Hunt hofft weiter auf Vertrauen von Schaaf / Wer muss noch um seinen Platz bangen?

„Sündenbock? Das ist doch nicht neu für mich“

Enttäuscht! Aaron Hunt und Marko Arnautovic boten gegen den Hamburger SV eine indiskutable Leistung.

Von Björn Knips · Aaron Hunt versuchte erst gar nicht, sich zu wehren. „Sie haben Recht, das stimmt – leider“, erwiderte er gestern leise: „Ich habe in Hamburg nicht gut gespielt, es läuft einfach nicht.“

Nicht nur von dieser Zeitung hatte er für die Katastrophen-Leistung im Nordderby am vergangenen Sonnabend die Note sechs bekommen. Genauso wie Marko Arnautovic. Beide hatten eindrucksvoll gezeigt, wie Abstiegskampf nicht geht, und beste Bewerbungen für den Job als Sündenbock abgegeben.

Die Stelle haben sie bekommen, erst von Trainer Thomas Schaaf, der sie in der 65. Minute vom Platz holte, dann von vielen Fans, die sich in diversen Internet-Foren, aber auch in Gesprächen bitterböse über den Einsatz des Duos beklagten und fragten: Warum dürfen die immer wieder spielen?

Hunt hat bislang in allen Rückrunden-Partien in der Startelf gestanden – und dabei nur zu Beginn gegen Hoffenheim halbwegs überzeugt (Note 3,5). Danach gab’s als beste Note nur noch eine Vier gegen Hannover 96, ansonsten hagelte es Fünfen (Bayern und Mainz), einmal eine 5,5 (Köln) und als Krönung nun die Sechs für die Partie beim HSV. Die Bilanz von Anautovic ist ähnlich. Nach der Drei gegen Hoffenheim folgte eine 5,5 (Köln), dann gab’s zwei Vierer (Mainz und Hannover) und nun die Sechs. Gegen die Bayern musste der Österreicher verletzungsbedingt zuschauen.

„Ich weiß nicht, woran es liegt“, stammelte Hunt gestern nach dem Training. Er machte dabei eine ähnliche Figur wie auf dem Platz: Den Kopf nach unten gesenkt, die Schultern runter – und bloß nicht die Brust raus. Immerhin stellte sich der 24-Jährige und lief nicht davon. „Sündenbock? Das ist doch nicht neu für mich“, stellte der Mittelfeldspieler ganz nüchtern fest. Die Pfiffe gegen ihn im eigenen Stadion hat er nicht vergessen, sie sind ja auch erst wenige Monate her. „Aber das muss ich ausblenden“, fügte Hunt zum Thema Sündenbock schnell noch an. Denn ganz ohne Selbstbewusstsein will er nun auch nicht wirken. Und da kann der Hinweis nicht schaden, „dass ich bis jetzt immer gespielt habe und mir der Trainer offenbar vertraut. Das tut gut und hilft.“

Aber wie lange kann er sich darauf noch verlassen? Wie groß ist die Geduld von Schaaf noch? Die nächste Antwort gibt’s am Sonntag im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Die Bank droht. Mehr allerdings auch nicht. Eine Suspendierung von Spielern hatte Klaus Allofs nach der HSV-Klatsche ausgeschlossen. „Am Ende müssen wir ja schon noch mit elf Leuten antreten“, merkte der Sportchef etwas süffisant an. Die durch die vielen Verletzten doch ziemlich angespannte Personallage lässt kaum Spielraum für solche Maßnahmen. Es sei denn, Trainer Thomas Schaaf setzt noch mehr auf den eigenen Nachwuchs und gibt den Thys, Trinks‘ und Testroets noch mehr Einsatzzeiten. Es wäre allerdings ein ziemlich riskantes Spiel im Abstiegskampf.

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