Kaiserslautern erhört Wagner – und Werder lässt ihn ziehen / „Schutzsperre“

Ich bin ein Star, holt mich hier raus

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Sandro Wagner wartete auf Angebote – nun ist er am Ziel: Der Angreifer trägt künftig nicht mehr grüne Trainingskleidung, sondern rote vom 1. FC Kaiserslautern.

Bremen - Sommer 2011, Trainingslager in Donaueschingen, Sandro Wagner leitet den Ball mit der Hacke weiter – da platzt Thomas Schaaf der Kragen. „Ich habe dir schon 1 000 Mal gesagt: Lass das sein“, brüllt der Coach des SV Werder über den Platz. Wagner ist eben ein Spieler, der gerne mehr versucht, als er kann.

Der 24-Jährige fühlt sich in Bremen schon lange verkannt, in dieser Saison kam er häufiger in der dritten als in der ersten Liga zum Einsatz. Deshalb will er weg – und heute darf er: Der 1. FC Kaiserslautern hat ihn erhört und sich mit ihm und Werder fast schon geeinigt.

„Wir sind in aussichtsreichen Gesprächen mit dem 1. FC Kaiserslautern. Alle drei Parteien sind bereit, es zu machen. Es gibt nur noch einige Kleinigkeiten zu klären“, bestätigte gestern Abend Klaus Allofs. Der Werder-Boss rechnet heute Morgen mit einer endgültigen Einigung und folgendem Inhalt: 18-monatige Ausleihe (also bis Sommer 2013) inklusive Kaufoption. Werder hätte Wagner (Vertrag bis 2014) auch verkauft, doch da spielte FCK-Boss Stefan Kuntz nicht mit.

Immerhin kassieren die Bremer eine Leihgebühr und sparen das Gehalt des Stürmers, der vor zwei Jahren für eine Ablösesumme von 350 000 Euro vom MSV Duisburg an die Weser gewechselt war – wenn auch nach einem Kreuzbandriss noch nicht wieder ganz fit, aber dafür hochdekoriert: Wagner hatte die deutsche U 21 im Sommer 2009 mit zwei Toren im Endspiel gegen England (4:0) zum EM-Titel geschossen.

Die Bilder vom Training am Mittwoch

Werder-Trio meldet sich zurück

Bei Werder war er nicht so treffsicher, jubelte in 30 Bundesliga-Spielen nur fünf Mal. In dieser Saison (sieben Einsätze) war Schaaf sogar so enttäuscht vom Angreifer, dass er ihn runter in die U 23 (neun Einsätze) schickte. Mittlerweile gehört Wagner zwar wieder zum Profikader, aber ist maximal Joker. Allofs: „Seine Fähigkeiten kommen bei uns leider nicht zum Tragen. Und wenn ein Spieler dauerhaft unzufrieden ist, muss man das lösen.“

Zum Beispiel mit einem Wechsel auf den Betzenberg. Dort könnte sich Wagner schon am Samstag den ganzen Frust von der Seele schießen, denn der Gegner heißt ausgerechnet Werder. Doch Allofs hat vorgesorgt: „Für dieses Spiel ist Sandro quasi gesperrt, das wird ein Bestandteil der Abmachung sein.“ Wer will schon vom eigenen Mitarbeiter besiegt werden . . .

Bleibt noch die Frage, ob Werder nun einen Nachfolger für Wagner sucht. „Ich denke, wir werden das aus Bordmitteln machen“, meinte Allofs, wollte einen Transfer aber auch nicht ausschließen: „Wir haben den Markt immer im Blick.“ Mit Claudio Pizarro, Markus Rosenberg und Marko Arnautovic sei Werder im Angriff sehr gut aufgestellt, hinzu kämen als hoffnungsvolle Talente Lennart Thy und nun auch Niclas Füllkrug. Der 18-Jährige aus der U 23 hatte mit starken Leistungen im Trainingslager in Belek auf sich aufmerksam gemacht. · kni/ck

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