Am Ende seiner Karriere beklagt Roberto Silva: „Ich wurde immer mit Pizarro verglichen, das hat mir nicht geholfen“

Der südamerikanische Wandervogel

Als Nachfolger von Claudio Pizarro wurde Roberto Silva 2001 nach Bremen geholt. Doch die Erwartungen erfüllte er nicht. Nach nur einem Jahr verließ er Werder wieder.

Bremen - Er sollte einst der Nachfolger von Claudio Pizarro werden. Als „Piza“ 2001 dem Lockruf des FC Bayern erlag, holte Werder Roberto Silva an die Weser.

„El Tanque Blanco“ (zu Deutsch: der weiße Panzer), wie der Angreifer in Südamerika genannt wurde, konnte allerdings nie in die Fußstapfen seines Vorgängers treten und verließ die Hansestadt nach nur einem Jahr. Während Pizarro, längst wieder in Bremen kickt und aktuell so gut trifft wie nie zuvor, lässt der 35-jährige Silva seine Karriere in der ersten peruanischen Liga ausklingen.

„Ich wurde immer mit Claudio Pizarro verglichen. Das hat mir nicht geholfen“, sagte Silva und ergänzte: „Claudio hatte damals in den höchsten Tönen von der Bundesliga geschwärmt. Ich dachte, ich passe gute in die Liga. Aber es kam dann doch nicht so, wie ich es mir gewünscht hatte.“

Sportlich waren die zwölf Monate an der Weser ein Flop. Für rund 1,3 Millionen Euro kam der bullige Angreifer von Sporting Cristal Lima nach Norddeutschland. Seine Bilanz: Sieben Pflichtspiele, keines davon in der Startelf, null Tore.

Für deutlich mehr Wirbel als auf dem Spielfeld sorgte der beidfüßige Stürmer in Bremen im Frühjahr 2009. Der zu dem Zeitpunkt amtierende Werder-Boss Jürgen L. Born geriet in Verdacht, sich beim Transfer des Peruaners finanziell bereichert zu haben und gab seine Ämter ab. Born wurde später jedoch rehabilitiert.

Sportlich wurde Roberto Enrique Silva Pro, wie er mit vollem Namen heißt, nach seiner Bremer Zeit ein Wandervogel und tingelte quer durch Südamerika. Seine erste Station: Union Santa Fe in Argentinien (15 Spiele, vier Tore). Ein halbes Jahr später stürmte er dann für Club San Luis aus Mexiko (33/9), ehe ihn im Januar 2004 sein Heimatclub Alianza Lima (18/5) zurück nach Peru holte. Sechs Monate später heuerte der Musik-Fan bei Caracas FC aus Venezuela an. Im Halbjahres-Wechsel spielte Roberto Silva, der erfolgreich in seiner Heimat ein Wirtschaftsstudium absolviert hat, dann bei Club Deportivo Cienciano aus Peru (20/4), beim mexikanischen Verein Delfines de Coatzacoalcos (19/6) und wieder in Cienciano (34/7). Anschließend landete er dritten Mal in der Karriere bei Alianza Lima (34/7), seit Sommer 2007 gehört der elffache Nationalspieler dem peruanischen Team Universidad San Martin de Porres (93/18) an. Mit einer kleinen Ausnahme: Für sechs Monate schnürte der kopfballstarke Profi 2008 bei CD Universidad Católica aus Ecuador die Stiefel.

Die Odyssee war reich an Vereinswechseln, aber durchaus auch erfolgreich. Insgesamt fünf Mal wurde Roberto Silva peruanischer Meister. Und damit hat er dem großen Claudio Pizarro einiges voraus. Denn einmal in seinem Heimatland den Titel zu gewinnen, ist noch der Traum des Werder-Torjägers. · bis

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