Pizarro träumte schon vom Titel, doch dann kam alles ganz anders / Schaaf sieht „wunderbare Dinge“

Stark begonnen, stark nachgelassen

Für die schönen Momente der Hinrunde sorgte vor allem Claudio Pizarro. ·

Bremen - Stark begonnen, noch stärker nachgelassen – so lässt sich die Saison von Werder Bremen prägnant zusammenfassen. Was zunächst traumhaft losging, wurde am Ende zu einem kleinen Fiasko.

1. Spieltag: Dem Pokalschock beim Drittligisten 1. FC Heidenheim (1:2) folgt der gelungene Bundesliga-Start. 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern, Bremen bejubelt den Doppel-Torschützen Markus Rosenberg. Klaus Allofs atmet nach dem ersten Auftakterfolg seit fünf Jahren auf: „Das ist gut für das Betriebsklima.“

Die Hinrunde in Bildern

Werders Bremens Saison 2011/2012 in Bildern

3. Spieltag: Spektakel wie zu alten Zeiten: Mit dem 5:3 über den SC Freiburg feiert Werder den 700. Bundesliga-Sieg der Club-Geschichte. Es war ein Spiel der Marke „Werder-Wahnsinn“.

4. Spieltag: Der Traumstart ist nach dem 2:1 in Hoffenheim perfekt, Werder springt auf Platz zwei. Drei Tage später wird Kapitän Per Mertesacker für elf Millionen Euro an den FC Arsenal verkauft. Allofs verweist auf die angespannte finanzielle Situation, sagt: „Wir hatten keine Wahl.“ Aufsichtsratchef Willi Lemke beklatscht den Transfer.

Die besten Sprüche der Bundesligasaison

"Du Sohn einer Hupe!" Die besten Sprüche der Bundesliga-Saison

5. Spieltag: Zweimal Pizarro beim 2:0 gegen den Erzrivalen Hamburger SV – die Werder-Welt ist in rosarot getaucht. „Unser Ziel ist jetzt Platz eins“, tönt Pizarro. Randgeschichte des Spiels: Naldo feiert nach 16 Monaten sein Comeback.

6. Spieltag: Regenschlacht und Rot für Wiese beim 1:1 in Nürnberg. Werder bejubelt einen Sieg der Moral. Mehmet Ekici trifft gegen seinen Ex-Club – es bleibt sein einziger Saisontreffer.

7. Spieltag: Was für eine Geduldsprobe: Pizarro trifft gegen neun Herthaner erst in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:1. Trainer Thomas Schaaf wird zum ersten Mal nach neun Jahren auf die Tribüne verwiesen. Dort feiern die Fans, doch Allofs mahnt: „Wir müssen kühlen Kopf bewahren. Fast alle unsere Siege hingen am seidenen Faden.“

9. Spieltag: Dem 2:3 in Hannover folgt die erste Heimpleite der Saison. Mit dem 0:2 gegen Dortmund fällt ausgerechnet zum Freimarkt-Auftakt die Bremer Festung. Von Rang zwei geht’s runter auf Platz fünf.

10. Spieltag: Nur 1:1 bei Aufsteiger FC Augsburg. Werder spielt schwach, Allofs schlägt erstmals Alarm: „Unsere Ziele sind in Gefahr.“

12. Spieltag: Die Aufholjagd der Saison: Einen 0:2-Rückstand gegen den 1. FC Köln verwandelt Claudio Pizarro mit drei Toren in einen 3:2-Sieg. Im sechsten Spiel in Folge hatte Werder das 0:1 kassiert.

13. Spieltag: Spitzenspiel Vierter gegen Dritter in Gladbach. Doch Spitze ist nur die Borussia, deklassiert überforderte Bremer mit 5:0. Es ist der Beginn einer grauenvollen Auswärtsserie.

Bundesliga: Die besten Sprüche der Hinrunde

Die besten Sprüche der Hinrunde 2011/2012

15. Spieltag: Während es zu Hause klappt (2:0 gegen Stuttgart), gibt’s auswärts mit dem 1:4 bei Bayern München die nächste Packung. Aaron Hunt sieht als schon dritter Bremer die Rote Karte, doch Allofs wehrt sich gegen ein Brutalo-Image: „Wir sind keine Tretertruppe.“

17. Spieltag: Die Trilogie des Horrors ist perfekt: 0:5 auf Schalke. Werder geht blamiert und als Tabellenfünfter in die Winterpause. Allofs hakt die Champions Leaue ab. Drei Tage nach der peinlichen Pleite verlängern der Geschäftsführer (bis 2015) und Trainer Thomas Schaaf (bis 2014) ihre Verträge. Schaafs Ziel für die Zukunft: „Ich will das positive Werder Bremen wiederherstellen.“

18. Spieltag: Zum Start in die Rückrunde eine Enttäuschung: nur 0:0 in Kaiserslautern. Zudem bricht Dorge Kouemaha Werder-Verteidiger Sebastian Prödl mit einem unbeabsichtigten Tritt ins Gesicht gleich mehrere Knochen. Werder wird auf dem Transfermarkt aktiv, leiht Sandro Wagner nach Lautern aus und verkauft Andreas Wolf an den AS Monaco. Francois Affolter und Zlatko Junuzovic kommen.

19. Spieltag: Nicht das 1:1 gegen Bayer Leverkusen ist die Überraschung, sondern die Aussagen von Coach Schaaf danach. „Ich sehe wunderbare Dinge“, sagt er.

21. Spieltag: Wunderbar lukrativ ist zwar der Sechs-Millionen-Transfer von Wesley zu Palmeiras Sao Paulo, aber die Ergebnisse sind es nicht. Das 1:1 gegen Hoffenheim ist das vierte Remis in Folge. Werder agiert ohne Spielwitz, und Ex-Profi Jonny Otten sorgt sich: „Wenn du dann Gladbach siehst, tränen dir die Augen.“

22. Spieltag: Gegen den HSV geht einfach alles. Werder siegt 3:1 in Hamburg, zeigt dabei das beste Spiel der Rückrunde.

24. Spieltag: Peinlich: Bei der krisengeplagten Hertha verlieren die Bremer 0:1 und schenken Ex-Werder-Trainer Otto Rehhagel zu dessen Heim-Debüt den ersten Sieg als Berliner Coach. Klaus Allofs nennt die Partie ein „Katastrophenspiel“, Naldo orakelt: „Machen wir so weiter, schaffen wir die Europa League nicht.“

25. Spieltag: 3:0 gegen Hannover 96 – es ist der zweite und letzte Sieg in der Rückrunde. Pizarro langt gegen Pogatetz zu und wird nach einem TV-Beweis für zwei Spiele gesperrt. Anschließend kommen erste Gerüchte über ein Interesse Bayern Münchens an dem Torjäger auf.

Die Werder-Fieberkurve - hier klicken

28. Spieltag: Werder poltert die Tabelle runter. Das 0:3 daheim gegen Mainz 05 ist ein peinliches Spiel. Werder wird aus der Euro-Zone vertrieben, Sokratis fällt ein vernichtendes Urteil: „Wir sind keine Mannschaft.“ Und Tim Wiese hat die Nase voll. Er verkündet seinen Abschied zum Saisonende.

31. Spieltag: Die Partie beim VfB Stuttgart wird zum „Euro-Endspiel“ hochgejazzt. Werder lässt sich auskontern, verliert trotz 1:0-Führung mit 1:4.

32. Spieltag: Gut gekämpft, knapp verloren. Naldo trifft erst ins richtige, dann ins falsche Tor, ehe Franck Ribery mit einem Last-Minute-Treffer den 2:1-Erfolg von Bayern München in Bremen eintütet.

33. Spieltag: Erst der Transfer-Knüller, dann das Ende aller Euro-Träume. Vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg verkündet Klaus Allofs den Wechsel von Marko Marin zum FC Chelsea. Anschließend lässt sich die Mannschaft wie schon in Stuttgart auskontern, verliert mit 1:3.

34. Spieltag: 2:3 gegen Schalke – mit der vierten Pleite in Folge verabschiedet sich Werder aus der Saison. „Gott sei Dank, es ist vorbei“, sagt Kapitän Clemens Fritz. · csa

Das könnte Sie auch interessieren

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Neues von Thomas Cook: Fokus auf Familien und höhere Preise

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Grusellabyrinth und Horror-Fest: Halloween in Deutschland

Wie werde ich Winzer/in?

Wie werde ich Winzer/in?

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Zu Tisch! - Große Tafeln brauchen Raum zum Wirken

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Dienstag

Das passiert am Dienstag

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Rosenberg zum dritten Mal Schwedischer Meister

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Schlimme Werder-Krise: Nouri bleibt, Psychologe kommt

Kommentare