Werder-Kapitän Fritz sieht auch die Fans in der Pflicht

Auf der Suche nach der verlorenen Heimstärke

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Die Aufforderung ist eindeutig: Werder-Kapitän Clemens Fritz bittet die Fans aber nicht nur um Anfeuerung, sondern auch um Geduld beim Spielaufbau. ·

Bremen - Für Dauerkarteninhaber des SV Werder ist 2013 wahrlich kein gutes Bundesliga-Jahr: 13 Mal kamen sie ins Weserstadion, nur zwei Mal verließen sie es als Sieger. „Weniger geht eigentlich nicht“, gesteht Clemens Fritz.

Dem Werder-Kapitän ist die Horror-Bilanz peinlich. Liebend gerne würde er schon am Sonntag gegen Hannover 96 (17.30 Uhr) endlich wieder Heimstärke demonstrieren. Doch so einfach ist das nicht – und damit meint Fritz auch die Fans: „Das ist ein Lernprozess für uns alle.“

Es geschah vor zwei Wochen gegen Freiburg. Werder mühte sich, Struktur ins Angriffsspiel zu bekommen. Und so landete der Ball irgendwann bei Keeper Sebastian Mielitz. Die Fans fanden es hilflos und pfiffen. Für Fritz ein Unding. „Wir brauchen alle Geduld“, fordert der 32-Jährige und erklärt: „Unser Ziel ist es natürlich nicht, immer nur hinten rumzuspielen. Aber man muss sich auch mal auf einen Gegner einstellen. Wir müssen in dieser schwierigen Phase den Mittelweg finden. Die Zeit des Hurra-Fußballs ist vorbei. Es bringt nichts, wenn hier alle freudestrahlend nach vorne rennen und hinten kriegen wir die Bälle rein.“

So wird Werder auch morgen gegen Hannover immer einen Finger am Rückwärtsschalter haben. Das Risiko, sich einen einzufangen, soll so minimiert werden. Auch wenn das auf Kosten der eigenen Offensive geht. Die ist durch den Ausfall der beiden etatmäßigen Stürmer Nils Petersen und Franco Di Santo noch ungefährlicher als ohnehin schon mit lediglich neun Saisontreffern.

Aber Hannover ergeht es nicht besser. In Didier Ya Konan (verletzt) und Mame Diouf (gesperrt) fehlen ebenfalls die beiden besten Angreifer. Da dürfte auf vielen Tippzetteln ein 0:0 stehen – zumal die Niedersachsen in vier Auswärtspartien noch keinen Treffer erzielt haben. „In Gladbach, Leverkusen, Bayern und Dortmund kann man schon mal ohne Tor rausgehen“, findet Robin Dutt. Gleichzeitig merkt der Werder-Coach an, dass Gäste inzwischen auswärts viel häufiger punkten als früher: „Die Rahmenbedingungen sind doch überall fast gleich – und die Gastmannschaften treten viel aktiver auf.“

Die Bedeutung eines Heimsiegs ist dagegen geblieben. „Wenn ich mir aussuchen dürfte, auf welche Spiele ich unsere Siege verteilen würde, dann natürlich auf die Heimspiele“, sagt Dutt: „Ich feiere nun mal lieber mit 40 000 Fans einen Sieg.“

Dabei hat er damit in Bremen noch gar nicht so viel Erfahrung. Erst einmal triumphierte Dutt im Weserstadion – gleich bei seiner Heimpremiere gegen Augsburg (1:0). „Mit etwas Glück, aber viel Leidenschaft“, wie er betont. Wenn es morgen genauso läuft, wäre es ihm recht. Hauptsache drei Punkte. So sieht es auch Clemens Fritz: „Ich weiß ja, dass die Werderaner Spektakel gewohnt sind. Aber so ein 1:0 würde mir im Moment schon ausreichen.“ · kni

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