2:3 – Werder bricht gegen Nürnberg total ein

Starker Start, übles Ende

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Der Unterschied war eklatant: Werder Bremen lieferte gestern im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg eine starke erste Halbzeit ab, brach dann aber völlig ein und verlor am Ende vollauf verdient mit 2:3 (1:1).

BREMEN - von Malte Rehnert. Der Unterschied war eklatant: Werder Bremen lieferte gestern im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg eine starke erste Halbzeit ab, brach dann aber völlig ein und verlor am Ende vollauf verdient mit 2:3 (1:1).

Die Folge: Statt sich auf Platz drei zu verbessern, rutschten die Bremer vom achten auf den elften Rang ab. Und: Die Generalprobe für das wichtige Champions-League-Heimspiel am Dienstag (20.45 Uhr) gegen Twente Enschede misslang gründlich. Mächtig angefressen war hinterher Kapitän Torsten Frings: „Wir müssen endlich diese Fehler abstellen. Vorne sind wir viel zu sorglos – und hinten offen ohne Ende. Das geht einfach nicht!“

Werder Bremen verliert gegen Nürnberg

Werder Bremen verliert 2:3 gegen Nürnberg

Werder-Trainer Thomas Schaaf hatte Frings in Philipp Bargfrede einen neuen Nebenmann an die Seite gestellt. Der Coach musste die zuletzt so gut harmonierende „Doppel-Sechs“ auseinanderreißen. Wesley rückte aus der Defensivzentrale auf die Rechtsverteidiger-Position, weil Petri Pasanen (sollte den verletzten Clemens Fritz ersetzen) beim Aufwärmen mit Oberschenkel-Problemen abgewunken hatte.

Im Mittelpunkt stand allerdings zunächst die ständig rochierende Bremer Offensive: In der sechsten Minute flankte Marko Marin präzise von rechts, in der Mitte zog Claudio Pizarro beide Nürnberger Verteidiger auf den kurzen Pfosten – und am langen stand Hugo Almeida mutterseelenalein. Bei seinem „Kopfball-Tunnel“ durch die Beine von FCN-Keeper Raphael Schäfer hatte der Portugiese ein bisschen Glück. Sei’s drum, es stand 1:0.

Danach drehten die Gastgener richtig auf – allen voran Marin, der mächtig Betrieb machte, von der „Club“-Defensive nie zu fassen war und eindrucksvoll auch Spielmacher-Qualitäten nachwies. Erst scheiterte er nach tollem Tänzchen im Sechzehner an Schäfer (13.), dann leitete er mit klugen Pässen fast alle Bremer Offensivaktionen ein. Und das waren einige. Die dickste Chance zum 2:0 hatte Marko Arnautovic (23.), dessen Lupfer jedoch etwas zu hoch angesetzt war.

Die Noten der Werder-Spieler

Die Noten der Werder-Spieler

Nach etwa einer halben Stunde hätte es durchaus 3:0 für Werder stehen können. Doch die Chancenverwertung war – wie schon beim Pokal-Aus in München am Dienstag – mangelhaft. „Warum das so ist, kann ich nicht verstehen“, rätselte Sportchef Klaus Allofs. Die Nürnberger, bis dahin durch Ilkay Gündogan (27.) und einen Freistoß von Julian Schieber (38.) nur mäßig gefährlich, bestraften dies kurz vor dem Pausenpfiff. Werder-Verteidiger Sebastian Prödl ließ sich an der Torauslinie von Schieber düpieren, in der Mitte waren Per Mertesacker und Wesley gedanklich nicht schnell genug. Gündogan dagegen schon – 1:1 (45.). „In den ersten 20, 30 Minuten hat man gesehen, wie gut Werder spielen kann. Aber mit dem Tor haben wir genau die richtige Antwort gegeben“, meinte Schieber. Direkt nach dem 1:1 war Halbzeit. Statt eines komfortablen Vorsprungs ging’s für die Hausherren mit einem Remis in die Kabine.

Und es kam noch viel, viel schlimmer: Kurz nach Wiederanpfiff waren die Franken schon wieder zur Stelle. Schieber setzte sich dynmaisch gegen Mikael Silvestre durch, der später – bis zur Auswechslung (59.) – wegen seiner erneut schwachen Leistung von den eigenen Fans (!) ausgepfiffen wurde. Werder-Keeper Sebastian Mielitz hielt zwar Schiebers Schuss, doch der Abpraller landete direkt vor den Füßen von Mehmet Ekici. Und der deutsche U 21-Nationalspieler, der sich gerade entschieden hat, fortan für die Türkei aufzulaufen, traf aus elf Metern zur Nürnberger Führung (47.). Von Werder war nun überhaupt nichts – beziehungsweise nichts Gutes  – mehr zu sehen. Keine einzige große Gelegenheit, dazu reichlich Fehler in der Abwehr. Nürnberg hätte die Bremer nun sogar richtig abschießen können, doch Ekici (56.), Schieber (61.) und Mike Frantz (67.) ließen beste Möglichkeiten aus. Mit einer Billard-Einlage gelang den Gästen dann doch noch das dritte Tor: Erst traf Gündogan die Latte, den Abpraller setzte Schieber per Seitfallzieher an den Pfosten – und im dritten Versuch schob Gündogan den Ball schließlich ins Netz (73.). Das war gleichzeitig die Vorentscheidung, denn Werder strahlte keinerlei Gefahr mehr aus – bis zur Nachspielzeit: Der starke Schäfer parierte gegen Almeida, den Abstauber verwertete Pizarro zum 2:3 (90. +1).

Zu mehr reichte es nicht – am Ende stand genau das Ergebnis wie am 21. August 1998. Da hatte es die letzte Bremer Heimniederlage gegen Nürnberg gegeben.

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