgeschlossen“, sagt er. Das macht zwar niemanden tatsächlich schlauer, aber immerhin lässt der Coach durchblicken, dass er den Kader in seiner aktuellen Zusammenstellung nicht für ausreichend besetzt hält. Schaaf: „In der Personalie Pizarro haben wir uns erklärt, ihn wollen wir gerne zurückholen. Ansonsten gucken wir nach Alternativen, die uns stärken.“

Nur gucken, nicht anfassen? Wieso Werder nicht längst zugeschlagen hat – speziell im Fall Pizarro – stößt mittlerweile selbst im Mannschaftskreis auf Unverständnis. Hinter vorgehaltener Hand wird auch von den Profis das Pokerspiel um Kauf oder Ausleihe kritisiert. Denn das Team braucht einen Anführer im Angriff. Einen wie den Peruaner, der über außergewöhnliche Qualitäten verfügt, der mit der Mannschaft vertraut und deshalb im Grunde alternativlos ist. Aber vor einem 18-Millionen-Paket (sechs Millionen Euro Ablöse, zwölf Millionen Euro Gehalt für drei Jahre) schreckt Werder nach wie vor zurück. Wie überhaupt: Seit dem Einkauf von Marko Marin (8,3 Millionen Euro – Vereinsrekord) scheint alles und jeder zu teuer zu sein. Schaaf sucht nach guten Spielern, findet möglicherweise auch gute Spieler, „aber die haben ihren Preis. Wenn wir ein bestimmtes Niveau bei einem Spieler erwarten, dann bezahlt man den nicht einfach so. Die Situation ist nicht einfach.“ Die Schere zwischen den auf dem Spielermarkt geforderten Summen und der Bremer Investitionsbereitschaft geht so weit auseinander, dass sich selbst bei Schaaf Skepsis breit macht, ob es weitere Verstärkungen geben wird: „Ich hoffe, dass sich etwas bewegt. Ich weiß aber nicht, was wir überhaupt noch realisieren können.“

Wohlgemerkt – es geht nicht um weitere Mitläufer der Marke Tosic, Husejinovic oder Harnik, nicht um einen Kandidaten, der nur Perspektive, aber kaum Erfahrung hat. Das Anforderungsprofil ist ein anderes. Schaaf: „Es geht darum, sich zusätzlich und langfristig zu verstärken.“ An welchen Mannschaftsteil er dabei denkt, verrät der Coach selbstredend nicht („Ich werde mich hüten…“), doch klar ist: Der Sturm braucht einen Chef, die Viererkette kann – innen wie außen – neue Herausforderer gebrauchen und im Mittelfeld könnte der zweite Anzug auch mal umgekrempelt werden.

Also: Es gibt noch viel zu tun in den verbleibenden 19 Tagen bis zum nahenden Transferschluss. Schaaf gibt jedoch vor, nicht unruhig zu sein. „Wir können auch am 30. noch kaufen und verkaufen.“ Und wenn sich gar nichts mehr tut? „Ja, dann ist das so, dann kann ich es auch nicht ändern“, meint der Coach mit einer Gleichgültigkeit, die hoffentlich nur gespielt ist.

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