Tabellenletzte leben auch früh in der Saison bereits gefährlich: Drei Trainer mussten gehen, einer war sogar schon weg

Die verflixte Sieben

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Mussten alle nach dem siebten Spieltag als Trainer gehen: Lucien Favre (Hertha BSC).

Bremen - Jetzt ist Werder ganz unten angekommen – und wie geht es weiter? Die Bremer setzen auf Kontinuität – also auf Coach Robin Dutt. Die Konkurrenz hat es in der Vergangenheit mehrheitlich anders gemacht. In den vergangenen sieben Jahren tauschten gleich drei Clubs nach dem verflixten siebten Spieltag ihren Trainer aus – ein Verein hatte sogar schon vorher die Reißleine gezogen. Ob es geholfen hat? Hier eine Übersicht:

Musste nach dem siebten Spieltag als Trainer gehen: Jos Luhukay (Borussia Mönchengladbach).

Für Sensationsaufsteiger Eintracht Braunschweig ging die Rückkehr ins Oberhaus komplett daneben. Nur ein Punkt nach sieben Spielen – der Abstieg war fast schon besiegelt. Doch Torsten Lieberknecht durfte bleiben und tatsächlich bis zum letzten Spieltag auf den Klassenerhalt hoffen, weil die Konkurrenz in der Spielzeit so schlecht war wie selten zuvor. Mit 25 Punkten stieg die Eintracht ab und bastelt nun am Wiederaufstieg – mit Trainer Lieberknecht.

Auch Greuther Fürth war als Aufsteiger zunächst überfordert, sammelte an den ersten sieben Spieltagen aber immerhin vier Punkte – und das bei einem Torverhältnis von 2:11. Doch Aufstiegstrainer genießen einen speziellen Bonus. Mike Büskens durfte bleiben. Ohne Erfolg. Erst nach dem 19. Spieltag zog der Club die Reißleine, weil gerade einmal neun Punkte auf dem Fürther Konto gelandet waren. Interimscoach Ludwig Preis und Nachfolger Frank Kramer holten zwar immerhin noch zwölf Zähler, aber das reichte nicht zum Klassenerhalt.

Beim HSV wird auf die Trainerfrage bekanntlich schnell geantwortet. Und so hatte Michael Oenning schon nach sechs Spielen ausgedient, weil er nur einen Punkt und damit die Rote Laterne nach Hamburg geholt hatte. Interimscoach Rodolfo Cardoso startete gleich mit einem Sieg, mit vier Punkten blieb der HSV aber auch am siebten Spieltag Letzter. Sportchef Frank Arnesen setzte sich auch noch auf die Trainerbank, ehe Thorsten Fink vom FC Basel losgeeist wurde. Als Tabellen-15. schaffte der Bundesliga-Dino gerade so den Klassenerhalt.

Einen ungewöhnlicheren Tabellenletzten gab es selten zuvor: Der VfB Stuttgart startete mit drei knappen Niederlagen und fegte dann Mönchengladbach mit 7:0 vom Feld. Doch danach gab es die nächsten drei unglücklichen Pleiten – und deshalb auch die Rote Laterne. Der VfB machte Tabula rasa, jagte Coach Christian Gross, den Retter in der Vorsaison, vom Hof. Co-Trainer Jens Keller übernahm, allerdings nur bis Dezember. Dann vertraute der VfB Bruno Labbadia und schaffte noch den Klassenerhalt.

1:0 zum Auftakt gegen den VfL Bochum – Hertha BSC feierte einen gelungenen Start. Nur danach nicht mehr wieder. Die nächsten 16 Partien gab es keinen Sieg mehr. Ab dem sechsten Spieltag stand der Hauptstadt-Club ganz unten. Eine Runde danach, also am siebten Spieltag, war Trainer Lucien Favre in Berlin Vergangenheit. Der Schweizer hatte nur drei Punkte gesammelt. Karsten Heine übernahm für eine Woche, ehe Friedhelm Funkel als vermeintlicher Retter verpflichtet wurde. Das Projekt scheiterte, mit 24 Punkten stieg die Hertha ab, Funkel blieb Trainer.

Musste nach dem siebten Spieltag als Trainer gehen: Christian Gross (VfB Stuttgart).

Nur so zur Info: Werder schloss diese Saison als Tabellendritter ab. Borussia Mönchengladbach war zurück in der Bundesliga – und nach sieben Spielen mit nur drei Punkten schon wieder ganz unten. Sechs Pleiten waren der Clubführung zuviel, Aufstiegstrainer Jos Luhukay wurde gefeuert. Sportchef Christian Ziege trainierte zwei Wochen die Fohlen, bis Hans Meyer seine Streitigkeiten mit Ex-Arbeitgeber 1. FC Nürnberg beendete hatte und als Feuerwehrmann frei war. Gladbach blieb mit 31 Punkten drin, weil Rang 15 damals noch kein Relegationsplatz war.

Zwei Punkte nach sieben Spielen – für Energie Cottbus war sofort wieder Abstiegskampf. Doch der Tabellenletzte vertraute Coach Petrik Sander, startete in der Rückrunde durch und landete mit 36 Punkten auf einem durchaus bemerkenswerten 14. Platz.

Nur so zur Info: Werder Bremen wurde Zweiter und zog zum vierten Mal in Folge in die Champions League ein.

ktu

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