Werder und Schalke „ballern“ um die Wette / Naldo über Raul: „Immer clever“

45 Stürmertore – wenn das kein Spektakel wird . . .

Werders beste Schützen: Der Schwede Markus Rosenberg (links) und der Peruaner Claudio Pizarro.

Bremen - Das kann noch mal richtig knallen! Wenn der Tabellen-Fünfte Werder Bremen morgen Abend (18.30 Uhr) zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde beim FC Schalke 04 (Dritter) antritt, treffen zwei der torhungrigsten Teams aufeinander.

Schalkes beste Schützen: Der Spanier Raul (links) und der Niederländer Klaas-Jan Huntelaar.

Schalke (33) ist in dieser Hinsicht Zweiter hinter dem FC Bayern (40), Werder (30) Vierter hinter Borussia Dortmund (31). Und: Sowohl die Königsblauen (22) als auch die Grün-Weißen (26) haben für ein Spitzenteam ziemlich viele Gegentreffer geschluckt. Werder vor allem in den letzten beiden Auswärtsspielen – da gab es bei den Top-Clubs Bayern München (1:4) und Borussia Mönchengladbach (0:5) mächtig Haue. „Wir haben riesige Fehler gemacht“, erinnert sich der Bremer Coach Thomas Schaaf mit Schaudern. „Ich hoffe, wir haben daraus gelernt. Ich bin sehr gespannt“, meint Sportchef Klaus Allofs , der angesichts der Gegentor-Flut heilfroh wäre, wenn die Bremer „dem Gegner nicht so viele Möglichkeiten geben würden. Das streben wir an – und das wäre toll. Mir wäre ein 1:0 für uns schon Spektakel genug.“

Dass nur ein einziges Tor fällt, ist aber unwahrscheinlich, denn die Offensivreihen „sind beide sehr gut besetzt“ (Schaaf) und bestens in Schuss: 21 Stürmertore (Bremen) gegen 24 (Schalke). Bei Werders 4:1 gegen Wolfsburg trafen vergangenes Wochenende Claudio Pizarro, Markus Rosenberg und der eingewechselte Marko Arnautovic – und damit alle drei Top-Angreifer. Schalkes 2:1-Auswärtssieg in Berlin zurrten Klaas-Jan Huntelaar und Teemu Pukki fest – ebenfalls zwei Stürmer. Raul, eine Art hängende Spitze bei den Königsblauen, bereitete den Siegtreffer vor. „Er ist für mich der gefährlichste Schalker. Nicht schnell, aber immer clever und jederzeit in der Lage, sich in gute Positionen zu bringen“, urteilt Werders Abwehrchef Naldo.

Schaaf mochte über den Schalker Spanier gestern gar nichts mehr sagen (siehe Zitat), stattdessen lobte er – wie tags zuvor schon Verteidiger Andreas Wolf – den Finnen Pukki: „Er hat in bemerkenswerter Art und Weise seine Qualitäten gezeigt. Ein sehr interessanter Spieler, der schöne Tore schießen kann.“

Werders Saison 2011/2012

Werders Bremens Saison 2011/2012 in Bildern

Mit großer Spannung wird natürlich das Duell zwischen den Torjägern Pizarro (12) und Huntelaar (14) erwartet. „Beide sind hervorragende Spieler. Sie haben die Qualität, entscheidende Tore zu schießen – nicht das dritte, vierte oder fünfte“, sagt Schaaf und fügt mit Blick auf Schalkes Holländer an: „Manchmal denkt man, er ist nicht unbedingt im Spiel. Aber er weiß genau, welche Situationen für ihn wichtig sind. Und darauf lauert er.“ Auch Naldo ist beeindruckt von Huntelaar, der in 25 Pflichtspielen in dieser Saison 25 Tore geschossen hat. „Wenn du den aus den Augen verlierst, trifft er sofort. Eine Chance, ein Tor“, meint Naldo, fügt jedoch mit einem Schmunzeln an: „Claudio ist noch besser.“

Pizarro, der mit seinen zwölf Toren und sieben Vorlagen aktuell der Top-Scorer der Bundesliga ist, interessiert das Torjäger-Treffen mit Huntelaar allerdings herzlich wenig. „Ach“, winkte der Peruaner gestern ab, „es spielt Werder gegen Schalke.“ · mr

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