Erster Trainingsbesuch des neuen Werder-Geschäftsführers – und er spricht nicht nur mit Schaaf

Stimmungsmacher Eichin

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Redebedarf: 25 Minuten lang diskutierten gestern Morgen Geschäftsführer Thomas Eichin (links) und Trainer Thomas Schaaf über die schwierige Situation bei Werder Bremen. ·

Bremen - Der Abstiegskampf hat begonnen, jetzt legt Thomas Eichin richtig los: Der neue Sportchef war gestern Vormittag zum ersten Mal seit seinem Dienstantritt am 14. Februar beim Werder-Training – und als Krisenmanager gleich an allen Fronten im Einsatz.

Erst plauderte der 46-Jährige auf dem Weg zum Platz locker mit einigen Spielern, dann folgte ein 25-minütiges Gespräch mit Trainer Thomas Schaaf und schließlich versuchte Eichin, auch die Journalisten wieder positiver zu stimmen.

„Die Welt ist hier noch nicht untergegangen“, hob Eichin hervor: „Ich bin kein Freund von schlechter Stimmung. Es ist zwar normal, dass so etwas nach schlechten Ergebnissen passiert. Aber damit darf man sich nicht zu lange beschäftigen. Man muss einfach versuchen, positive Stimmung zu verbreiten und daran zu glauben, was man tut. Das war schon immer mein Weg.“

Der führte ihn gestern auch zu Schaaf: „Es ging um alles Mögliche, um Spielsituationen, um Spieler, wie sie drauf sind. Oder um den nächsten Gegner oder was jetzt gemacht wird.“ Waren auch Veränderungen ein Thema? „Thomas probiert ja gerade schon einiges aus. Warten wir es mal ab. Er wird schon die richtige Mischung für das Spiel am Samstag in Gladbach finden“, meinte Eichin, während hinter ihm noch das Trainingsspiel lief.

Dort war in der vermeintlichen A-Elf durchaus Neues zu erkennen. Als Sechser agierte Kapitän Clemens Fritz – für Zlatko Junuzovic. Der gelernte offensive Mittelfeldspieler durfte auf der rechten Seite stürmen. Links bekam Talent Özkan Yildirim eine Chance, ebenso wie Tom Trybull im rechten Mittelfeld. Der 19-Jährige, der es in der vergangenen Saison auf immerhin 15 Bundesliga-Einsätze gebracht hatte, war in dieser Saison – nicht nur wegen Verletzungen – völlig außen vor. Auf der linken Seite verteidigte Aleksandar Ignjovski anstelle von Lukas Schmitz. Der Ex-Schalker fand sich ebenso in der B-Elf wieder wie auch Aaron Hunt, Marko Arnautovic, Mehmet Ekici und Eljero Elia.

„Trainer haben unterschiedliche Strategien: Die einen vertrauen noch mal denen, die gespielt haben und hoffen auf Verbesserungen. Die anderen probieren etwas Neues“, erklärte Eichin: „Thomas weiß genau, was er jetzt zu tun hat. Aufstellung und diese Dinge sind sein Bier. Natürlich reden wir darüber, ich sage auch meine Meinung, aber die ist nichts für die Öffentlichkeit.“

Eine andere Meinung schon. So zeigte sich Eichin überrascht, wie harsch Schaaf kritisiert wird. „In dieser Form habe ich damit nicht gerechnet. Aber gut, man hat hier schon sehr hohe Ansprüche. Das hat man sich hier auch hart erarbeitet“, sagte Eichin und forderte ein Ende der Trainerdiskussion: „Geschäftsführung und Aufsichtsrat haben klar Stellung bezogen. Damit muss es auch mal gut sein.“

Eichin nahm aber nicht nur die Journalisten und die Fans in die Pflicht, sondern auch seine Spieler: „In dem Sport geht es mal hoch, mal runter. Wenn man unten ist, muss man sich eben wieder nach oben arbeiten. Das ist ein Erziehungsprozess als Profi.“ Und passend zum gestrigen Frühlingserwachen erklärte der Ex-Profi: „Blauer Himmel, schönes Wetter, Fußball ist ein toller Sport – es gibt doch nichts Schöneres, als hier auf dem Platz zu stehen und sich aufs nächste Spiel vorzubereiten, unabhängig davon, was vorher war.“

Eichin beim Training am Dienstag

Eichin beim Training am Dienstag

Dass es gestern Morgen ordentlich zur Sache ging, gefiel dem neuen Geschäftsführer. Aber er will noch mehr. „In einer jungen Mannschaft hast du oftmals nicht diese erfahrenen Spieler, die in bestimmten Situationen wissen, was zu tun ist. Jetzt muss sich herauskristallisieren, wer das Heft in die Hand nimmt“, sagte Eichin: „In diesen Phasen werden solche Jungs geboren, aus denen vielleicht mal ein Effenberg oder ein van Bommel wird.“

Diese Entwicklung wird Eichin nun noch intensiver verfolgen. Nach seiner Eingewöhnungszeit habe er nun mehr Freiraum, „um mich häufiger beim Training oder in der Kabine sehen zu lassen“. Seine positive Art dürfte Werder gut tun. · kni

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