Wer fährt mit, wer bleibt daheim: Die Chancen der Werder-Profis auf einen Platz im deutschen WM-Kader

Südafrika oder Sofa

Torsten Frings (re.) und Per Mertesacker (Hintergrund) gemeinsam im DFB-Dress. Dass es dieses Bild auch in Südafrika geben wird, ist eher unwahrscheinlich.

Von Carsten Sander · Der „Pilotfilm“ lief gestern Abend, am Wochenende startet dann die 26teilige Casting-Serie. Circa 50 Profis kämpfen in der restlichen Bundesliga-Saison um einen von 23 Plätzen im deutschen Team für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Allein bei Werder Bremen sind es acht Spieler, die schon mal zur DFB-Auswahl gehörten oder aktuell gehören. Südafrika oder Sofa – so sehen die WM-Chancen der Werder-Stars aus:

Tim Wiese

Vier Torwart-Kandidaten für drei Plätze – rein mathematisch sollten Wieses Aussichten also bei 75 Prozent liegen. Aber weil Rene Adler und Robert Enke als gesetzt gelten, bleibt nur noch eine 50:50-Chance: Wiese oder Manuel Neuer – zwischen ihnen wird es sich entscheiden. Obwohl der Bremer im Vergleich über die deutschlich größere internationale Erfahrung verfügt, hält Bundestrainer Joachim Löw das Rennen offen – so auch gestern. Nachdem Neuer in Russland der Ersatzmann von Adler war, nahm gegen Finnland Wiese auf der Bank Platz.

WM-Chance 50 Prozent

Per Mertesacker

Er kann bei Südafrikas Möbelbauern schon mal ein Bett mit Überlänge bestellen. Denn dass der 1,98 große Abwehrhüne sein WM-Ticket bekommt, ist absolut sicher. Nicht nur wegen seiner Länge ist Mertesacker der Kopf der deutschen Viererkette. Nur eine Verletzung könnte ihn seine zweite WM nach 2006 kosten.

WM-Chance 100 Prozent

Clemens Fritz

Genau heute vor einem Jahr bestritt der Rechtsverteidiger sein (vorerst?) letztes Länderspiel (4:2 gegen Wales), dann katapultierte ihn eine lange Krise aus dem Blickfeld. Aber Fritz (28) kommt langsam wieder. Die Leistungen werden stabiler, doch steigt damit auch seine WM-Chance? Die direkten Konkurrenten heißen Andreas Beck (Hoffenheim) und Jerome Boateng (HSV) – der Debütant, den Löw als „modernen Verteidiger“ preist. Bei der EM 2008 war auch Clemens Fritz noch modern, jetzt benötigt er in den 26 verbleibenden Bundesliga-Spieltagen eine Leistungsexplosion, um sich im Ranking des Bundestrainers doch noch auf einen Mitfahrerplatz zu schieben.

WM-Chance 5 Prozent

Torsten Frings

Ein Härtefall? Ganz bestimmt. Aber auch ein Fall, der die Härte ist? Vermutlich. Obwohl Frings mit Leistung (und Fitness) überzeugt, redet der Bundestrainer weiterhin von Defiziten bei dem Werder-Kapitän. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich dabei nur um vorgeschobene Gründe handelt, weil Joachim Löw den Star der WM 2006, mit dem er seit dem Streit vor einem Jahr über Kreuz liegt, ohnehin nicht mitnehmen will. Sollte Löw im Frühjahr mit einer Nominierung den Gegenbeweis für diese These erbringen, wäre es eine große Überraschung.

WM-Chance 20 Prozent

Tim Borowski

Er war bei der WM 2006 dabei, er hatte zwei Kurzeinsätze bei der EM 2008. Doch etwa acht Monate vor Beginn des nächsten großen Turniers ist Borowski von der WM-Teilnahme ähnlich weit entfernt wie San Marino. Borowski müsste schon in eine Zeitmaschine steigen und sich in die Saison 2005/2006 zurückversetzen lassen. Damals war er richtig gut. Doch weil es keine Zeitmaschinen gibt, gilt:

WM-Chance 0 Prozent

Aaron Hunt

Mal gerade vier Wochen zurückgedacht: Jeder, der Aaron Hunt zu diesem Zeitpunkt WM-Chancen eingeräumt hätte, wäre unweigerlich ausgelacht worden. Jetzt lacht Hunt. Seine Formkurve zeigt stetig nach oben, und mit ein bisschen Phantasie ist es vorstellbar, dass der 23-Jährige zum Überraschungsgast im DFB-Kader werden könnte. Vorausgesetzt er bleibt gesund und hält sein zuletzt gezeigtes Leistungsniveau. Hunt, der im Herbst 2006 bereits einmal im Dunstkreis der Nationalmannschaft stand, hat allerdings zwei Probleme: Das Überangebot im deutschen Mittelfeld (unter anderem mit Özil und Marin) sowie seinen Status als Neuling. Selbst lässt er den Traum von Südafrika deshalb erst gar nicht zu: „An die WM denke ich wirklich nicht.“

WM-Chance 5 Prozent

Mesut Özil

Der neue Stern am nationalen Fußball-Himmel. Er ist die einzige Spielmacher-Hoffnung, die Deutschland derzeit vorweisen kann. Für ihn gilt dasselbe wie für Mertesacker:

WM-Chance 100 Prozent

Marko Marin

Wenn er sich bis zur endgültigen Nominierung im kommenden Frühjahr nicht selbst einen Knoten in die Beine gefummelt hat, kann er sich auf sein erstes großes Turnier freuen. Marin kann mit seinen Dribblings jede Abwehr knacken, das macht ihn unglaublich wertvoll.

WM-Chance 99 Prozent

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