Füllkrug nach Fürth, Akpala zurück, was macht Arnautovic?

Im Sturm wird durchgelüftet

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Wechselspiel: Robin Dutt mischt Bremens Sturm momentan kräftig durcheinander

Bremen - Drei Spiele ohne Stürmertor – bei Werder Bremens Angreifern herrscht totale Flaute. Jedenfalls auf dem Platz. Abseits des Feldes nicht. Mit der Verpflichtung von Franco Di Santo ist frischer Wind in den Angriff gekommen. Nun werden Hierarchien neu erstellt.

Und parallel will Sportchef Thomas Eichin noch reichlich Stürmer verkaufen oder verleihen. Niclas Füllkrug – für ein Jahr zu Greuther Fürth – ist bereits weg, drei weitere sollen noch gehen. Auch Marko Arnautovic. Doch diese Personalie wird immer rätselhafter.

Der Österreicher galt bereits als abgeschrieben, als einer, der in jedem Fall gehen soll. Nur der Verein seiner Wahl war noch nicht gefunden. Doch plötzlich, neun Tage vor Transferschluss stand Arnautovic bei der 0:1-Niederlage gegen Borussia Dortmund am Freitagabend wieder in der Bremer Startelf. In den zwei Spielen zuvor war er nicht zum Einsatz gekommen. Das wurde als Indiz gewertet, dass der 24-Jährige unter der neuen sportlichen Leitung keine Rolle spielt. Dann Dortmund. Und vieles erscheint in einem anderen Licht. Ein Verkauf ist laut Eichin längst kein Muss mehr. Trainer Robin Dutt lobt Arnautovics sportlichen Wandel. „Den Marko von vor fünf Wochen und den von heute trennen Welten.“ Und Eichin sinniert öffentlich, dass der Wert des bulligen Angreifers für Werder nicht zwingend aus einer Ablösesumme bestehen muss: „Wenn wir mit Marko eine gute Saison spielen, ist mir das zehnmal lieber, als wenn wir ohne ihn eine schlechte spielen, aber zwei Millionen mehr auf dem Konto haben.“

Werder verliert gegen Dortmund - die Bilder:

Werder Bremen verliert in Dortmund mit 0:1

Marko Arnautovic selbst hat bislang alle Angebote anderer Clubs abgelehnt. Er sei „stolz, ein Bremer zu sein“, teilte er nach der Partie in Dortmund mit und verkündete: „Ich werde auch weiter Bremer sein.“ Die Halbwertszeit dieser Aussage bewegte sich allerdings nur im Millisekundenbereich, denn gleich danach schränkte der gebürtige Wiener ein: „Im Fußball weiß man nie, was passiert. Ich kann jetzt nicht sagen, ich bleibe. Ich kann aber auch nicht sagen, ich gehe. Ich weiß es wirklich nicht. Warten wir mal die nächste Woche ab.“ Es ist die letzte vor Transferschluss. Am kommenden Montag fällt um 12.00 Uhr die Klappe. Dann heißt es: Rien ne va plus.

Thomas Eichin ist selbst gespannt, ob noch ein Club kommen wird, der das von großen Hoffnungen und großen Enttäuschungen geprägte Kapitel Marko Ar-nautovic bei Werder Bremen beendet. Ein Club, zu dem der Spieler Ja sagen will. „Ich weiß nicht, was da Sache ist und was da auf mich zukommt“, verriet der Werder-Manager. Sollte es eine Saison vor Vertragsablauf nicht mit dem Wechsel klappen, „kommen wir auch damit klar. Dann arbeiten wir weiter zusammen“, so Eichin.

Die Zusammenarbeit zwischen Niclas Füllkrug und Werder ist dagegen ausgesetzt. Der 20-Jährige gehörte am Freitag nicht zum Kader und wird für den Rest der Saison an Bundesliga-Absteiger Greuther Fürth ausgeliehen. Aus dieser Maßnahme abzuleiten, dass Werder nicht an Füllkrugs Qualitäten glaubt, sei jedoch völlig falsch, meint Eichin: „Wir glauben an ihn. Aber er muss jetzt spielen. Das ist in seinem Alter das A und O. Bei uns wird das nach der Verpflichtung von Franco Di Santo schwierig. In Fürth kommt Niclas aber bestimmt auf 20 bis 25 Startelf-Einsätze, da bin ich mir sicher.“ Und ganz wichtig: „Fürth ist ein Spitzenverein in der zweiten Liga. Da werden Tore geschossen.“

Nach Ablauf der Saison soll Füllkrug definitiv zurückkehren, eine Kaufoption wurde den Fürthern nicht eingeräumt. „Wir behalten die Hand drauf, das ist ganz wichtig. Wir erwarten ihn dann als weitaus fertigeren Spieler zurück“, erklärt Eichin, der mit Johannes Wurtz die gleichen Pläne hat. Noch ist aber nicht klar, wohin der 21-Jährige verliehen wird. Der VfR Aalen aus Liga zwei gilt als Favorit.

Schneller als gedacht war Joseph Akpala am Samstag zurück in Bremen. Sein Probetraining beim FC Reading war ergebnislos beendet worden. Erst heute erwartet Thomas Eichin eine definitive Rückmeldung aus England. Wie die ausfallen wird? Auch hier kann der Geschäftsführer nur mutmaßen: „Ich gehe davon aus, dass sie Interesse haben, kann es aber nicht richtig einschätzen.“ Die Rückmeldungen über Akpalas Trainingsleistungen seien positiv gewesen. Die Medienmeldungen sind es nicht. Demnach hat sich der FC Reading für den ablösefreien Mladen Petric (32, ehemals Borussia Dortmund und Hamburger SV, zuletzt FC Fulham) entschieden.

Sollten Werder und Akpala heute eine Absage bekommen, müsste Plan B greifen. Und der lautet wie folgt: Auf jeden Fall abgeben! Hinter Di Santo und Nils Petersen falle Akpala „automatisch raus“, so Eichin: „Es ist für alle Beteiligten das Beste, wenn Joseph etwas anderes macht.“ Interessenten habe er ausreichend auf dem Zettel: „Die warten jetzt aber alle auf den Ausgang der Reading-Geschichte.“ · csa

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