„In Bremen müssen wir weiter mutig sein“

Die Stehaufmännchen wollen es allen zeigen

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Augsburgs Manager Stefan Reuter

Augsburg / Bremen - In der Stimme von Stefan Reuter schwingt schon Stolz mit. „Wir wollen es allen zeigen, viele hatten uns zur Winterpause schon abgeschrieben“, sagt der Mann, der unmittelbar nach den Weihnachtstagen als neuer Manager des FC Augsburg installiert wurde.

Beim nächsten Werder-Gegner ist eine seltsame Metamorphose abgelaufen: Der als hoffnungsloser Fall abgeschriebene FCA (neun Punkte in 17 Vorrundenspielen) schöpft nach einer erfolgreich angelaufenen Aufholjagd (neun Punkte aus sechs Rückrundenspielen) wieder Hoffnung.

„In Bremen müssen wir weiter mutig sein, auch wenn Werder offensiv über eine super Qualität verfügt“, sagt Reuter, der vom direkten Klassenerhalt nicht reden will: „Die anderen sind noch weit weg. Aber wir müssen in jedem Spiel an unsere Chance glauben.“

Größtes Verdienst des Weltmeisters von 1990 ist sicherlich, sich sofort zu Markus Weinzierl bekannt zu haben. Der Manager, 46, und der Trainer, 38, pflegen jenen Schulterschluss, der in diesen Tabellenregionen elementar ist. „Die Führung muss eine Sprache sprechen, und das muss auch die Mannschaft spüren. Es kann nicht der eine sagen, das ist blau, und der andere erklärt, das ist grün.“

Weinzierl erzählte kürzlich, dass es im Trainingslager in Belek eine „knallharte Analyse“ gegeben habe, „aus der wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben“. Und er nennt Sascha Mölders als „Sinnbild für die ganze Mannschaft.“ Das ist jener unerschrockene Stürmer, der verletzungsbedingt nur 13 Saisonspiele gemacht, aber schon neun Tore erzielt hat. Zuletzt gegen Hoffenheim ignorierte der vierfache Familienvater einfach einen tiefen Cut an der Nasenwurzel, als er den Siegtreffer schoss.

Solche Männer sind wie gemacht für den Abstiegskampf. Vielleicht ist es tatsächlich das Problem gewesen, auf solche Typen in der Vorrunde zu wenig Wert gelegt zu haben. Damals erhielt beispielsweise Aristide Bancé häufig die Gelegenheit, sich zu zeigen – nun ist der Stürmer aus Burkina Faso völlig außen vor, weil er sich beim Training verspätete. „Es ist einfach nicht zu akzeptieren“, zürnte Weinzierl: „In der Rückrunde sanktionieren wir anders, weil es die Mannschaft anscheinend so braucht. Die Disziplin außerhalb des Platzes spiegelt sich auf dem Platz wider.“ Der jüngste Fußballlehrer der ersten Liga ist konsequenter und geradliniger geworden; im Schnelldurchgang hat er an Profil gewonnen.

So wie Vorgänger Jos Luhukay mit ruhiger Hand die Truppe im Vorjahr zum Klassenerhalt führte, macht sich nun der Nachfolger mit hohem Einsatz daran, bei den bayrischen Schwaben wieder eine Trutzburg zu errichten. Seine Elf zelebriert keinen innovativen Fußball wie Freiburg oder Mainz, aber leidenschaftliches Auftreten ist ja auch erlaubt – niemand führt mehr Zweikämpfe als Augsburg.

Weinzierl ist sogar etwas mutiger als Reuter und kann sich schon vorstellen, zumindest Nürnberg noch einzuholen und so der Relegation zu entgehen. Ist Werder mit zehn Punkten mehr als der FCA auch erreichbar? Weinzierl antwortet ausweichend, aber durchaus interessant: „Wenn man unseren Punkteschnitt hochrechnet, dann ist noch einiges drin. Wir wehren uns nicht, wenn wir direkt in der Liga bleiben.“ · mb

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