Streit um Polizeikosten: Anhörung vor Bürgerschaftsausschuss / Koalition will Gesetz am Mittwoch verabschieden

„Der SV Werder wird finanziellen Schaden nehmen“

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Die Herren lächeln – ein bisschen: DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig (l.) und Bremens Innensenator Ulrich Mäurer.

Bremen - Von Thomas Kuzaj.  „Der entscheidende Hebel sind die Präventionsmaßnahmen. In Fan-Projekten wird klassische Sozialarbeit geleistet, die der Fußball bezahlt.“ Im Streit um Polizeikosten bei Risikospielen lenkte Andreas Rettig, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, gestern den Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen. Werder-Boss Klaus Filbry erwartet unterdessen finanziellen Schaden für Werder.

Wie berichtet, will Bremen die DFL an den erhöhten Polizeikosten bei sogenannten Risikospielen beteiligen. Bremens Landesparlament wird das umstrittene Gesetz voraussichtlich am nächsten Mittwoch mit den Stimmen von SPD und Grünen verabschieden. Nach dem Werder-Heimspiel gegen den Nordrivalen Hannover 96 wollen die Bremer ihre erste Gebührenrechnung zur DFL nach Frankfurt schicken.

„Wir leiten sie weiter an den, der Verursacher ist – an den SV Werder“, kündigte Rettig gestern Nachmittag vor dem Haushalts- und Finanzausschuss der Bremischen Bürgerschaft an. Im Zusammenhang mit den zu erwartenden – und womöglich jahrelangen – juristischen Auseinandersetzungen geht Filbry unterdessen davon aus, dass die DFL für die Dauer des Verfahrens Risikorückstellungen machen wird. Geld, das Werder dann erst einmal fehlt. „Drei bis vier Millionen Euro“, sagte Filbry gestern.

„Der SV Werder wird durch den Bremer Weg finanziellen Schaden nehmen“, so Filbry weiter. „Wir halten den Weg für falsch. Es ist eine Umverteilung der Kosten, die das Problem nicht löst. Wir sollten die Energie auf eine Reduzierung der Polizeikosten lenken.“ In Sachen Prävention und Sicherheit im Stadion sei Werder zudem Klassenprimus der Bundesliga. „Wir geben dafür zwei Millionen Euro im Jahr aus.“ Werder arbeite auch in sozialen Brennpunkten und gebe Sportunterricht in Bremer Schulen.

Filbry: „Ich würde mir wünschen, dass wir einen gemeinsamen Weg finden, der Schaden von Werder Bremen fernhält.“ So sah es auch DFL-Vertreter Rettig: „Es geht am Ende darum, wie kriegen wir die Gewalt in den Griff“, sagte er – und appellierte an die Bremer Politiker: „Vermeiden Sie einen langjährigen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang. Bringen Sie den SV Werder Bremen nicht in einen Wettbewerbsnachteil. Lassen Sie uns ein gemeinsames Konzept entwickeln.“

Innen- und Sportsenator Ulrich Mäurer (SPD) ließ sich nicht erweichen: „Von Jahr zu Jahr haben sich die Einsatzzahlen nach oben entwickelt. Ein Drittel unserer Bereitschaftspolizei ist nur noch im Fußball unterwegs.“

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